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Rostock Junge Rostocker reisen mit Steinmeier nach Südamerika
Mecklenburg Rostock Junge Rostocker reisen mit Steinmeier nach Südamerika
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13:13 12.02.2019
Die Rostocker "Jugend forscht"-Teilnehmer Helene Radloff (20), Johanna Romahn (19), Felix Jan Engelhardt (19) und die Göttinger Teilnehmerin Julia Henrike Freund (19) kurz vor dem Abflug nach Lateinamerika. Quelle: Felix Engelhardt
Rostock

 Mit dem deutschen Staatsoberhaupt im Flieger sitzen und durch Südamerika reisen: Dass sie das erleben würden, hätten Helene Radloff, Felix Engelhardt und Johanna Romahn nicht gedacht, als sie 2017 bei „Jugend forscht“ teilnahmen. Die drei jungen Rostocker begleiten den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und eine Delegation von Umwelt- und Klimaforschern diese Woche nach Ecuador und Kolumbien. Der Anlass: der 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt und seine Forschungsreise nach Lateinamerika vor 220 Jahren. Auch die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik ist ein wichtiges Thema des Aufenthaltes.

Das Rostocker Trio gewann 2017 beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ einen Sonderpreis für ihr Projekt „Mikroplastik – die Auswirkungen unseres Abfalls am Beispiel Hediste diversicolor“. Die damaligen Schüler des innerstädtischen Gymnasiums Rostock untersuchten, wie Seeringelwürmer zum Transport von Mikroplastik in der Ostsee beitragen. Das Ergebnis: Durch das Durchmischen des Bodens transportieren die Würmer die Kleinstteile in tiefere Sedimentschichten. Das Plastik wird der Nahrungskette zwar entzogen, lagert sich aber in der Erde ab. Dort wird es zur „unsichtbaren Gefahr.“

Totale Überraschung und große Ehre für die Jugendlichen

Die Forschung erregte Interesse. „Ich habe vor ein paar Wochen einen Anruf von der ,Jugend forscht’-Geschäftsstelle bekommen und wurde gefragt, ob ich Lust hätte, den Bundespräsidenten auf einer Reise zu begleiten“, erzählt Felix Engelhardt. Das Bundespräsidialamt hätte zu diesem Zeitpunkt nach jungen Forschern gesucht, die sich mit Mikroplastik beschäftigt haben. Der Anruf überraschte den 19-jährigen Medizinstudenten. „Ich musste erst einmal in meinem Terminkalender nachgucken, ob das überhaupt in meinen Uni-Plan passt.“ Johanna Romahn reagierte ähnlich: „Ich kann das alles noch gar nicht realisieren. Die Aufregung wird mich bestimmt während der gesamten Reise nach Südamerika begleiten“.

Die Begegnung mit Frank Walter Steinmeier beschäftigt die drei besonders. „Das ist eine große Ehre, eine so hohe politische Persönlichkeit begleiten und kennenlernen zu dürfen“, findet Engelhardt. Vor allem Helene Radloff ist gespannt: „Ich bin total aufgeregt, weil ich viele Schnittstellen mit ihm hatte, ohne ihn jemals kennengelernt zu haben.“ Sie habe bereits am „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“ teilgenommen und ein Stipendium der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ erhalten. Steinmeier ist Schirmherr von beidem. „Ich würde ihn gerne fragen, was ihn antreibt, sich so für Bildung einzusetzen“, sagt die Medizinstudentin.

Auf den Spuren von Alexander von Humboldt

Die Maschine der Delegation startete am Montagnachmittag. Die erste Station des zwölfstündigen Fluges ist Kolumbien. Über das genaue Programm wollen die jungen Forscher nicht sprechen. Das sei noch „inoffiziell“ und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Helene Radloff verrät jedoch: „Wir besichtigen bestimmte Institute und Forschungsstandorte, die mit Humboldt zu tun haben.“ Auch zahlreiche Orte „nationaler Kultur“ und „Naturmonumente“ gehören dazu, ergänzt Felix Engelhardt. Einen genauen Einblick der Reise erhalten Interessierte im Internet auf blog.jugend-forscht.de. Während der Debatten um Meeresverschmutzung werden sich die langjährigen Freunde mit ihrem Wissen über Mikroplastik einbringen. „Wir sollen aber nicht unsere Forschung über die Seeringelwürmer noch einmal vorstellen“, betont Engelhardt.

Engelhardt, Radloff und Romahn arbeiteten drei Jahre an ihrer Forschung. Das Thema Umweltschutz sei ihnen schon immer wichtig gewesen. Ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Mikroplastik hätten sie aber erst in der zehnten Klasse entwickelt, sagt Felix Engelhardt. „Es gab das Angebot unserer Schule, an einem Science Camp vom Institut für Ostseeforschung teilzunehmen, wo es auch um ökologische Themen ging“, erinnert er sich. „Wir sind dann übereingekommen, dass wir uns in einem Forschungsprojekt damit beschäftigen.“

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