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Rostock Künftige Piloten lernen in neuen Fliegern
Mecklenburg Rostock Künftige Piloten lernen in neuen Fliegern
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01:16 17.04.2018
Wir werden die Zahl der Flugschüler jetzt verdoppeln.Matthias Lehmann Leiter der Flugschule Rostock-Laage
Laage

„Einflottung“ der neuen Ausbildungsmaschinen an der Lufthansa-Flugschule in Rostock-Laage. Fünf neue Flugzeuge vom Typ Diamond DA-42 „Twin Stars“ sowie zwei Simulatoren wurden gestern offiziell in Dienst gestellt. Die zweimotorigen Propellermaschinen ersetzen die drei rund zehn Jahre alten bisherigen Ausbildungsflugzeuge vom Typ Piper PA-44. Rund zehn Millionen Euro investiert die Fluggesellschaft eigenen Angaben zufolge in die neue Technik am Standort Laage.

Zehn Millionen Euro investiert die Lufthansa in fünf Ausbildungsmaschinen der Flugschule Laage

„Wir brauchen in den nächsten Jahren sehr viele Piloten“, sagt Stefan-Kenan Scheib, Chef aller vier Lufthansa-Flugschulen in Bremen und Laage, Zürich (Schweiz) und in Arizona (USA). Allein die 15 Airlines der Lufthansa Group benötigten ab 2020 jährlich rund 500 neue Flugzeugführer. „Schauen Sie in die Bestellbücher der Flugzeughersteller“, erklärt Scheib, „die Maschinen müssen alle geflogen werden.“

Kevin Raschke (28), Miquel Engel (19) und Sebastian Klarmann (22) stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zum Piloten. Die jungen Männer klettern schon mal ins Cockpit der nagelneuen Flieger, mit denen sie in den nächsten Tagen von Laage aus aufsteigen werden. „Wir trainieren hier den Instrumentenflug“, erzählt Sebastian Klarmann. Bis zu zwei Jahre dauert die Ausbildung. Die startet mit viel Theorie am Standort Bremen der European Flight Academie, danach geht es für vier Monate in die Wüste Arizonas. „Da wird bei bestem Wetter der Sichtflug geübt“, berichtet Klarmann. In Laage muss der Cockpit-Nachwuchs dann das Fliegen nach Instrumenten trainieren. Der Winter hat den Flugschülern in diesem Jahr einige Ausbildungstage vermiest. „Es wurden des Öfteren Flüge mit den alten Maschinen gecancelt“, erzählt Miquel Engel. Doch das wird mit den neuen Flugzeugen nicht passieren.

„Diese Flugzeuge sind mit Enteisungsanlagen ausgestattet, das macht die Ausbildung auch unabhängiger vom Wetter“, nennt Matthias Lehmann, Geschäftsführer der Flugschule Laage, einen Vorteil der neuen Technik. Außerdem gehören Wetterradar und Kollisionswarnsystem zur Ausstattung der DA-42. „Die neuen Maschinen verbrauchen im Vergleich zur Piper ein Drittel weniger Treibstoff bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit“, erklärt Lehmann. „Außerdem machen sie weniger Lärm.“

Die Flugschule in Laage hat bisher etwa 100 Piloten jährlich in den Job entlassen. „Wir werden die Zahl verdoppeln“, kündigt Lehmann an. Wurden in Laage bisher Piloten für den freien Markt ausgebildet, „wollen wir in Zukunft vor allem den Bedarf der Lufthansa Group decken“, informiert Lehmann. Zehn neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

„Beste Jobaussichten“ verspricht Ola Hansson, Geschäftsführer von Lufthansa Aviation Training (LAT). Der massive Bedarf an Piloten und das damit verbundene Wachstum der kommenden Jahre stelle an die Flugschule besondere Anforderungen. „Mecklenburg-Vorpommern ist mit guten Luftraumgegebenheiten besonders geeignet für die Piloten-Ausbildung“, betont Hansson. Auch die Lebenshaltungskosten seien hier für die Schüler erschwinglich.

Denn die angehenden Piloten müssen ihre Ausbildung selbst bezahlen – 60000 bis 80000 Euro. Die Lufthansa schießt das Geld vor, zurückgezahlt wird, wenn die Piloten im Job sind. Aufgrund des Riesenbedarfs wird der Nachwuchs nun mit einem Bonus gelockt. „Wer sich noch 2018 für eine Ausbildung entscheidet, bekommt 20000 Euro überwiesen, die gleich zur Tilgung der Ausbildungskosten genommen werden können oder aber zum Leben“, erklärt Stefan-Kenan Scheib.

DA-42: Propellerflugzeug der neuesten Generation

Die Diamond DA-42 ist ein zweimotoriges Propellerflugzeug der neuesten Generation. Sie verfügt über zwei je 168 PS starke Dieseltriebwerke und bietet Platz für vier Personen. Dank der effizienten und leistungsstarken Triebwerke eignet sich die Maschine optimal für die Instrumentenflugausbildung. Die DA-42 verbraucht im Vergleich zu ihrem Vorgänger PA-44 rund ein Drittel weniger Treibstoff bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit und verfügt über eine 50 Prozent höhere Steigleistung bei simuliertem Triebwerksausfall. Mit leicht auswechselbaren Komponenten und stärkerer Digitalisierung verringert sich der Wartungsaufwand deutlich. Die fünf neuen Flugzeuge befinden sich noch im routinemäßigen Zulassungsprogramm für Luftfahrzeuge zu Schulungszwecken. Bis Mai machen sich die Ausbilder in Laage mit der DA-42 vertraut. Anschließend werden die Flugzeuge in den offiziellen Schulungsbetrieb integriert.

Doris Deutsch

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