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Rostock Krängungstest für Traditionsschiff Santa Barbara Anna
Mecklenburg Rostock Krängungstest für Traditionsschiff Santa Barbara Anna
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19:05 08.11.2018
Beim Krängungstest wird die "Santa Barbara Anna" auf der Tamsen-Maritim-Werft mittels Gewichten in leichte Schräglage versetzt. Vorher messen Mitarbeiter den Tiefgang. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Ein Traditionsschiff steht schief. Am Donnerstag versetzte die Crew der Santa Barbara Anna den Großsegler künstlich in eine Schräglage. Mit diesem sogenannten Krängungstest wurde die Fähigkeit zur Wiederaufrichtung getestet. Hintergrund: Seit März gelten neue Sicherheitsbestimmungen für Traditionsschiffe – darunter Vorgaben zur baulichen Beschaffenheit, zum Brandschutz und zur Stabilität bei starker Neigung.

Durchgeführt wurde der Krängungsversuch von Mitgliedern des „Bramschot e. V.“ Die Stammcrew der Santa Barbara Anna gründete den gemeinnützigen Verein 2013. Seit 2014 sind sie Betreiber des Großseglers. „Wir wollen das traditionelle Handwerk und die Arbeit mit Segelschiffen erhalten und an kommende Generationen weitergeben“, sagt Vereinsvorsitzender Olaf Kalweit. Um dem Ziel weiterhin nachgehen zu können, musste der Verein den Sicherheitsrichtlinien des Bundesverkehrsministeriums nachkommen. Dafür arbeiteten die Mitglieder mit der Bundesgenossenschaft Verkehr, der Tamsen-Maritim-Werft und dem Ingenieurbüro Kölpin zusammen.

Für den Test hob ein Kran vier jeweils eine Tonne schwere Blöcke auf das Schiff, die es in eine leichte Schieflage brachten. Auf dem Segler angebrachte Geräte maßen die Neigung. Das Ingenieurbüro Kölpin wertet die Daten aus und erstellt eine Stabilitätsberechnung, die als Grundlage für ein Sicherheitszeugnis dient. „Ob das Schiff beladen oder nicht beladen ist, ob Menschen alle auf einer Seite des Schiffes stehen, was bei starkem Wind passiert: Das wird alles aus den Messwerten berechnet“, erzählt Peter Paul, zum Diplom-Ingenieur ausgebildeter Kapitän und Vereinsmitglied.

Beim Krängungstest wird die "Santa Barbara Anna" auf der Tamsen-Maritim-Werft mittels Gewichten in leichte Schräglage versetzt. Jörg Westphal (l.) und Klaus Apel helfen bei der Einrichtung der tonnenschweren Gewichte. Quelle: OVE ARSCHOLL

Vereinsführung war vorbereitet

Die neue Sicherheitsverordnung löste schon während der lang andauernden Erstellung Protest unter Betreibern von Traditionsschiffen aus. Diese auf den geforderten Stand zu bringen und die Mannschaften entsprechend auszubilden, wäre für viele Vereine nicht finanzierbar, so der Tenor. Nach Neuverhandlungen konnten sich alle Seiten auf einen Entwurf einigen, der im März unterzeichnet wurde. Zudem stellte der Bund den meist ehrenamtlichen Betreibern Fördermittel in Höhe von 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Vereinsführung des Bramschot e. V. war auf die Änderungen vorbereitet. „Wir wussten, was da irgendwann auf uns zukommt. Deshalb haben wir früh mit Umbauten angefangen und die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilt. Fördermittel mussten wir also nicht beantragen“, so Vereinsvorsitzender Kalweit. Der Verein habe schon vor vier Jahren begonnen, die Santa Barbara Anna an die aktuellsten Sicherheitsstandards anzupassen. Beispielsweise wurde die Reling erhöht, damit niemand mehr herüberfallen kann. Die ursprüngliche Bauart kam dem Schiff dabei zugute. „Das wurde ursprünglich als Trawler für Fischerei auf dem Eismeer gebaut und war entsprechend sicher gebaut. Viel mussten wir für die Sicherheit nicht ändern“, sagt Kalweit.

Beim Krängungstest wird die "Santa Barbara Anna" auf der Tamsen-Maritim-Werft mittels Gewichten in leichte Schräglage versetzt. Kranführer Mario Lobitz manövriert die Gewichte. Quelle: OVE ARSCHOLL

Zufriedenstellende Messwerte

Der Verein ist zufrieden mit dem Krängungstest. „Wir rechnen erst in 10 bis 14 Tagen mit den Ergebnissen der Auswertung aber die Messwerte waren sehr gut“, sagt Vereinsmitglied Siegfried Prochnow. Er ist für die Organisation der Bauarbeiten am Schiff zuständig. Aktuell geht Prochnow davon aus, dass man den Sicherheitsrichtlinien gerecht wird. „Die Arbeiten der letzten Jahre kamen dem Schiff zugute. Das Ergebnis sollte also nicht schlechter ausfallen, als beim letzten Krängungstest im Jahr 2000.“

Das traditionsreiche Schiff hat eine lange Geschichte hinter sich. 1951 an der mittelenglischen Ostküste gebaut, war es viele Jahre im Nordatlantik für Hochseefischfang unterwegs. Nach mehreren Verkäufen und Umbauten legte das Schiff 1995 das erste Mal in Rostock an. Der Verein Odin 1 e. V. übernahm bis 2013 die Instandhaltung, bevor Bramschot e. V. Betreiber wurde. Aktuell liegt das Schiff im Winterlager. Ab April nächsten Jahres segelt die Santa Barbara Anna wieder auf der Ostsee.

Anh Tran

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