Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Kita-Plätze: Viel Kritik am CDU-Vorschlag
Mecklenburg Rostock Kita-Plätze: Viel Kritik am CDU-Vorschlag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:36 16.01.2018
Die CDU-Fraktion in Rostock will arbeitende Eltern bevorzugen und erntet harrsche Kritik. Nur in einem sind sich alle Fraktionen einig: Der Ausbau der Kita-Plätze muss vorangetrieben werden. (Symbolbild) Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Rostock

CDU-Fraktionschef Daniel Peters steht unter heftiger Kritik. Sein Vorschlag „Werktätige“ bei der Kita-Platz-Vergabe zu bevorzugen (OZ berichtete), kommt vor allem bei den anderen Rostocker Fraktionen nicht an.

„Das ist ziemlich starker Tobak. Was ist da bei Herrn Peters durch den Kopf gegangen?“, fragt der SPD-Vorsitzende Steffen Wandschneider-Kastell fassungslos. „Das bündelt die Kinder aus sozialschwächeren Familien an den Stadtrand.“ Denn laut Vorschlag der Christdemokraten will man sowohl beim Zeitpunkt der Betreuung als auch bei der Wahl der Wunsch-Kita arbeitende Eltern begünstigen. „Wir lehnen den durchschaubaren Versuch verschiedene soziale Schichten gegeneinander auszuspielen ab“, ergänzt auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thoralf Sens. Laut SPD gebe es ohne den jahrelangen Widerstand der CDU im Bund gegen den Ausbau von Kitas dieses Problem nicht.

Auch Grünen-Chef Uwe Flachsmeyer empfindet den Vorstoß der Christdemokraten als „unsozial und im Übrigen auch unchristlich.“ Frühkindliche Bedeutung sei von höchster Bedeutung. „Fakt ist, wir brauchen mehr Kita-Plätze, daran sollen wir arbeiten, statt an einer weiteren sozialen Spaltung.“ Dem stimmt auch Eva-Maria Kröger von den Linken zu, die den Vorschlag der CDU ebenfalls als „unsozial“ abtun. Sie fragt sich, wie man beispielsweise mit Eltern umgehen würde, die in der Ausbildung sind oder zu Hause bleiben, weil sie Angehörige pflegen? „Sie zahlen häufig auch keinen Kita-Beitrag und würden benachteiligt werden, wenn der CDU-Vorschlag umgesetzt werden würde“, bemerkt die Linken-Chefin.

CDU verteidigt Vorschlag

Daniel Peters kann diese Einwände nicht verstehen: „Die Kritiker sollen sich mit der Wirklichkeit in unserer Stadt auseinandersetzen und sich weniger hysterisch verhalten. Wir kümmern uns um die Sorgen der Bürger, nicht um Sozialparolen.“ Nur in einem Punkt sind sich die Kommunalpolitiker alle einig: Rostock benötigt mehr Kita-Plätze.

Johanna Hegermann

Mehr zum Thema

Nach fünf Tagen intensiver Sondierungen wollen Union und SPD ein Ergebnis präsentieren. Die schwierigsten Punkte haben sie sich für den Abschlusstag übrig gelassen. Und das sind nicht gerade wenig. Klappt es oder nicht? Und vor allem: Was kommt dann?

11.01.2018

Bereits jetzt greift die neue Elternentlastung des Landes.Träger strecken die Mittel der Landesregierung vor.

12.01.2018

Auf dem Papier gibt es in Rostock genügend Kita-Plätze, die Realität sieht aber anders aus: Viele berufstätige Eltern warten monatelang auf einen freien Platz. Die CDU will das nun ändern - und Werktätige bei der Platz-Vergabe bevorzugen.

24.01.2018

Ein 10-Jähriger ist am Montag auf dem Rostocker Schäferteich eingebrochen. Das Eis war noch zu dünn. Die Polizei warnt davor, gefrorene Seen und Eisflächen zu betreten.

15.01.2018

Der Außenbahnspieler wechselt zum Ligakontrahenten SG Sonnenhof Großaspach.

15.01.2018

Hansa hat die Vorbereitung mit einem 2:1 gegen den dänischen Klub Sønderjysk abgeschlossen. Die Stammelf steht.

15.01.2018