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Rostock Koggen leben die alte Hansezeit
Mecklenburg Rostock Koggen leben die alte Hansezeit
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13:42 09.08.2018
Die „Ubena von Bremen“ ist eine Rekonstruktion eines 1962 in der Weser gefundenen Wracks. Quelle: Herbert H. Boehm
Rostock

Die Rahsegel nehmen Kurs auf Rostock. Vier Nachbauten historischer Koggen werden zur Hanse Sail an der Silo-Halbinsel festmachen. Passend zum 800. Geburtstag der Hansestadt Rostock vermitteln die Schiffe den Besuchern und Mitfahrern einen Eindruck der Seeschifffahrt des Mittelalters. „Die größte Flotte des Ostseeraums war einst in Rostock registriert“, erklärt Hanse-Sail-Chef Holger Bellgardt. „Schifffahrt, Schiffbau und Seehandel haben seit eh und je wesentlich zur Entwicklung der Ostseemetropole beigetragen.“

Bis Ende des 14. Jahrhunderts galten Koggen mit Tragfähigkeit von bis zu 200 Tonnen als der wichtigste Schiffstyp der Hanse. In den Folgejahren wurden die Koggen zunehmend vom bauähnlichen Holk und später von der Kraweel abgelöst. Holke konnten im 15. Jahrhundert Lasten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 350 Tonnen transportieren. Die Kraweel zeichnet sich durch eine Beplankung mit glatt aneinanderstoßenden Kanten aus, während Koggen und Holke in sogenannter Klinkerbauweise mit überlappenden Planken gebaut wurden.

Fünf Hanseschiffe haben derzeit ihren Heimathafen in Deutschland und werden von Betreiber- und Fördervereinen geführt. Drei Koggen - „Wissemara“, „Kieler Hansekogge“, „Ubena von Bremen“ - sind auf der Hanse Sail zu Gast. Nicht mit dabei ist auf dieser Hanse Sail die Kraweel „Lisa von Lübeck“.

Die Pommernkogge „Ucra“ wird voraussichtlich im Jahr 2019 zum ersten Mal überhaupt die Hanse Sail in Rostock ansteuern. Das 26 Meter lange Schiff wurde im Ukranenland in Torgelow gebaut und liegt seit 2014 im Stadthafen von Ueckermünde.

„Wissemara“

Die knapp 32 Meter lange „Wissemara“ wurde in den Jahren 2000 bis 2005 auf dem Hafengelände in Wismar gebaut. Grundlage für den Nachbau war ein Wrackfund in der Nähe der Insel Poel, die „Poeler Kogge“. Ihre Jungfernfahrt führte die „Wissemara“ am 9. August 2006 zur Hanse Sail nach Rostock. Das 8,50 Meter breite Schiff ist mit einem 32 Meter hohen Mast ausgestattet. Betrieben wird es vom Förderverein „Poeler Kogge“.

„Kieler Hansekogge“

Der Nachbau der „Kieler Hansekogge“ in den Jahren 1987 bis 1989 war ein Forschungsprojekt der Hansestadt Kiel, der TU Berlin und des Bundesforschungsministeriums. Die 23 Meter Rekonstruktion beruht auf dem Fund einer gut erhaltenen Kogge im Schlick der Wesermündung im Jahr 1962. Das als „Bremer Kogge“ bezeichnete Original wurde auf 1380 datiert und ist heute im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven zu besichtigen.

„Ubena von Bremen“

Auch die „Ubena von Bremen“ ist ebenso wie die „Kieler Hansekogge“ eine Rekonstruktion des 1962 in der Weser gefundenen Wracks. Die „Ubena von Bremen“ wurde in den Jahren von 1988 bis 1991 gebaut. Das Schiff hat seinen Liegeplatz im Bremerhavener Fischereihafen. Es ist etwa 23 Meter lang und knapp acht Meter breit. Der Mast misst knapp 24 Meter. Das Rahsegel hat eine Fläche von bis zu 200 Quadratmeter.

Meyer Axel

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