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Kaiman zieht ein beim Schlangen-König

Broderstorf Kaiman zieht ein beim Schlangen-König

Steve Heimburger hält 30 Riesenschlangen — jetzt auch ein Minikrokodil.

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Steve Heimburger (31) hält und züchtet Schlangen.

Broderstorf. Steve Heimburger gilt als Schlangenkönig von Broderstorf. Rund 30 Riesenschlangen hält der 31-Jährige im Dachgeschoss seines Einfamilienhauses. Jetzt sind rund 72 spitze Raubtierzähne hinzugekommen. Allerdings in einem Maul, denn ein Brillenkaiman erweitert die Reptilienfamilie um ein weiteres Mitglied.

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Steve Heimburger (31) hält und züchtet Schlangen.

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„Das ist eben mal was ganz anderes — sozusagen die Endstufe der Reptilienhaltung“, erklärt Heimburger stolz. Derzeit ist das ungefähr 30 Zentimeter lange und zwei Jahre alte Tier in einem Becken im Obergeschoss neben den Terrarien für Heimburgers Schlangen untergebracht. „Das Becken fasst rund 200 Liter Wasser. Es muss nicht tief sein, da Kaimane am liebsten im Flachwasser lauern“, erklärt der Krokobesitzer. Zum Tauchen reicht es dem noch jungen Kaiman allemal. „Brillenkaimanmännchen werden zwei bis zweieinhalb Meter lang“, erklärt Heimburger. Spätestens dann werde es Zeit für den Umzug in die Garage. „Die ist rund 80 Quadratmeter groß. Eine Hälfte wird dann zum Becken, die andere zum Terrarium“, sagt er. Derzeit überlegt er, ob er einen Alligator dazukaufen möchte. „Die sind von der Handhabung weniger aggressiv als Kaimane.“

Was er damit meint, zeigt sich, als er das Krokoterrarium öffnet und vorsichtig einen Stab hineinführt. Blitzartig, das noch kleine Maul weit aufgerissen und wild fauchend, stürzt sich der Brillenkaiman auf den Eindringling. Kein Tier für Anfänger also.

Heimburger legt Wert auf tiergerechte Haltung. „Mann muss sich im Klaren sein, dass sie groß werden und lange leben. Das ist nicht wie bei einem Hund“, sagt er. Es könnten schon einmal 30 bis 60 Jahre werden. Zu fressen bekommt der Kaiman Babyratten, Mäuse, Rindfleisch und Fische. Wasser und Luft haben eine permanente Temperatur von 30 Grad.

Es ist eine kostspielige Tierliebe. Allein für die Haltung seiner Tigerpythons gibt Heimburger 600 bis 800 Euro monatlich aus. Den Anschaffungspreis der teilweise mehrere Tausend Euro teuren Zuchttiere nicht eingerechnet.

Den großen Aufwand refinanziert er durch seine Züchtungen. Dabei setzt er vor allem auf Qualität. So gelang es ihm im Frühjahr einen seltenen Karamelalbinopython mit einem Tigerpython zu kreuzen.

„Die Paarungszeit der Schlangen beginnt im September. Die Tiere merken das durch den Luftdruck und das Absenken der Temperatur“, erläutert er. 30 Tage reifen die Eier im Bauch des Weibchens, dann werden sie abgelegt. Heimburger packt sie dann in einen Brutschrank. „Normalerweise halten Pythons ihr Gelege durch Muskelzuckungen warm“, sagt er. 22 Eier hat sein Pythonweibchen gelegt. Nach 30 Tagen schlüpft der Nachwuchs.

In drei Jahren will er die Schlangen rückverpaaren. Dann sollen reinrassige Karamelalbinos herauskommen. Züchter aus England, Polen und Frankreich hätten schon bei ihm angefragt. „Aber ich kann mir den Markt ja nicht kaputt machen. Die besten Pythons behalte ich“, sagt der Experte, der seine Schlangen aus der ganzen Welt bezieht. Einfuhrbestimmungen und tierärztliche Bescheinigungen treiben den Preis für manche Exemplare weit nach oben. Seine Reptilien will Heimburger aber nur in gute Händen geben. „Ich prüfe, wer bei mir eine Schlange kaufen will.“

Ehefrau Daniela (29) hat sich an die tierischen Mitbewohner gewöhnt. „Ich habe ihn mit den Tieren kennengelernt“, erzählt sie. Dennoch gibt es in der Familie klare Regeln für die Exoten. „Die Schlangen dürfen nur gut gesichert im Obergeschoss leben. Im Wohnraum haben sie nichts zu suchen“, sagt sie. Schon aus Sicherheitsgründen für die kleinen Töchter Mia und Emili.

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Karsten Wilke

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