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Rostock Plattenbauviertel brauchen endlich mehr Aufmerksamkeit
Mecklenburg Rostock Plattenbauviertel brauchen endlich mehr Aufmerksamkeit
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08:51 13.10.2018
Kommentar von Gerald Kleine Wördemann zur Segregation Quelle: Montage: Cassandra Voigt / dpa
Rostock

Touristen lieben die Altstädte von Schwerin und Rostock, genießen das Flair in Warnemünde. In die Plattenbauviertel dieser Städte verlieren sich Urlauber dagegen selten. Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung haben festgestellt, dass die soziale Trennung hier stärker fortgeschritten ist als in allen anderen der über 70 untersuchten Städte. Reich und Arm wohnen fast nie Tür an Tür.

Das war nicht immer so. Ab 1990 kippte die soziale Mischung in den Neubauvierteln. Dabei ist es geblieben. Großer Dreesch in Schwerin, Rostock-Groß Klein auf der einen Seite, Altstadt, Paulsstadt, KTV auf der anderen. Im Alltag ist es normal, dass mit der Nennung des Wohnviertels eine soziale Einordnung einher geht, auch wenn das nicht jeder offen zugeben würde.

Auch andere Städte haben ihre feineren und ihre einfacheren Viertel. Das Besondere an Schwerin und Rostock ist das Ausmaß. In Rostock wohnt jeder Zweite in der Platte. In der Kommunalpolitik kommen die Neubauviertel meist nur vor, wenn soziale Einrichtungen eröffnet werden. Das reicht nicht, um das angeschlagene Image aufzubessern. Die Plattenviertel brauchen dringend mehr Aufmerksamkeit. Schließlich geht es um die halbe Stadt.

Gerald Kleine Wördeman

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