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Konjunktur für die Heimatliteratur

Warnemünde Konjunktur für die Heimatliteratur

Die Warnemünder greifen gern zu geschichtlichen Büchern / Werke zu Werften gesucht

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Sabine Sandig zeigt die große Auswahl an Büchern mit lokalen Themen. Sowohl Touristen als auch Einheimische fragen danach. Geschichtliche Werke verkauft die Buchhändlerin ständig.

Quelle: Foto: Michael Schissler

Warnemünde. Warnemünde, Warnemünde und noch einmal Warnemünde – das ist der Trend, der sich in der Buchhandlung Krakow Nachfolger am Kirchenplatz abzeichnet. „Im Winter ist die Regionalliteratur eine unserer stärksten Warengruppen“, sagt Buchhändlerin Sabine Sandig. „Das Interesse der Einheimischen wie auch der Urlauber an der Region und am Seebad steigt stetig.“

Auch wer neu nach Warnemünde zieht, „will die Stadt kennenlernen und greift zum Buch mit regionalem Bezug.“

„Eine Liste mit Bestellungen liegt bei uns für ,Straßen von Warnemünde’ vor“, sagt Sabine Sandig, man warte auf die neue Auflage. Da konnte nun aber gleich Professor Dr. Horst D. Schulz berichten, dass sich die Versorgungslage entspannt. Der Band, der in Zusammenarbeit mit dem Warnemünder Fotografen Wolfhard Eschenburg entstand, ist als Fortdruck der zweiten Auflage wieder verfügbar und liegt in der Buchhandlung Krakow am Kirchenplatz wie auch an der Kasse des Heimatmuseums Warnemünde wieder zum Verkauf bereit. Die „Straßen von Warnemünde“ sind mindestens ebenso ein lokaler Bestseller wie „Warnemünde vor 200 Jahren“, ebenfalls aus der Feder von Horst D. Schulz.

Oft greifen die Kunden in der Buchhandlung auch nach dem Bildband „Seehafen Rostock“ von Uwe Jacobshagen. „Die Bilder darin zeigen den Hafen, wie ihn nur wenige von uns sehen können“, sagt Sabine Sandig. „Man kann die Bilder auf sich wirken lassen und dies einfach nur genießen“, sagt die Buchhändlerin. „Gekauft wird der Band von ehemaligen Mitarbeitern im Hafen und auf den Werften“, hat Sabine Sandig beobachtet, und dabei auch festgestellt, „dass es für dieses Thema noch viel mehr Bedarf gibt“, als Bücher in ihren Regalen stehen.

Sie richtet ihren Wunsch nach Hafen- und Werftliteratur in Richtung der lokalen Geschichtsforscher und der Verlage. Mag sein, dass sich demnächst einer dieser Materie annimmt, wenn der Ausbau des früheren Werftbeckens in Warnemünde zum Mehrzweckhafen beginnt.

„Ein Klassiker der regionalen Literatur ist und bleibt ,40 aus 800’“, sagt Sabine Sandig über das Buch des früheren Rostocker Oberbürgermeisters Henning Schleiff, in dem er sich mit 40 Jahren DDR in der 800-jährigen Stadtgeschichte auseinandersetzt. „Die Leser schätzen daran die kurzen Informationen zur Geschichte“, sagt Sabine Sandig, während sich die Kundschaft bei den drei Bänden des Rostocker Albums mehr über das Bildmaterial freut.

Immer wieder wird in der Buchhandlung Krakow Nachfolger auch „Rostock, mein Arkadien“ verlangt. „Das ist ein Buch, das Rostock als Stadt der Literatur darstellt“, erläutert Sabine Sandig.

Gleichzeitig gibt es natürlich einen Einblick in die Stadt. Vertreten sind moderne Schriftsteller wie Frank Schlößer, Hans Fallada, Erich Kästner, Walter Kempowski und Erik Neutsch. „Das alles ist ein Überblick über die Literatur und ein sehr interessantes Lesebuch, unterhaltsam und abwechslungsreich.“ Das scheint sich auch unter den Warnemündern herumgesprochen zu haben.

Nachgefragt wird zudem immer wieder auch „Der Rebell von St. Petri“, der Roman um den Reformator Joachim Slüter, nach dem in Warnemünde die Rockoper zum Reformationsjubiläum entstand. Aber auch das wissenschaftliche Werk „Joachim Slüter – Die Reformation in Rostock“ findet seine Fans.

Michael Schißler

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