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Rostock Kinder basteln sich ihren Spielplatz
Mecklenburg Rostock Kinder basteln sich ihren Spielplatz
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00:05 12.05.2017
Regenhütte, Hängematte, Turnstange: Die zehnjährigen Schülerinnen Jodie Kadow (v.li.) und Alina Groth stellen die Ideen der Klasse 4 a der Heinrich-Heine-Grundschule in Warnemünde vor. Quelle: Fotos: Johanna Hegermann

Wenn die Stadt etwas für seine Einwohner plant, dann passiert das oft hinter verschlossenen Türen. Gestern gab es eine Zielgruppen-Befragung der besonderen Art. Rund 30 Kinder und Jugendliche aus der Heinrich- Heine-Grundschule und der Ecolea Internationalen Schule führten eine Fachdiskussion mit vier beauftragten Ingenieurbüros. Ihr gemeinsames Ziel: ein Spiel- und Erlebnisplatz im Arankawiesenpark.

Junge Warnemünder beteiligen sich an der Planung des Arankaparks / Senator will bei Erfolg Projekt ausweiten

„Wir sind viel unterwegs gewesen und haben unsere Ideen aus Zeitungen und Comics“, erzählt Jodie Kadow von der Heinrich-Heine-Schule. Gemeinsam mit Alina Groth stellt sie die ersten Ergebnisse vor.

Hängematten, Regenhütte, eine Turnstange und ein Babyspielplatz. „Wir haben uns viel Mühe gegeben“, sagt die zehnjährige Jodie. Alle Schüler sind mit Feuereifer bei der Sache. Rutschen, Baumhäuser, Kletterwände, Wasserspiele: Die Liste der Wünsche ist lang. „Ich find es sehr nett, dass sie sich unsere Stimmen anhören“, sagt der neunjährige Henneke Diekelmann, er wünscht sich eine Seil- und eine Skaterbahn.

Auch die Ecolea-Schüler haben sich mächtig ins Zeug gelegt. „Alle Ideen drehen sich um das Thema Ostsee“, sagt die 16-jährige Celina Ost. Wichtig sei ihnen gewesen, umweltfreundliche Stoffe zu nutzen und die Umgebung des Arankaparks in ihrer Planung miteinzubeziehen. In verschiedenen Gruppen haben sie einen kompletten Spielplatz geplant und gebastelt. Neben Fußballplatz und Skaterbahn wird das Herzstück des Platzes ein Rutschenturm sein, der wie ein Leuchtturm gestaltet ist.

Alle Wünsche wurden aufgelistet und die Projekte abfotografiert. Sie sind die Anregungen für die Planer. „Wir halten Bürgerbeteiligung für ganz wichtig. Jeder Planungsprozess braucht auch einen Beteiligungsprozess“, sagt Ute Fischer-Gäde, Leiterin des Grünamts. Die Warnemünder seien ohnehin sehr aktiv und auch die Kinder sollen die Chance haben, aktiv ihre Umgebung mitzugestalten.

Die Idee kam bereits vor rund zwei Jahren. Damals diskutierten mehr als 50 Teilnehmer in der Aula der Warnemünder Grundschule über eine kindgerechte Stadt. „Ich hatte versprochen, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen im Arankawiesenpark einen Abenteuerspielplatz zu entwickeln“, erzählt der Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Bei dieser Aktion spricht er nun von einem „völlig neuartigen Beteiligungsverfahren“. Für ihn ist es ein großes Experiment. „Sollte dieses Beteiligungskonzept von den Rostockern gut angenommen werden, wird es ein Rostocker Standard bei solchen Projekten“, verspricht Matthäus.

Die gestrige Aktion war für die Warnemünder ein großer Erfolg. „Riesendank schon einmal an alle, die sich bisher dafür engagiert haben. Auch für die Kollegen des Amtes sind es neu beschrittene Wege“, so Matthäus. Doch von der Idee bis zur Entstehung des Spielplatzes ist es noch ein langer Weg. Ende 2017 soll die fertige Planung vorliegen. 2018 soll der Spielplatz dann stehen und mit einem Fest eingeweiht werden.

Am 15. Juni wollen sich die jungen Planer ein weiteres Mal treffen. Dann sollen sie über die Entwürfe der Erwachsenen entscheiden und damit, welches Planungsbüro den Auftrag in die Realität umsetzen darf.

Johanna Hegermann

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