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Rostock Kneten und Basteln für den eigenen Schulgarten
Mecklenburg Rostock Kneten und Basteln für den eigenen Schulgarten
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02:50 30.10.2014

Den Pflanzen beim Wachsen zusehen und ernten, was mit eigenen Händen angebaut wurde: Das ist das Ziel von Lasse Siebels. Der Lehrer einer Diagnose-Förderklasse an der Grundschule Lütt Matten in Lütten Klein und seine Kollegin Irena Turner wünschen sich einen Schulgarten für die Klassen 1 bis 4 und haben sich deshalb bei der Aktion „Gartenkinder“ beworben. Dieser Wettbewerb um einen professionellen Schulgarten wird getragen von der OSTSEE-ZEITUNG, Grönfingers, Alpina, vom Verband der Gartenfreunde Rostocks und vom Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau MV.

„Als ich in der OZ die Ausschreibung gesehen habe, habe ich die Idee in der Lehrerkonferenz vorgestellt. Dort stieß ich auf begeistertes Interesse“, erzählt der junge Lehrer. In wenigen Wochen bastelten, klebten, schnitten und kneteten die Grundschüler ein Modell, mit dem sie die Jury überzeugen wollen. „Wir haben die Frühblüher gebastelt. Das sind Blumen wie Krokusse, die ganz als Erstes wachsen“, weiß Eddy aus der ersten Klasse. Gemeinsam mit seinen Mitschülern will er später — im echten Schulgarten — Blumensamen säen und pflücken. Die zweite Klasse wird sich um die Nutzpflanzen kümmern, weil das ein Thema im Unterricht sein wird. Kartoffeln, Mohrrüben, Zuckerrüben, Zwiebeln und Gurken sollen dann aus der Erde sprießen. Alles rund um Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Dill bleibt der dritten Klasse vorbehalten. Die Viertklässler werden sich dann dem Thema Getreide widmen. „Wir wollen den Schulgarten themenbezogen in den Unterricht mit einbinden“, so Siebels.

Kartoffeln würden sich zum Beispiel für den Kartoffeldruck im Kunstunterricht eignen. Reinen Schulgartenunterricht, wie er noch bis kurz nach der Wende existierte, gebe es nicht mehr. Kinder würden heute vor allem mit virtuellen Spielgeräten aufwachsen. „Ein Schulgarten entschleunigt. Die Kinder brauchen unheimlich viel Geduld, bis aus einem Samenkorn etwas sprießt“, so Siebels. Die Eigenschaft könnten sie auch mit in den Unterricht nehmen.

Weitere positive Nebeneffekte: Verantwortung übernehmen für das, was mit den eigenen Händen angebaut wurde. „Außerdem lernen die Kinder Pflanzen als Lebewesen zu schätzen“, zählt Siebels auf.

Gewinnen die „Lütt Matten“ den Schulgarten, dann käme dafür eine Fläche neben dem Schulhof infrage. Eine andere Möglichkeit wäre eine Parzelle in der nahe gelegenen Kleingartenanlage, die nur fünf Minuten entfernt ist.



Katarina Sass

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