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Rostock Kröpi: Läden schließen früh — Kunden verärgert
Mecklenburg Rostock Kröpi: Läden schließen früh — Kunden verärgert
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03:37 17.07.2013
Besonders abends wird es hektisch auf der Kröpeliner Straße. Aber viele Geschäfte haben da lange zu. Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2)/Anna-Leena König (2)
Stadtmitte

Gegen Abend wird es auf Rostocks Einkaufsmeile Nummer eins bisweilen hektisch. Menschen hasten mit Tüten durch die Kröpeliner Straße, bevor sich die angesteuerte Geschäftstür vor der Nase schließt. Was nicht überall zeitgleich der Fall ist.

„Die Vereinheitlichung der Öffnungszeiten ist in der Innenstadt Rostocks über die Jahre gut vorangeschritten“, behauptet dagegen City-Manager Peter Magdanz. „In der Kröpeliner Straße gibt es fast kein Geschäft mehr, das nicht bis 20 Uhr geöffnet hat.“ Wer in den Läden selbst nachfragt, bekommt anderes zu hören: Von 55 befragten Geschäften in der Kröpi haben 23 nicht bis 20 Uhr, sondern nur bis 18 oder 19 Uhr geöffnet. Gut die Hälfte macht also früher zu.

Viele Kunden ärgert das. „Für eine Weltstadt wie Rostock gehört es sich einfach, einheitliche Öffnungszeiten zu haben“, meint beispielsweise Käte Osterode. Außerdem seien auch die Öffnungszeiten am Wochenende viel zu knapp bemessen, bemängelt die 71-Jährige. Auch Urlauber wünschten sich das anders, glaubt sie.

Dieser Meinung kann sich die Rostockerin Christina Jähn (59) nur anschließen. „Besonders für die Sommer-Urlauber wirkt die Hafenstadt unattraktiver, wenn die Geschäfte und auch Restaurants so früh schließen“, sagt sie. Ihr persönlich würde eine einheitliche Regelung auch sehr gut gefallen. „Dann müsste ich nicht immer so hetzen“, sagt sie.

Man habe längere Öffnungszeiten durchaus erprobt, sagt Annegret Wegner (57), Filialleiterin im Schuhgeschäft Höppner am Neuen Markt: „Anfänglich hatten wir bis 20 Uhr geöffnet, aber es hat sich nicht gelohnt.“ Am Neuen Markt schlössen die meisten Geschäfte gegen 19 Uhr, weil sich die folgende Stunde nicht rentiere. „Einheitliche Öffnungszeiten machen nur Sinn, wenn alle Geschäfte mitziehen“, betont sie.

So sieht das auch Geschäftsführerin Ute Litschko vom benachbarten Modeladen Apanage. „Wir haben nur bis halb sieben geöffnet, weil es ab 17 Uhr schon abflaut.“ Natürlich hätte sie gerne mehr Käufer, die es ihr ermöglichen würden, längere Öffnungszeiten zu garantieren, fügt sie hinzu: „Ich bin da sehr flexibel.“

Genau das ist das Problem: „Auf Einzelhändler kann sehr schwer Einfluss ausgeübt werden, weil sie selbstständig sind“, erklärt Petra Köhler. Der Geschäftsführer von Galeria Kaufhof, Erwin Ruzek, spricht sich für die Vereinheitlichung aus: „Sie bringt den Verbrauchern Verlässlichkeit und ist somit sehr sinnvoll.“ Der Rostocker Lutz Claus kann die Argumentation von Frau Litschko gut nachvollziehen. „Ich denke, dass sich längere Öffnungszeiten für viele kleine Geschäfte nicht rentieren würden“, sagt er. Eines sollte aber bei allen Geschäften verändert werden, meint er. „Die Öffnungszeiten müssten auch am Tag von außen gut lesbar sein“. Dies treffe auf den größten Teil der Geschäfte leider ebenfalls nicht zu.

Anna-Leena König

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