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Rostock Jüdisch. Hanseatisch.
Mecklenburg Rostock Jüdisch. Hanseatisch.
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00:05 10.06.2017
Von Juri Rosov

Es sind bald 20 Jahre, dass ich in Rostock wohne. Wie jeder Migrant war ich von Anfang an mit dem Begriff „neue Heimat“ konfrontiert. Immer, wenn gut gelaunte Sozialarbeiter mich freundlich in meiner neuen Heimat begrüßen wollten, fühlte ich mich etwas, sagen wir, wie in einem falschen Film. Die Welt da draußen vor dem Fenster war friedlich, schön und sauber, aber fremd. Und nur sehr, sehr langsam wurde dieses „Fremdgefühl“ schwächer. Heute kann ich sagen, dass Rostock meine Heimat ist. Das Wort „neue“ passt schon lange nicht mehr.

Besonders zu dieser Zeit – seit zwei Tagen laufen in Rostock die 2. Jüdischen Kulturtage – fühle ich mich in meiner Stadt, umgangssprachlich ausgedrückt, pudelwohl. Wenn ich durch die Straßen gehe und unsere Plakate mit der siebenarmigen Menora vor dem Rostocker Rathaus mit seinen sieben Türmen sehe oder unsere Flyer in den Cafés und kulturellen Einrichtungen, dann bin ich stolz auf meine Stadt. Vor allem auch dankbar. Es zeigt, dass wir wirklich angekommen sind. Die Hauptidee der Kulturtage ist zu zeigen, dass die jüdische Kultur nicht nur in jüdischen Gemeinden hinter verschlossenen Türen existiert. Sie ist nicht nur mit dunkler Vergangenheit verbunden, sondern mit dem heutigen, bunten Dasein des jüdischen Lebens. Eine der wichtigsten Facetten der Kulturtage ist, dass das sie von einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten organisiert wird: von der Hansestadt, freien Kulturträgern und unserer Gemeinde. Ein echtes Fest und Festival mit immerhin 14 Veranstaltungen an zehn Orten.

Ab wann fühlt sich also ein zugewanderter Mensch an einem neuen Ort, in seiner Zuflucht heimisch oder zu Hause? Wann tritt dieses Gefühl zum ersten Mal auf? Vielleicht, wenn er begreift, dass seine Kultur, seine Denk- und Lebensweise nicht nur toleriert wird, sondern respektiert und gewürdigt. Ich für mich zumindest kann behaupten, dass aus der Hansestadt mein Heimathafen geworden ist.

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