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Rostock Kein Platz mehr für Vereine? Beginenhof soll Kita werden
Mecklenburg Rostock Kein Platz mehr für Vereine? Beginenhof soll Kita werden
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22:00 02.03.2018
Mehr Platz für Kleinkinder: Der Beginenhof in der Südstadt wird womöglich zur Kita umgebaut. Dafür müssten viele Vereine ausziehen. Quelle: Monika Skolimowska
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Rostock

Optimisten würden wohl sagen, der Plattenbau versprüht Ostalgie. Tatsächlich macht der klobige Kasten in der Ernst-Haeckel-Straße äußerlich nicht viel her. Doch in ihm steckt bunte Vielfalt: Im Sportraum halten sich Frauen mit Yoga, Tanz und Gymnastik fit. Im Café wird geklönt. Eine Kita und eine Krabbelgruppe bringen Leben ins Haus. Traumatherapeuten kümmern sich um Opfer sexualisierter Gewalt, Fachberater helfen denen, die schon lange keinen Job mehr haben. Kultur, Bildung, Sport – all das passiert hier unter einem Dach. Doch damit soll es bald vorbei sein. Die im Beginenhof beheimaten Mitglieder des Vereins Rostocker Fraueninitiativen müssen raus. „Unser Mietvertrag läuft am 30. April 2019 nach 25 Jahren aus und wird von der Stadtverwaltung nicht verlängert“, sagt Ulrike Bartel, ehrenamtliche Vorstandsfrau des Vereins.

Der kommunale Eigenbetrieb KOE wolle das betagte Gebäude umbauen, um in der Südstadt neue Kitaplätze zu schaffen. Vorher sollen, sagt Ulrike Bartel, fast alle aktuellen Mieter ausziehen. Bleiben dürften nur das Mädchenhaus des Vereins Hütte, die Kita der WGG sowie die Krabbelgruppe des Ökohauses.

Stadt prüft mehrere Varianten

Der KOE bestätigt, dass das Gebäude in der Haeckel-Straße „perspektivisch saniert und umgebaut werden soll“. Wie, sei allerdings noch offen. Das Amt für Jugend, Soziales und Asyl habe den KOE darum gebeten, „verschiedene Sanierungs-Varianten zu prüfen, die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen gerecht werden. Diese Prüfung läuft derzeit“, teilt KOE-Sprecherin Josefine Rosse mit.

Die Stadt habe längst Alternativimmobilien für die Beratungsstellen und Vereine angeboten, sagt Ulrike Bartel, darunter Räume in Lichtenhagen, Schmarl und Warnemünde. Grundsätzlich spreche nichts gegen einen Umzug, sagt Bartel. Nur biete keines der vorgeschlagenen Objekte genug Platz, um alle Beginenhof-Mieter unterzubringen. Die Gemeinschaft sei aber wichtig. „Im Beginenhof sind über die Jahre Synergien gewachsen. Die darf man nicht auseinanderreißen.“ Zudem habe sich der Standort als Begegnungsstätte etabliert, die Leute aus der Südstadt, ganz Rostock und darüber hinaus anzieht. Diesen Status wollten die Beginenhof-Mieter eigentlich erweitern und das Haus zum Generationen-Treff aufbauen.

Kerstin Preis koordiniert die Angebote für Langzeitarbeitslose im Beginenhof. Ihr passt der Gedanke an den Auszug gar nicht. Denn: Würden Beratungsstellen wie ihre separat untergebracht, jede mit eigenem Schild an der Tür, gehe die Anonymität verloren. „Wer dann da rein geht, wird stigmatisiert. Im Beginenhof verschwinden die Leute quasi in der Masse. Keiner weiß, ob die Frau eine Mutter ist, die ihr Kind aus der Kita holen möchte oder jemand, der Hilfe braucht“, verdeutlicht sie.

Mieter wehren sich gegen Umzug

Weil sie sich allein nicht weiter zu helfen wissen, hoffen die Vereinsmitglieder auf Beistand seitens der Lokalpolitik. Ulrike Bartel und ihre Mitstreiter haben ihr Problem dem Ortsbeirat Südstadt geschildert und dessen Mitglieder wurden aktiv: Sie haben mit einem Antrag an Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) appelliert, alle Maßnahmen, die den Beginenhof betreffen, zu stoppen. Bevor dort etwas passiere, müsse eine zufriedenstellende Lösung für den Verein Rostocker Fraueninitiativen und das Problem Kitaplatzmangel gefunden werden.

Für den Beginenhof bringt der Ortsbeirat auch neue Optionen ins Spiel: Warum nicht das SBZ Heizhaus in den Beginenhof verlagern? „Man könnte eine dritte Etage obendrauf bauen“, regt Beiratsvorsitzende Kristin Schröder (Linke) an. Sie weiß um die Bedeutung des Beginenhofes. „Die Leute dort leisten tolle Arbeit.“ Allerdings würden in der Südstadt auch Kitaplätze dringend gebraucht. Der Beirat will sich nun mit KOE, Stadtverwaltung und Verein zusammensetzen, um die Zukunft des Beginenhofes zu besprechen.

AB

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