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Rostock Eine Versicherung muss her
Mecklenburg Rostock Eine Versicherung muss her
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11:00 19.01.2019
Die reetgedeckten Katen der Fischer wurden von vielen Generationen bewohnt und waren oft sehr alt. Das – später kolorierte – Foto entstand wahrscheinlich um 1905 in Brunshaupten (heute Kühlungsborn Ost). Quelle: Sammlung Wolfgang Baade
Wismar

Am 10. Mai 1891 ereignete sich ein folgenschwerer Unfall vor der Küste von Brunshaupten-Arendsee (seit 1938 Kühlungsborn). Der Fischer Jochen Vick und sein Bruder waren bei kräftigem, böigem Wind während des Fischens mit ihrem Boot gekentert. Dabei ertrank Jochen Vick, sein Bruder konnte sich am gekenterten Boot festhalten und wurde gerettet. Vick hinterließ eine Witwe mit sechs Kindern. Ähnliche tragische Unfälle der Küstenfischer ereigneten sich immer wieder.Um die hinterbliebene Familie vor den Folgen derartigen Gefahren – auch bei dem Verlust von Fanggerät und Boot zu schützen, musste unbedingt Vorsorge getroffen werden. Deshalb versammelten sich am 13. Mai 1891 im Schulhaus zu Arendsee Fischer aus Brunshaupten und Arendsee, um eine Kasse zur Versicherung ihrer Fischerboote und Fangnetze sowie Unterstützung bei Seeunfällen zu gründen. Hierzu eingeladen hatte der Amtmann von Blücher aus Doberan. Die anwesenden Fischer nahmen eine von der Sektion für Küsten- und Seefischerei eigens entworfene Satzung einer solchen Kasse an und bildeten nun gemeinsam mit ihren Kollegen der Ortschaften Börgerende, Althagen und Wustrow auf Fischland einen Versicherungsverband mit Sitz in Wustrow. Sie nahm ihre Tätigkeit am 1. Juli 1891 auf und erhielt einen einmaligen Zuschuss des Deutschen Reiches zwischen 7000 und 8000 Mark.

Die berufsgenossenschaftliche Versicherung basierte vor allem auf Eigeninitiative und funktionierte ganz gut. Recht ungeordnet ging es noch bei der Fischereiaufsicht zu. Sie lag in der Obhut des jeweiligen Landes innerhalb des Deutschen Reichs. Es existierten keine einheitlichen Gesetze. So gab es im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin lediglich zahlreiche Einzelverordnungen, deren Einhaltung dadurch erschwert wurde, dass die Fischereiaufsicht unzureichend organisiert war. Der Magistrat in Ribnitz beschäftigte jedoch bereits seit 1888 einen Fischereiaufseher. In Wismar schuf man 1897 eine solche Stelle, doch in den Stranddörfern an der Ostseeküste oblag die Einhaltung der Fischereiverordnungen den örtlichen Polizeibehörden. Da die Fischereiaufsicht praktisch unwirksam blieb, wünschten sich im Mai 1909 viele Küstenfischer an der Ostsee eine Aufsicht durch die Kaiserliche Kriegsmarine, wie sie seit zehn Jahren an der Nordsee ausgeübt wurde.

Jürgen Jahncke

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