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Rostock Klimareport: MV heizt sich auf
Mecklenburg Rostock Klimareport: MV heizt sich auf
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18:44 11.09.2018
Badespaß am Strand von Warnemünde. Experten des Deutschen Wetterdienstes warnen: Das Klima werde sich in Mecklenburg-Vorpommern weiter verändern, hin zu längeren Dürreperioden im Sommer und zu mehr Regen im Winter. Dagegen müsse etwas unternommen werden. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Energieminister Christian Pegel (SPD) hat am Dienstag in Schwerin den ersten Klimareport für MV vorgestellt. Die Daten sind alarmierend. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881  habe sich die Durchschnittstemperatur in MV um 1,3 Grad Celsius erhöht, erklärt Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes, der den Report erstellt hat. „Es gibt mehr Sommertage und weniger Frosttage“, so Becker. Der Jahresniederschlag habe sich um fast neun Prozent erhöht - allerdings mit Schwerpunkt Winter. Die Trockenperioden im Sommer nähmen zu. Ein Trend, der sich auch in kommenden Jahrzehnten fortsetzen werde.

Jahresmittelwert: So warm war es durchschnittlich in MV

Um weitere bis zu 1,4 Grad Celsius könne die Temperatur in MV bis zum Jahre 2050 steigen, heißt es im Report. Wird nicht gegengesteuert, wären bis 2100 sogar 3,7 Grad mehr drin. Der Mensch habe am Klimawandel erheblichen Anteil. Durch Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle entstünden große Mengen Kohlendioxid, die in die Atmosphätre gehen. Durch Abholzung von Wäldern und Versiegelung von Flächen verändere der Mensch die Landnutzung, was ebenfalls auf das Klima wirke.

Heiße Tage: An so vielen Tagen im Jahr war es mindestens 30 Grad Celsius in MV.

Noch mehr Hitze, Stürme und Dauerregen? „Wir müssen uns auf weitere Klimaänderungen einstellen“, sagt Pegel. Wie stark diese ausfallen, hänge davon ab, wie ernsthaft Klimaschutz betrieben wird. „Ein Weitermachen wie bisher kann keine Option sein“, so Pegel. Er plädiert für einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Weg, den MV bisher gegangen sei, sei richtig. Allerdings fehle es zum Beispiel an Speicherkapazitäten für gewonnene Energie. Von der Bundesregierung fordert Pegel  „langfristige, stabile und klare Rahmenbedingungen für den Ausbau insbesondere der Windenergie an Land und auf See“ sowie Förderung von Speichertechnologie.

Sommertage: An so vielen Tagen im Jahr war es in MV mindestens 25 Grad heiß.

Auch der Ostsee gehe es durch Klimaveränderungen nicht gut, sagt Prof. Ulrich Bathmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde. Neben erhöhten Temperaturen sei die Überdüngung ein Problem. Ergebnis: Biomasse werde verstärkt produziert, Sauerstoff zu Mangelware.

Kalte Tage: An so vielen Tagen im Jahr lag die Temperatur unter 0 Grad Celsius in MV.

Frank Pubantz