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Rostock Junge Rostockerin bringt eigenes Kinderbuch heraus
Mecklenburg Rostock Junge Rostockerin bringt eigenes Kinderbuch heraus
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21:54 18.01.2018
Gutes Team: Kinderbuchautorin Charleen Brügmann (28, r.) und Illustratorin Eva Marie Zerner (29). Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

„Früher war ich Angestellte im Immobilienbereich, habe oft 13 bis 14 Stunden gearbeitet“, erinnert sich Brügmann. „Irgendwann habe ich dann die Entscheidung getroffen, den Job aufzugeben und die Dinge zu tun, die mich glücklich machen“, erinnert sich Charleen Brügmann. Dazu gehört neben der Familie – die 28-Jährige ist im vergangenen Jahr Mutter geworden – auch das Schreiben. Im August 2017 ist das erste Buch „ Der Regenbogensee“ unter dem Pseudonym Charleen Florenz erschienen.

Um ihren Traum zu verwirklichen kündigt Charleen Brügmann ihren Job und gründet den Mutmacher Verlag. Im August 2017 ist dort ihr erstes Buch „ Der Regenbogensee“ erschienen.

Kinderbuchautorin Charleen Brügmann ließt aus ihrem neuen Buch

Charleen Brügmann aus #Rostock hat sich einen Traum erfüllt und ist Kinderbuchautorin geworden. Hier liest sie aus ihrem ersten Buch. Zum Artikel: http://bit.ly/2Dj787l

Gepostet von Ostsee-Zeitung am Donnerstag, 18. Januar 2018

Die Geschichte um das Bilderbuch klingt selbst wie aus einem: „Alles fing damit an, dass ich meinem dreijährigen Stiefsohn Bruno Geschichten zum Einschlafen vorgelesen habe. Aber die Bücher, die wir hatten, waren zu kurz, so dass er noch nicht müde war. Oder sie waren zu komplex, so dass er sie noch nicht verstanden hat. Also habe ich mir selbst Geschichten ausgedacht.“ Und die gefallen nicht nur Bruno, sondern auch ihrem Mann, der sie ermuntert, diese aufzuschreiben. „Zuerst habe ich das nicht so ernst genommen, aber irgendwann saß ich am Hafen und habe einfach losgeschrieben“, erinnert sich Charleen. „Dabei habe ich gemerkt, wie leicht es mir fällt und wie viel Spaß es macht. Nach zwei Stunden war die erste Geschichte fertig.“

Und in der dreht es sich um zwei liebenswerte Protagonisten, den kleinen Jungen Noah und seinen Freund, den Fuchs mit der Brille. Noah beobachtet die Welt um sich herum genau, und da gibt es einiges, was er nicht versteht. Zum Beispiel, warum seine Tante immer so schlecht gelaunt ist und niemand gern bei ihr ist? In seinen Träumen trifft er auf den kleinen Fuchs, der ihm hilft, das Erlebte besser zu verstehen. Und so lernt Noah in dieser Geschichte nicht nur den schwarzen Schäferhund kennen, der zunächst nur böse bellt und später sein Freund wird, sondern erfährt auch, warum manche Menschen Mauern um sich bauen und wie man diese mit Liebe und Mut einreißen kann.

„Am Ende muss man einfach eine Träne abdrücken“, sagt Eva Marie Zerner. Die selbstständige Grafikdesignerin und Illustratorin, die mit ihrer Marke „Frechfisch“ unter anderem Logos, Plakate und Flyer für Rostocker Unternehmen entwirft, hat das Buch liebevoll illustriert.

„Ich kannte Eva schon vorher, als ich ihr von dem Projekt erzählt habe, war sie gleich begeistert“, sagt Brügmann. Schwieriger gestaltet es sich mit den Buchverlagen, die sie anfragt. „Dort wird das Buch oft in bestimmte Muster gepresst, die sich gut verkaufen, oder in Altersgruppen einsortiert“, hat sie erlebt. „Ich wollte aber ein Buch machen, das junge und ältere Kinder sowie die Eltern anspricht.“

Um sich nicht für die Verlage zu verbiegen und sich fortan wirklich auf das Schreiben zu konzentrieren, kündigt Brügmann ihren gut bezahlten Job und gründet kurzerhand ihren eigenen Verlag – den „Mutmacher Verlag“, der zugleich ihr Lebensmotto widerspiegelt. „Ich wollte, dass man das Buch in jedem Laden kaufen kann“, sagt Brügmann. Dieses Ziel hat sie inzwischen erreicht. Mit ihrem Konzept hat sie nicht nur viele Großhändler überzeugt, sondern mit einem Crowdfunding-Projekt im Internet auch die notwendigen 4500 Euro für den Druck der 1. Auflage – insgesamt 1000 Exemplare – gesammelt.

„Das Buch das erste Mal in der Hand zu halten, war ein unbeschreibliches Gefühl“, verrät sie. „Ich habe zwar nicht die Illusion, dass ich damit reich werde, aber ich hoffe, dass das, was wir mit so viel Liebe vorbereitet haben, bei den Familien ankommt.“

Das Buch ist nicht nur ein Herzensprojekt, es soll auch der Auftakt für eine eigene Reihe mit dem Titel „ ... und morgen sieht die Welt ganz anders aus“ sein. „Wenn ich als Kind traurig war, hat meine Mutter mir mit dem Spruch Mut gemacht“, sagt Brügmann. Eine Botschaft, die sie auch in ihren Bücher transportieren will: „Auch wenn nicht alles im Leben Sonnenschein ist, kann es Spaß machen, im Regen zu tanzen.“

Leseprobe „Der Regenbogensee“

Bei der Verabschiedung ändert sich der Ausdruck in Tante Fredas Augen - vorher genervt und wütend, jetzt sieht sie auf einmal traurig aus. Als sich Noah abends in sein Bett kuschelt, muss er noch einmal an seine Tante denken: „Warum ist sie nur immer so schlecht gelaunt? Niemand ist wirklich gern bei ihr, sie muss doch furchtbar einsam sein...!?“ Das sind Noahs letzte Gedanken, dann schläft er ein.

„Hey du! Hallo?“ Noah schaut sich um. Er ist auf einer großen Blumenwiese direkt am Waldrand. Er setzt sich an einen kleinen Bach und beobachtet zwei Schmetterlinge, die zu tanzen scheinen. „Wunderschön hier, oder?“ Noah dreht sich erschrocken um.

Neben ihm sitzt ein Fuchs, der eine große Brille auf der Nase trägt und ihn neugierig anlächelt. „Gestatten, ich bin der kleine Fuchs und heiße dich herzlich willkommen hier!“ „Hallo, ich bin Noah, aber wo sind wir denn?“ „In der Welt der Tiere, ich kenne jedes Fleckchen hier und kann dir alles zeigen.“ Noah sieht sich etwas irritiert um, nickt dann aber zustimmend: „Ja, schön ist es hier wirklich! Was kannst du mir denn noch zeigen?“ Der kleine Fuchs lacht: „Na dieser Bach zum Beispiel, er führt zum Regenbogensee. Du wirst nicht glauben, wie bunt der ist! Jede Welle glitzert in einer anderen Farbe. Komm einfach mit, ich zeig‘s dir!“ Schon hüpft der kleine Fuchs freudig am Bachufer entlang.

Am Ende des Waldweges kann man schon die bunten Farben des Sees schimmern sehen. Noah kann es kaum erwarten. Doch auf einmal zuckt er erschrocken zusammen. Ein paar Meter links vor ihm sieht er einen hohen Gitterzaun und dahinter einen riesigen, pechschwarzen Schäferhund, der ihn bedrohlich anknurrt. Der kleine Fuchs ist sofort zur Stelle: „Keine Angst, Noah, der tut dir nichts!“ „Können wir nicht einfach woanders langgehen?“, bittet Noah verunsichert. „Das ist der einzige Weg zum Regenbogensee. Vertrau mir, dir wird nichts geschehen. Komm doch etwas näher, dann wirst du es sehen.“ Noah nimmt all seinen Mut zusammen und macht zwei kleine Schritte nach vorn.

OZ

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