Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Jugendliche bauen Kogge für Hansetag

Brinckmansdorf Jugendliche bauen Kogge für Hansetag

Interessierte können das soziale Projekt mit symbolischen 800 Euro unterstützen / Kogge wird öffentlich ausgestellt

Voriger Artikel
Ärger über Autos und Radfahrer in Fußgängerzone

Henriette Prahm (24) und Leon Adrian Bothe (16) helfen beim Bau des Koggen-Modells.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Brinckmansdorf. Es wird gesägt, geschraubt, geschmirgelt und zwischendurch immer wieder diskutiert – und das bereits seit Ende des Jahres. Unter der Leitung von Klaus Rüller arbeiten insgesamt acht Jugendliche in der Hanse Produktionsschule am Bau einer Kogge. Das fertige Werk soll als zentrales Exponat auf dem Hansetag Ende Juni ausgestellt werden.

OZ-Bild

Interessierte können das soziale Projekt mit symbolischen 800 Euro unterstützen / Kogge wird öffentlich ausgestellt

Zur Bildergalerie

Alles begann im November und Dezember des letzten Jahres. Mit ein paar wenigen Helfern baute Klaus Rüller zunächst ein Koggen-Modell, welches von der Größe her auf jedem Wohnzimmertisch stehen könnte. Damit ging es dann zur Vorstellung zu den Projektverantwortlichen – und der richtige Bau konnte losgehen.

Die große Kogge, dessen Rohbau bereits in der großen Halle in Brinckmansdorf steht, wird fünfmal so groß sein wie das kleine Modell. Eigentlich war sie mit einer Länge von drei Metern geplant – daraus sind inzwischen fünf geworden. „Es ist eben ein agiles Projekt, ein Prozess“, sagt Hansetag-Delegationsmanager Johannes Wolff, der den Bauprozess von Anfang an begleitet. Immer wieder gibt es neue Ideen, etwa einen geflochtenen Korb als Krähennest zu verwenden und statt eines Pfahls einen naturgewachsenen Stamm aus Lärchenholz als Mast zu nutzen.

Die Hanse Produktionsschule ist eine Einrichtung der Jugendhilfe und will junge Leute mithilfe von Bildung und praktischer Arbeit an die Berufsbildung oder direkt an den ersten Arbeitsmarkt heranführen. Die Beschäftigten arbeiten in vielen verschiedenen Bereichen, etwa in der Hauswirtschaft, der Tierhaltung oder der Gärtnerei. Die Jungs und Mädels aus dem Metallbau und der Tischlerei sind für den Koggenbau verantwortlich. Der Bau ist in vier Abschnitte gegliedert. Am Anfang stand die Fertigung des Rumpfes, dann folgten der Bau von Vorder- und Achterkastellen. Im nächsten Schritt werden Mast und Takelage gesetzt. Zum Schluss kümmert sich das Bau-Service-Team dann um die Farbgebung und die Dekoration.

Mit dem Bau der Ausstellungs-Kogge soll auf das Thema Hanse aufmerksam gemacht werden. Zum Hansetag werden in Rostock auch Koggen auf dem Seeweg erwartet. Aus der Königin der Hansestädte wird etwa die Lisa aus Lübeck anreisen, die mit Marzipan beladen sein wird. Aus Salzwedel wird Baumkuchen mitgebracht, aus Braunschweig das traditionelle Bier Wumme. All diese Waren werden ganz traditionell am alten Holzkran im Stadthafen öffentlich von den Koggen abgeladen. „Das wird eine richtige Attraktion“, sagt Johannes Wolff.

Der Koggen-Auftrag ist für die Jugendlichen in der Produktionsschule ein ganz besonderer. „Das Ziel ist bei diesem Projekt sehr klar umrissen, daher sind die Jugendlichen motiviert“, sagt Barbara Hülsmann, Vorsitzende der Vereins Jugendhilfe Stadt und Land. Dass das Schiff später als Exponat öffentlich zu sehen sein wird, wird die Jugendlichen sehr stolz machen. „Das sind sie jetzt schon“, sagt Klaus Rüller. Neben der Kogge bauen sie zusätzlich an einer Art Podest. Dabei handelt es sich um einen Anhänger, auf dem ein Sockel aus Holz aufgesetzt ist. Hierauf werden demnächst drei Metallstäbe montiert, die die Kogge dann halten werden – so ist sie mit einem fahrbaren Untersatz mobil. Zum Transport müssen lediglich Takelage und Mast entfernt werden.

In den ersten zwei Produktionswochen wurde noch jeden Tag an der Kogge gearbeitet. Inzwischen wird auch immer mal wieder pausiert, da Änderungen besprochen werden müssen und auch noch die anderen Auftragsarbeiten zu erledigen sind.

Bei seinem Besuch in der Produktionshalle stellte Johannes Wolff fest, dass das Achterkastell zu kurz ist. Schließlich soll es die Wappen aller sechs Hansestädte Mecklenburg-Vorpommerns enthalten.

„Kein Problem“, sagt Klaus Rüller, „da machen wir uns morgen gleich ran und verlängern es.“ Es ist eben ein agiles Projekt.

Kogge als soziales Projekt

Die Kogge wird anlässlich des Gründungsjubiläums der Stadt und des Hansetages gebaut. Unternehmer und Privatleute können das Projekt mit symbolischen 800 Euro unterstützen. Sie werden mit einer Metallplakette auf dem Rumpf der Kogge verewigt. Das Geld fließt direkt in einen soziales Zweck – nämlich in die Hanse Produktionsschule, die die Kogge baut. Das Schiff wird nicht nur zum Hansetag ausgestellt, sondern auch künftig öffentlich präsentiert.

Info unter johannes.wolff@rostock.de oder ☎0381 / 381 29 97

Dana Frohbös

Voriger Artikel
Mehr zum Artikel
Interview
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann bekräftigt seinen Vertrag erfüllen zu wollen.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann bekräftigt trotz der Begehrlichkeiten anderer Clubs, dass er seinen Vertrag bei 1899 mindestens bis 2019 erfüllen wird: „So machen wir es.“

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Krematorium muss erweitert werden

Immer mehr Menschen aus Rostock und Umgebung wählen die Feuerbestattung