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Film ab: Liwu schaltet erstes Licht in der „Frieda 23“ an

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Film ab: Liwu schaltet erstes Licht in der „Frieda 23“ an

Ein Dokumentarfilm flimmerte gestern Abend über die nagelneue Leinwand. Trotz Baustelle lädt das Kino in die zweite Spielstätte. Das Medienzentrum eröffnet am 16. April.

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Ellen Niedermauntel hat die erste Kinokarte für das neue Liwu in der Friedrichstraße gekauft — laufende Nummer 000001.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Kinobetreiberin Anne Kellner hat gerade noch den Staubsauger durch den Saal bewegt, da kommt schon der erste Gast. Irritiert von der Baustelle ringsum fragt Ellen Niedermauntel: „Wird hier heute schon ein Film gezeigt?“ Die Chefin des Lichtspieltheaters Wundervoll (Liwu) bittet sie in die neue Spielstätte im Rostocker Kunst- und Medienzentrum „Frieda 23“ (Friedrichstraße 23).

Das Haus wird zwar offiziell erst am 16. April eröffnet, doch die Kinomacher vom Liwu haben gestern schon das Licht angemacht. Um 17.45 Uhr flimmerte der erste Film über die nagelneue Leinwand:

„Beltracchi — Die Kunst der Fälschung“. Ein Dokumentarfilm, den Kunstlehrerin Niedermauntel unbedingt sehen will. Sie freut sich über die Eintrittskarte mit der Nummer 1 und noch mehr über die Ankündigung der Liwu-Chefin, in der „Frieda 23“ zusammen mit der Kunstschule zu diesem Film demnächst einen Fälscherworkshop anzubieten. Peu a peu beziehen in diesen Tagen auch der Landesverband PopKW, die Böllstiftung, der Verein Behinderten Alternative Freizeit (BAF), die Medienwerkstatt, die Kunstschule und weitere Mieter das Haus.

Auch wenn gestern nur sechs Zuschauer zum ersten Film in den gemütlichen Polstern sitzen, ist Anne Kellner zufrieden. Nach zehnjähriger Projektgeschichte und 20-monatiger Bauphase geht es endlich los. „Wir fangen jetzt schon an, weil wir noch so viele Besucher wie möglich locken wollen, bevor es sie im Sommer eher an den Strand als ins Kino zieht“, sagt die Geschäftsführerin, die mit ihrem Team bis zur letzten Minute gewirbelt hat. Viele Eigenleistungen wurden erbracht: Wände streichen, Lampen im Saal anbringen, Leinwand aufhängen, Stühle aufbauen. Die Helfer kamen vom Verein Ro-Cine, vom Förderverein des Liwu, aus Nachbarschaft und Freundeskreis.

Ein älteres Ehepaar vom Förderverein habe zwei Tage lang akribisch die Polster gereinigt, erzählt Kellner. Die 121 Stühle sind gemütliche Theatersessel, die das Haus der Kultur und Bildung Neubrandenburg vor seinem Umbau preiswert abgegeben hat. „Da haben wir zugeschlagen“, sagt die Liwu-Chefin. Die Zuschauer entdecken sogar Klapptischchen an den Sesseln. „Auch geeignet für Seminare“, findet Kerstin Ferchland aus Schwerin. Sie habe dienstlich in Rostock zu tun und die Gelegenheit genutzt, die neue Spielstätte kennenzulernen. „Ist einfach toll geworden.“

Über 50 000 Euro sind bislang in die Ausstattung geflossen. 10 000 Euro gab der Förderverein, einen Kredit von 15 000 Euro zahlt eine Leih- und Schenkgemeinschaft ab. „Dies sind 30 Rostocker, die uns unterstützen wollen und drei Jahre lang monatlich 13,89 Euro für den Kredit geben“, erklärt Kellner.

Täglich zwei Filme, am Wochenende auch drei, werden ab sofort abends im Liwu in der Frieda zu sehen sein. Anspruchsvolle Filme, teils im Originalton, wie der derzeitge 20-Uhr-Streifen „Her.“ Der Kinobetrieb im Liwu im Metropol im Barnstorfer Weg läuft dabei weiter.

Lichtspieltheater Wundervoll
Das Lichtspieltheater Wundervoll (Liwu) startete 1993 als Film-Club der Uni Rostock, damals wurde der Verein Ro-Cine gegründet, der auch heute Träger des Liwu ist. Kurz danach wurde sein Spielort in der Stephanstraße im Gebäude des Institut Francais etabliert. Nach der Schließung des Instituts 2009 zog das Liwu als Mieter ins Hansa-Kino. Am 12. Juli 2012 begann der Spielbetrieb im Barnstorfer Weg, in Rostocks ältestem Kino, das hier 1910 eröffnet wurde. Die Spielstätte mit 160 Plätzen bleibt neben dem neuen Saal in der „Frieda 23“. Das Liwu zeigt werbefrei anspruchsvolle Filme, die kaum den Weg ins Mainstream-Kino finden.
• Info:
www.liwu.de

 



Doris Kesselring

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Rostock
Das Lichtspieltheater Wundervoll Liwu hat am Donnerstag seinen zweiten Standort in der Friedrichstraße 23 eröffnet. Ellen Niedermauntel war die erste Besucherin. Foto: Ove Arscholl

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