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Rostock Konzert mit erfreulicher Qualität
Mecklenburg Rostock Konzert mit erfreulicher Qualität
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00:00 08.05.2017

Nach wie vor erfreuen sich die Hochschulorchesterkonzerte in der HMT großer Beliebtheit bei Rostocker Klassikfreunden, so dass sie an zwei Tagen stattfinden; am Anfang eines jeden Semesters kann man hier für moderates Geld beliebte sinfonische Programme aus dem Repertoire erleben, in erfreulicher Qualität von Instrumental-Studierenden, die sich hier im Orchesterzusammenspiel trainieren, und aufstrebenden Jung-Solisten, meist geleitet vom zuständigen Dirigierprofessor Christfried Göckeritz.

Diesmal stand ein Student am Dirigentenpult, Robin Portune (25), der bei Göckeritz und dem Schweriner GMD Daniel Huppert das Handwerk an der HMT erlernt und der mit einem rein russischen Programm hier seine Bachelor-Prüfung ablegte, die er wohl unfallfrei bestanden hat.

Am Anfang gab es Glinkas Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmilla“ (1842), mit hohem Tempo, straff und temperamentvoll, nur das Blech zu dominant. Dann begleitete er den ukrainischen Pianisten Vasil Kotys (33), noch Meisterschüler bei Matthias Kirschnereit, den Rostockern aus mehreren anspruchsvollen Klavierkonzerten bekannt, im 3. Klavierkonzert (1921) von Prokofjew: frech, rasant und rabiat, ja manchmal brachial, wie ein heftiger Wind der durch muffige Stuben fegt, in seinen laueren Lüften noch mit Ironie; von Kotys, der kein extrovertierter Vordergrund-Pianist ist, spieltechnisch eine virtuose Hochleistung, gemeinsam mit Portunes flinkem und farbenreichem Orchester war das ein dynamisches Vergnügen.

Die geistige Herausforderung des Abends aber war Tschaikowskis große Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 (1877) mit ihrem schwermütigen Fatalismus, mit schwärmerischem Träumen und Sehnen, mit plakativer Sieghaftigkeit, die zu auftrumpfend ist, um wirklich zu erlösen. Portune entschloss sich, fast wie noch im Lichte Prokofjews, für eine leicht kühle Gestaltung, kraftvoll und sachlich, zügig durchmusiziert und buchstabengetreu, ohne die typische erhitzte Emphase und klanglich ohne breiten romantischen Saum, aber so auch ohne die abgründige Melancholie. Dies ergab, das Orchester sorgfältig und inspirierend geführt, ein großformatiges Bild leicht gebremster Großartigkeit.

OZ

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