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Kanzlerkandidat begeistert an der Warnow

Rostock Kanzlerkandidat begeistert an der Warnow

SPD-Bundeschef Martin Schulz auf Wahlkampf-Tour in Nordosten: Vor rund 200 Zuhörer in Rostock konnte er vor allem mit seiner Kritik an der AfD und dem Versprechen für große Reformen in Europa begeistern.

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (M.) hat gemeinsam mit Manuela Schwesig und Christian Reinke Rostock besucht. Er sprach im Barocksaal vor rund 200 Zuhörern.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Es ist ein kleiner Erfolg, aber Martin Schulz freut sich sichtlich darüber: Eine gute Stunde lang hat er gerade im Barocksaal am Rostocker Uni-Platz seine Ideen für Deutschland vorgestellt, da ergreift ein älterer Rostocker das Wort: Sein (rotes) Parteibuch habe der Mann vor Jahren abgegeben, aber jetzt werde er wieder die SPD wählen. Schulz habe ihn überzeugt. Und offenbar nicht nur ihn: Der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten schwor gestern rund 200 Genossen und Zuhörer auf den Bundestagswahlkampf ein.

 

Am Morgen war Schulz noch in Düsseldorf und Essen aufgetreten. Schließlich wird in Nordrhein-Westfalen am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Doch für zwei Termine mit Familienministerin Manuela Schwesig war er „zwischendurch“ nach MV geflogen. Denn die SPD im Land eröffnet am Wochenende offiziell den Wahlkampf. „Die Bundestagswahl wird nicht nur in Nordrhein- Westfalen gewonnen“, sagt Schulz. Bei seinem Zwischenstopp in der Hansestadt skizziert der Ex-Präsident des EU-Parlaments im Schnellverfahren seine Ziele: Nein, er werde keine Steuersenkungen versprechen. Er wolle die Bürger entlasten, in dem er Kita- und Studiengebühren abschafft. Und: Unter einem Kanzler Schulz gäbe es wieder „Vorfahrt für Investitionen“. Deutschland lebe von seiner Substanz, das würden auch die Experten des Internationalen Währungsfonds so sehen. „Wir müssen investieren – in Straßen und Schulen, Kitas und die Ausbildung von Meistern.“ Schulz will sich dabei nicht nur auf die Städte konzentrieren, sondern auf die ländlichen Räume. Die SPD habe aus Wahlen in den USA, in England und Frankreich gelernt: „Überall dort, wo die Post geschlossen wurde, haben sich in Frankreich die Stimmen für die Rechtspopulisten verdoppelt“, sagt er. Das sei nachvollziehbar: „Die Menschen fühlen sich abgehängt, vergessen.“ Das dürfe nicht sein.

Mit zwei Themen punktet er beim Rostocker Publikum ganz besonders: Die AfD bezeichnet er als „Feinde der Demokratie“, die Partei sei eine „Schande für die Bundesrepublik“. Dafür gibt es Applaus. Und: Gemeinsam mit dem neuen französischen Präsidenten Macron werde ein Kanzler Schulz Europa reformieren. Begeisterung im Saal.

In Rostock wollten sich die Spitzenpolitiker Schulz und Schwesig den Fragen der Bürger stellen. Viel Zeit blieb dafür aber nicht: Nach nur wenigen Fragen muss Schulz weiter – nach NRW. Dort wird schließlich schon am Sonntag gewählt.

Andreas Meyer

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