Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Jetzt wird’s wieder laut: Rostock baut neue Notfall-Sirenen auf
Mecklenburg Rostock Jetzt wird’s wieder laut: Rostock baut neue Notfall-Sirenen auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 12.02.2019
Sehen aus wie Flutlichtmasten, machen aber Lärm: In Nienhagen steht bereits eine neue Sirene. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Nach Ende des Kalten Krieges wurde es still – auch auf Rostocks Dächern. Die Gefahr von Raketen- oder Fliegerangriffen war gebannt, und um die (ehrenamtlichen) Retter zu den Feuerwachen zu rufen, gab es ja Pieper. Sirenen wurden nicht mehr gebraucht. Also ließ auch die Hansestadt die lautstarken Warnsysteme abbauen. Doch das war offenbar ein Fehler: „Heute wissen wir, dass Handys, Radio und Fernsehen im Katastrophenfall doch nicht ausreichen“, sagt Michael Allwardt, Sachgebietsleiter Einsatzplanung im Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt. „Wir brauchen ein System, das jederzeit funktioniert.“ Also müssen nun doch wieder Sirenen her – an 19 Standorten in der Hansestadt.

Ohne Strom keine Warnung?

„Ohne Sirenen geht es nicht“, sagt auch Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski, der Oberbürgermeister-Kandidat der SPD. „Die Bevölkerung im Not- oder Katastrophenfall zu warnen, ist eine Pflichtaufgabe für die Kommunen – auch für die Hansestadt.“ Auch Rostock betreibt eine eigene Warn-App, über die Nutzer schnell Infos auf ihre Handys bekommen können. Und bei ganz großen Lagen würde die Stadtverwaltung auch über Radio und Fernsehen Hinweise an die Bevölkerung geben. „Aber was ist bei einem Blackout, bei einem flächendeckenden und möglicherweise tagelang anhaltenden Stromausfall?“, fragt Einsatzplaner Allwardt. Die Rundfunkgeräte bleiben dann stumm, die Akkus der Telefone sind nach wenigen Stunden, bestenfalls wenigen Tagen erschöpft. „Sirenen aber funktionieren dann immer noch.“ Denn die Anlagen verfügen über eine eigene Notstromversorgung. Die Batterien reichen für mindestens eine Woche. Auch das Land habe den Aufbau neuer Sirenen als Schwerpunkt in den Katastrophenschutzplanungen der kommenden Jahre festgelegt – und will die Kommunen mit Hunderttausenden Euro unterstützen.

Rostock rüstet für neue Risiken

Dass neue Sirenen aufgebaut werden müssen, habe auch mit der veränderten Sicherheitslage zu tun: „Auch in Rostock sehen wir uns neuen Gefahren ausgesetzt – zum Beispiel häufigen extremen Wetterlagen, schweren technischen Störfällen oder Terrorangriffen“, sagt Senator Müller-von Wrycz Rekowski. Vor wenigen Monaten hatten Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste und auch Unternehmen für den Fall eines tagelangen Stromausfalls geübt. Ein Ergebnis: Es fehlte ein Instrument, um die Menschen zu warnen. „Sirenen geben uns künftig die Möglichkeit, alle Einwohner unserer Stadt auch bei Stromausfall oder nachts vor einer drohenden Gefahr zu warnen“, so der Senator.

Einsatzplaner Allwardt wird konkreter: „Wir können die Sirenen in ganz Rostock heulen lassen – oder auch nur in den betroffenen Stadtteilen.“ Wenn beispielsweise bei einem Großbrand Fenster und Türen geschlossen werden müssen, könnte die Bevölkerung darüber auch per Sirene informiert werden. „Wer schon mal mit einem Kreuzfahrtschiff gefahren ist, weiß, dass sieben kurze und ein langes Signal bedeuten, dass alle von Bord müssen. Wir wollen für Rostock unterschiedliche Signale für unterschiedliche Gefahren festlegen.“ Auf der Internet-Seite der Stadt, in Broschüren und auch in den Medien sollen die Bürger regelmäßig informiert werden, welche Tonfolge der Sirenen was zu bedeuten hat.

Fünf Sirenen gibt es bereits

Insgesamt 19 Sirenen will die Stadtverwaltung aufbauen. Fünf stehen bereits seit 2006 am Stadtrand – im Seehafen, in Hinrichsdorf, Nienhagen und Stuthof. „Dort haben wir mit Unternehmen Vorkehrungen für ein Chemie-Unglück getroffen – für den möglichen Austritt einer Ammoniak-Wolke“, so Müller-von Wrycz Rekowski. Nun sollen 14 weitere Sirenen folgen – in Warnemünde, Lichtenhagen, Groß Klein, Lütten Klein, Schmarl, Evershagen, Reutershagen, dem Hansaviertel, der Stadtmitte, der Südstadt, in Biestow, Brinckmansdorf, Dierkow und Toitenwinkel. Planer Allwardt: „Wir haben die genauen Standorte bereits ausgewählt. Nun arbeiten wir an den entsprechenden Schallschutzgutachten. Mit den neuen Anlagen erreichen wir 95 Prozent aller Rostocker.“ Für weitere Gebiete – die Gartenstadt etwa – laufen die Planungen noch. Noch in diesem Jahr sollen aber die ersten Anlagen errichtet werden. Rund 250 000 Euro will Rostock dafür ausgeben, knapp 100 000 Euro kommen vom Land. Jedes Jahr sollen die Sirenen zwei Mal zur Probe „heulen“.

Das Brandschutz- und Rettungsamt setzt aber auch auf moderne Warn-Systeme – auf Handy-Apps, Radiodurchsagen, Eilmeldungen im Internet und den sozialen Medien. „Und wir haben nach wie vor Lautsprecherwagen, mit denen wir durch Rostock fahren und die Menschen informieren können“, verrät Senator Müller-von Wrycz Rekowski.

Andreas Meyer

Rostock Matratzenmanufaktur in Groß Stove - Väter übergeben Familienbetrieb an Söhne

Generationswechsel in der Matratzenmanufaktur Almatros in Groß Stove: Seit 1990 produzieren die Brüder Klaus und Hans Albrecht. Nun übergeben sie den Familienbetrieb an ihre Söhne Robert und Sören.

12.02.2019

Philipp Sievers aus Rerik hat nie ein Händchen für Kunst gehabt. Trotzdem hat der 16-Jährige gerade einen Preis in der Rostocker Kunsthalle gewonnen.

12.02.2019

Ein Lkw-Fahrer hat beim Rangieren auf einer Baustelle in Rostock den Bohrkopf seines Tanks beschädigt. Das Umweltamt musste informiert werden.

12.02.2019