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Rostock Bildhauer Reinhard Dietrich ist tot
Mecklenburg Rostock Bildhauer Reinhard Dietrich ist tot
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06:18 17.03.2015
Die beiden Bildhauer Jo Jastram (l.) und Reinhard Dietrich kurz vor der Vollendung des „Brunnens der Lebensfreude“. Quelle: Sindermann, Jürgen
Rostock

Der Bildhauer Reinhard Dietrich ist tot. Er starb bereits am 7. März im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Dresden, teilte die Rostocker Sprint-Weltrekordlerin Marita Meier-Koch am Montag mit, eine enge Freundin der Famile. In Dresden wohnte und arbeitete der Künstler mit seiner Frau Magda Dietrich seit 2003. Zuvor hatte die Familie zwischen 1964 und 2003 im vorpommerschen Kneese (bei Bad Sülze) gelebt, wo der Bildhauer seine bedeutendsten Werke entwarf.

Mittlerweile ist das bekannteste Bild, das mit Reinhard Dietrich in Verbindung gebracht wird, der Sonneblumengiebel des Hochhauses in Rostock-Lichtenhagen, das wegen der ausländerfeindlichen Pogrome 1992 immer wieder weltweit in Fernsehdokumentationen zu sehen ist. „Aber das war gar nicht sein Giebel“, betont Magda Dietrich. Der Architekt habe das nach einer eher vagen Idee ihres Mannes einfach selbst gemacht.

Reinhard Dietrich hat viele andere und bedeutendere künstlerische Spuren im öffentlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns hinterlassen. Darunter auch Hochhausgiebel – wie in Evershagen die große Sonne oder die Reliefs „Geschichte der Luftfahrt“ und „Luft, Erde, Wasser“. Gemeinsam mit Jo Jastram (1928-2011) schuf Dietrich den berühmten „Brunnen der Lebensfreude“ auf dem Rostocker Universitätplatz. Viele seiner Arbeiten beschäftigen sich mit Themen der großen Geschichte – ein Relief zur Bodenreform im Dorf Mecklenburg, ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus in Bad Doberan. Sein Sockelrelief am großen Matrosendenkmal von Wolfgang Eckardt im Rostocker Stadthafen soll mit dem Denkmal in würdigerer Form erhalten bleiben, und seine Brunnenplastik „Die sieben Schwestern“, anlässlich der Rostocker Ostseewochen entstanden, wurde im umgebauten Areal vor dem Kröpeliner Tor Center (KTC) repräsentativ wieder aufgestellt.



Dietrich Pätzold