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Stadtmitte Kein Empfang unter dieser Nummer

Ein O2-Sendemast ist seit August 2014 defekt. Ein Unwetter soll schuld sein.

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Um mit dem Handy zu telefonieren, muss Anna Jung (23) ihre Wohnung in der Östlichen Altstadt verlassen oder sich ans Küchenfenster stellen. Der Empfang ist schlecht, weil ein Sendemast ausgefallen ist.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Seit August 2014 ist ein Sendemast des Mobilfunkanbieters O2 defekt. Seitdem können Kunden betroffener Stadtgebiete kaum bis gar nicht telefonieren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Verbraucherzentrale rät: Frist setzen und mit der Vertragskündigung drohen.

Wenn die 23-jährige Studentin Anna Jung in ihrer Wohnung in der Östlichen Altstadt telefonieren möchte, muss sie in die Küche gehen, das Fenster öffnen und sich vorbeugen, um etwas zu verstehen. „Ich höre noch das Klingeln, aber wenn ich abnehme, ist das Gespräch abgehackt und wird dann abgebrochen“, erzählt sie. Die junge Frau ist Kundin bei dem Unternehmen Telefonica, das das Mobilfunknetz O2 betreibt.

Nach OZ-Informationen habe es vor Weihnachten mehrere Störungsfälle gegeben, die aber innerhalb eines Tages behoben worden sein sollen. Bis auf einen. Der Sendemast am Dierkower Damm ist bereits seit dem 2. August 2014 defekt. Beseitigt hat den Fehler bis heute niemand. Den Angaben zufolge sind Kunden der Stadtteile Lichtenhagen, Lütten Klein, Hohe Düne, Warnemünde sowie Torfbrücke betroffen.

Doch scheinbar auch in der Altstadt und Stadtmitte. Auf Nachfrage teilte Ursula Liliana Buczek von der Telefonica-Pressestelle mit, dass das Unternehmen mit Hochdruck daran arbeite, die Station wieder vollständig instand zu bringen. Der Mobilfunkverkehr könne aber vorübergehend durch die Nachbarstationen übernommen werden. Für die Serviceausfälle macht sie das Wetter verantwortlich: „Sie sind bedingt durch Beschädigungen der Stationen aufgrund starker Unwetter.“ Doch wie lange Kunden aus den betroffenen Stadtteilen noch für den Ausfall Verständnis aufbringen sollen, ist unklar.

Insgesamt sind im Mobilfunkkataster des Amtes für Umweltschutz im Rathaus derzeit 161 Antennenstandorte registriert. Etwa 30 werden von Telefonica betrieben, 80 Standorte eigenen Angaben zufolge von Vodafone. Einige Mobilfunkanbieter teilen sich einen Mast, teilt Telekomsprecher Georg von Wagner mit. Wochenlang unverschuldet nicht telefonieren zu können — das ist ein Fall für die Verbraucherzentrale. Dabei lautet die Devise: „Es gibt grundsätzlich keinen Anspruch auf Handyempfang“, so Matthias Wins, Jurist bei der Landesverbraucherzentrale.

Erst wenn der Kunde stets erreichbar war und dann plötzlich nicht mehr, müsse das Unternehmen handeln und den „vertragsgemäßen Zustand wiederherstellen“. Er rät Kunden, dem Unternehmen eine Frist zu setzen und die Vertragskündigung anzudrohen. „Viele Kunden plagen sich wochenlang mit der Kundenhotline herum“, sagt er. Nützen würde es nichts. Dann komme es auf die Reaktion des Mobilfunkanbieters an. Wins empfiehlt, sich bei Bedarf an die Experten der Verbraucherzentrale zu wenden.

Mobilfunkanbieter Frist setzen

160 Mobilfunkmasten versorgen die Rostocker mit Handyempfang. 80 Stationen betreibt Vodafone, etwa 30 Telefonica, die für das O2-Netz verantwortlich ist. Seit August 2014 ist ein Sendemast von Telefonica am Dierkower Damm bereits defekt. Wer das nicht mehr hinnehmen möchte, sollte dem Mobilfunkanbieter per Einschreiben eine Frist setzen, um den Zustand wiederherzustellen. Die Verbraucherzentrale rät, auch mit der Vertragskündigung zu drohen.

• Beratung:
www.nvzmv.de

 



Katarina Sass

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