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Rostock Kleingärtner in Lütten Klein streiten um ein Tor
Mecklenburg Rostock Kleingärtner in Lütten Klein streiten um ein Tor
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00:00 18.04.2013
Noch ist der westliche Durchgang der Kleingartenanlage „Kopenhagen“ offen. Wird das Tor zugeschweißt, müssen Kleingärtner der Vereine „Oslo“ und „Helsinki“ Umwege auf sich nehmen. Fotos (2): Jens Barkhorn Quelle: Jens Barkhorn
Lütten Klein

Kleingärtner in Lütten Klein sind verärgert. Grund dafür ist ein Weg, der durch die Anlage „Kopenhagen“ führt. Dieser soll nun für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Nachbarn sind aufgebracht. Die Pächter der beiden Kleingartenanlagen „Oslo“ und „Helsinki“ wollen das Durchgangstor erhalten, das in die benachbarte Anlage „Kopenhagen“ und damit unmittelbar in den Stadtteil Lütten Klein führt. „Wir müssten sonst einen Umweg über Lichtenhagen-Dorf machen“, sagt Bernhard Hanke, Mitglied des Vereins „Helsinki“.

Am südwestlichen Rand des Stadtteils gibt es vier Kleingartenanlagen mit mehr als 800 Parzellen. Hobbygärtner der Anlagen „Kopenhagen“ und „Gedser“ können über die Ostseeallee zu ihren Lauben gelangen. Mitglieder der Vereine „Oslo“ und „Helsinki“ kommen aber nur über den Sievershäger Weg zu ihren Gärten.

Der Durchgang in der Kleingartenanlage „Kopenhagen“ ist seit etwa 35 Jahren die einzige Abkürzung, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf schnellstem Wege in das Wohngebiet Lütten Klein zu gelangen.

Jetzt soll ein Durchgangstor zu den beiden westlich gelegenen Anlagen zugeschweißt werden.

Siegfried Methke will auch weiterhin den Durchgang nutzen und beruft sich auf Gemeingebrauch, der im Wegerecht festgehalten sei. „Das gilt ja auch für Friedhöfe, und auch die können privat sein“, so Methke.

Doch nicht nur Kleingärtner nutzen die Abkürzung. Vor allem Schüler aus Lichtenhagen-Dorf würden so ihren Weg zum nahe gelegenen Erasmus-Gymnasium verkürzen. „Es geht da ja auch um Verkehrssicherheit“, sagt Kleingärtner Walter Stegemann. Denn anstatt die südliche Verlängerung des Evershäger Weges und den Durchgang durch die Kleingartenanlage „Kopenhagen“ zu nutzen, müssten die Schüler einen Umweg von fast zwei Kilometern auf sich nehmen.

Diese Strecke sei nicht nur den Schülern nicht zuzumuten, sagt Siegfried Methke: „Der Umweg fällt den alten Leuten schon schwer.“

Für den Geschäftsführer des Rostocker Verbandes der Gartenfreunde, Michael Kretzschmar, ist die Sachlage hingegen eindeutig: „Das ist ein Privatweg, und der Eigentümer entscheidet, was damit gemacht wird.“ Auslöser sei gewesen, dass viele Radfahrer dort durchgefahren seien und wenig Rücksicht genommen hätten. „Da haben sich viele beschwert“, so Kretzschmar.

Solche Streitigkeiten sind für den Verbands-Geschäftsführer nichts Neues. Einen ähnlichen Streit hätte es bereits bei einer Kleingartenanlage in Evershagen gegeben. „Da hatten sich auch viele aufgeregt, aber das hatte sich am Ende ziemlich schnell beruhigt“, erinnert sich Kretzschmar.

Jens Barkhorn