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Rostock Kampf der Dörfer auf der Warnow
Mecklenburg Rostock Kampf der Dörfer auf der Warnow
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02:21 27.08.2014
Die „Papendorfer Agrar Haie“ legen sich beim Training auf der Warnow für den Kampf der Dörfer richtig ins Zeug. Quelle: Doris Kesselring

Vom Feld aufs Wasser. In Arbeitskluft kommen die Männer der Agrargenossenschaft Papendorf Dienstagabend zum Training an die Warnow. Steigen quasi vom Traktor ins Drachenboot. Die „Papendorfer Agrar Haie“, wie sich die 20-köpfige Mannschaft nennt, will sich fit paddeln für den „Kampf der Dörfer“, der zum nunmehr dritten Mal am Sonnabend, dem 30. August, auf der Warnow in Papendorf ausgetragen wird.

„Neun Mannschaften haben sich angemeldet“, sagt Robert Schiller, der die Drachenbootsektion der SG Warnow Papendorf leitet. Sie hat den Wettkampf organisiert. Neben den fünf Dörfern der Gemeinde — Papendorf, Sildemow, Gragetopshof, Niendorf und Groß Stove — mit je einem Team nimmt auch Stäbelow mit einer starken Truppe teil. Außerdem sitzen die Warnowschule, die Freiwillige Feuerwehr und die Papendorfer Bauern mit ihren Leuten im Boot.

„Aber wir holen den Pokal zurück“, sagt Prokuristin Jana Timm zuversichtlich. 2012 hatten die „Agrar Haie“ erst die Ernte und dann den Sieg beim Drachenbootfest mit damals sechs Teams eingefahren.

„Wir starten in türkisen Shirts mit der Aufschrift Sieger 2012“, berichtet die couragierte Frau. Doch jetzt werden erst einmal Paddel verteilt, dann in Teamwork das Drachenboot ins Wasser gehievt. 16 der 20 Agrar Haie sind zum Training gekommen.

Am Steg des Wasserwanderrastplatzes werden die Plätze im Boot verteilt. In der Mitte sitzen Opa und Enkel nebeneinander: Wolfgang Beu ist 64 Jahre alt und kümmert sich um die Trocknungsanlage auf dem Agrarhof, Michel Hein ist 17 Jahre jung und hat gerade seine Lehre als Landwirt begonnen. „Wie viel Grad hat die Warnow“, will Jana Timm noch wissen, bevor das Drachenboot ablegt.

„Warm“, sagt Robert Schiller nur. Er steuert das Boot und weist die aufgeweckte Bauern-Crew ein. Die ersten Paddelschläge im Takt von Trommlerin Petra Heinemann sind noch unkoordiniert. Doch nach einer Stunde auf dem Wasser und vielen guten Ratschlägen des Steuermanns geben die „Agrar Haie“ richtig Gas auf der Warnow, so dass das Wasser nur so spritzt.

210 Meter misst die Wettkampfstrecke am Sonnabend. Die Teams paddeln gegeneinander. Um 10 Uhr geht es los, zunächst mit den Vorläufen, am Nachmittag gibt es die Finalrunden. Der Kampf der Dörfer ist ein großes Drachenbootfest, bei dem die Zuschauer nicht nur ihre Teams lautstark anfeuern sollen, sondern auch gut versorgt und unterhalten werden.

2006 hat sich die SG Warnow Papendorf zusammen mit der Warnowschule das erste Drachenboot angeschafft. Seitdem gibt es die „Warnowdrachen“, die regelmäßig trainieren — die Kleinen als Schulmannschaft, die Großen in der eigenen Sektion. Inzwischen hat die Schule ein zweites Boot gekauft, denn der Sport mit dem tollen Revier direkt vor der Schultür kommt bei den Mädchen und Jungen gut an. Die Boote werden in der Halle am Wasserwanderrastplatz aufbewahrt und können schnell ins Wasser gesetzt werden.

„Are you ready? Attention!“, ruft Steuermann Schiller seinen Paddlern zu. Die haben inzwischen gelernt und die Paddel schon ins Wasser getaucht. Dann können sie nämlich nach dem letzten Kommando „Go!“ sofort loslegen. „Die Entscheidung fällt oft schon beim Start“, gibt ihnen Schiller, der Elektrotechnik in Rostock studiert, noch mit auf den Weg. Pitschnass steigen die „Agrar Haie“ nach einer Stunde aus dem Drachenboot. „So haben wir geschwitzt“, sagt Pit Timmermann lachend. „Das mit dem Sieg dürfte klargehen“, ist der 27-jährige Traktorist überzeugt. Jedes Team konnte vor dem Kampf zwei Trainingseinheiten nehmen. Eine reicht, finden die „Agrar Haie“. Schließlich tritt die Feuerwehr sogar ohne Übung an.



Doris Kesselring

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