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Klaus Lass an der Spitze der Touristen

Warnemünde Klaus Lass an der Spitze der Touristen

Der 66-jährige Stadtführer sorgt für Unterhaltung und lässt auch „Besserwisser“ zu Wort kommen

Warnemünde. Was er nicht will, weiß Klaus-Dietrich Lass genau: „Zu Hause rumsitzen und auf Anweisungen warten“, sagt er. Deswegen findet man ihn nun wieder oft im Ortsbild von Warnemünde, zu dessen Bestandteil er auch schon etwas geworden ist: Klaus-Dietrich Lass ist Stadtführer und erklärt den Touristen Warnemünde und auch Rostock.

 

OZ-Bild

Als Latüchtenwärter ist Klaus-Dietrich Lass regelmäßig in Warnemünde unterwegs und zeigt seinen Heimatort.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Zu seinem Job ist der 66-Jährige bei einer Familienfeier gekommen. „Als meine Frau ein Familientreffen organisiert hat – und meine Frau hat eine große Familie – bin ich für den kulturellen Teil zuständig gewesen und habe die Gesellschaft durch Rostock geführt. Das hat allen gefallen.“

Um das allerdings als Profi zu machen, wurde es „richtig hart“. Lass hatte davon erfahren, dass der Stadtführerverein neue Leute suchte, bewarb sich und musste richtig büffeln. „Das ging über zwei Monate, da haben wir mit einem Geschichtsprofessor die Stadthistorie gelernt und die Geschichte der Hanse. Und nun ist Klaus-Dietrich Lass richtig fit und so schnell kann ihm keiner das Wasser reichen.

„Es sind immer Schlaumeier darunter“, sagt er, „wenn man eine Gruppe durch das Seebad führt, aber die muss man ein bisschen loben und einbeziehen, dann geht das schon“, sagt Lass. Er freut sich vor allem, wenn er Führungen im Ostseebad Warnemünde hat. „Dann muss ich nicht nach Rostock fahren“ – und sein Kostüm kann er auch nutzen. Der Stadtführer tritt als Warnemünder Latüchtenwärter auf. Und das ist selbst in Warnemünde eine Respektsperson. „Denn der Latüchtenwärter war früher ein Beamter“, weiß Klaus-Dietrich Lass,und in Warnemünde wurde er tätig, als das Seebad die alten Straßenlaternen der Rostocker bekommen hatten, weil die auf Gasleuchten in den Straßen umgestiegen waren.

Mit der Figur kommt er bei den Gästen an. Und es gibt Nachfragen, „ob ich die Führung auch auf Plattdeutsch machen kann“, sagt Lass. Kann er, schließlich war er früher Mitglied der Folkgruppe De Plattfööt, heute zieht Laas allein über die Feste der Region. Daher weiß er auch, wie man ein Publikum in Bann ziehen kann. Zumal Lass als Teilnehmer an verschiedenen Stadtführungen klar geworden ist: „Es hat gar keinen Zweck, einfach nur Jahreszahlen herunterzurasseln, das interessiert die Leute nicht und sie können auch nichts damit anfangen.“ Der Tourist komme nicht, „um etwas zu lernen, sondern um sich zu vergnügen“.

Manche Touristen brauchen Klaus-Dietrich Lass gar nicht. Der Stadtführer kann sich an eine Gruppe japanischer Kreuzfahrtgäste erinnern, die ursprünglich er führen sollte: „Da wurde ich nur begrüßt, den Rest hat die Reiseleiterin erzählt, und ich habe nur gedacht: Hoffentlich stimmt das alles.“

Ungefähr 50 Gruppen führt der Warnemünde jährlich durch die Hansestadt und durch das Seebad. Wenn er auch seine Touren für spezielle Gruppen „oder auch nur zur Auflockerung von Kongressen anbietet, ist das doch insgesamt weniger geworden“, sagt Lass, „aber ich will nicht jammern.“ Das ist klar, dafür hat er zu viel Freude an seinen Touristen.

Stadtführungen in vielen Sprachen – auch auf Plattdeutsch

Rostocks Stadtführer sind im Stadtführerverein organisiert, den es nun schon seit über 25 Jahren gibt und der rund 50 aktive Mitglieder hat. Stadtführungen werden angesichts des internationalen Tourismus in der Hansestadt Rostock in vielen Sprachen angeboten. Die Leistungen der Stadtführer können bei der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde gebucht werden. Im Angebot sind Stadtführungen sowohl für Reisegruppen als auch für Individualtouristen. Dabei gehen die Stadtführer auch auf besondere Themen ein und offerieren in Warnemünde die Führung Warnemünde zwischen Luv und Lee. Aktuell geht der Stadtführerverein auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation ein und hat entsprechende Stadtrundgänge in seine Programmgestaltung aufgenommen.

Michael Schißler

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