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Rostock Krematorium muss erweitert werden
Mecklenburg Rostock Krematorium muss erweitert werden
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00:01 13.02.2018
Ein Sarg wird im Krematorium auf dem Neuen Friedhof in den Ofen geschoben. Quelle: Foto: Hartmut Klonowski
Gartenstadt

Das Rostocker Krematorium soll im Jahr 2020 modernisiert werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist der Grund dafür die wachsende Nachfrage nach Feuerbestattungen. So seien im Krematorium im vergangenen Jahr knapp 3800 Einäscherungen durchgeführt worden. „Wir sind damit am Limit“, sagt Stefan Geers, Leiter der Abteilung Friedhöfe beim Rostocker Grünamt. Auch gehe es darum, den modernen Ansprüchen und Wünschen bei Bestattungsritualen gerecht zu werden.

Immer mehr Menschen aus Rostock und Umgebung wählen eine Feuerbestattung

Einäscherung kostet 240 Euro

84 Erdbestattungen hat es im Jahr 2017 auf den drei Rostocker Friedhöfen gegeben. Dem stehen 1830 Feuerbestattungen gegenüber.Insgesamt sind im Rostocker Krematorium im vergangenen Jahr knapp 3800 Einäscherungen durchgeführt worden.

Die Gebühr für eine Erdbestattung beträgt 940 Euro und für eine Urnengrabstelle mit zwei Urnen 450 Euro. Die Einäscherung

kostet 240 Euro.

Derzeit kann aus baulichen Gründen immer nur einer von zwei Öfen im Rostocker Krematorium betrieben werden. „Die beiden Öfen teilen sich eine Wegstrecke mit Umlenkkammer, Kühlung, Filtern und Festbettadsorber“, sagt Stefan Geers. Dies sei bereits seit der Inbetriebnahme des Krematoriums vor rund 20 Jahren der Fall. Zu Verzögerungen bei Bestattungen sei es bisher noch nicht gekommen.

„Grundsätzlich sind beide Einäscherungsöfen im Krematorium voll einsatzfähig“, betont Geers. Eine Leichenverbrennung dauere im Durchschnitt 45 Minuten.

Erhöhter Dioxin-Wert

Entgegen anderslautender Medienberichte habe das Krematorium in den vergangenen Jahren stets die Feinstaubgrenzwerte eingehalten. So habe der Gesamtstaubwert im Jahr 2017 bei unter zwei Milligramm je Kubikmeter gelegen. Der Grenzwert beträgt zehn Milligramm je Kubikmeter.

Bei der Emissionsmessung im Jahr 2016 sei jedoch ein erhöhter Wert des krebserregenden Dioxins festgestellt worden. „Daraufhin wurden mit Wartung und Reparatur entsprechende Maßnahmen eingeleitet“, sagt Geers. In der darauf folgenden Messung habe es dann keine Grenzwertüberschreitungen mehr gegeben.

Für die Planung der Modernisierung sind aktuell 238000 Euro im städtischen Haushalt eingestellt, im Jahr 2019 kommen noch einmal 417000 Euro hinzu. Neben der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist auch ein Anbau im Gespräch. „Konkrete Pläne, wie das modernisierte Krematorium perspektivisch aussehen soll, liegen noch nicht vor“, sagt Josefine Rosse, Sprecherin des städtischen Immobilienverwalters KOE.

Urnengräber liegen im Trend

Im Jahr 2017 gab es auf den drei Rostocker Friedhöfen insgesamt 1914 Beisetzungen, davon 84 Erd- und 1830 Feuerbestattungen. „Der Anteil von mehr als 90 Prozent Feuerbestattungen ist in den vergangenen fünf Jahren konstant geblieben“, sagt Stefan Geers. Gleichzeitig nimmt das Krematorium aber auch Einäscherungen für die Umlandgemeinden vor – und hier steigt der Bedarf.

In Bentwisch wird aufgrund der wachsenden Nachfrage zum Beispiel eine halbanonyme Urnengemeinschaftsanlage errichtet (die OSTSEE-ZEITUNG berichtete). Auch in Rostock liegen Urnengemeinschaftsgräber im Trend. Der Aufwand ist geringer, die Pflege nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch und es kostet weniger. Die Gebühr für eine Erdbestattung beträgt beispielsweise 940 Euro. Eine Urnengrabstelle mit zwei Urnen kostet hingegen 450 Euro. Allerdings kommen jeweils noch weitere Kosten hinzu. Beim Urnengrab sind zum Beispiel 240 Euro für die Einäscherung fällig.

Durch den Trend zur Feuerbestattung schrumpfen die Friedhöfe. Denn ein Urnengrab ist nur halb so groß wie ein Erdgrab. In der Hansestadt sollen die Friedhöfe daher noch stärker in parkähnliche Anlagen umgestaltet werden. Aus leeren Feldern, die mal für Gräber vorgesehen waren, könnten Blumenwiesen werden. Die Anlagen sollen zum Verweilen einladen, heißt es in einem entsprechen Konzept.

Dies sei aber ein langer Prozess. Das erste Feld wird 2034 frei.

André Wornowski

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