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Kampfjets und Flugshows locken 50 000 Besucher nach Laage

Laage Kampfjets und Flugshows locken 50 000 Besucher nach Laage

Nach acht Jahren hat die Bundesluftwaffe am Sonnabend wieder zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Der Gästeansturm sorgte für kilometerlange Staus — bis auf die A 19.

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Die Gäste sahen bei der Ausstellung am Boden mehr als 30 Luftfahrzeuge, wie Kampfjets oder Großflugzeuge.

Quelle: Fotos: Bernd Wüstneck/André Wornowski (2)

Laage. Keine Musik, kein Moderator, nichts ist zu hören. Nur ein Donnern. Der polnische Pilot zieht seinen russischen Kampfjet vom Typ Mig-29 senkrecht nach oben. 330 Meter pro Sekunde beträgt die

Steigrate — bei maximaler Power. Viele Zuschauer halten sich die Ohren zu. „Erstaunlich, wie man mit einer so kleinen Maschine eine so große Show machen kann“, sagt Ravier Wiersch (14) aus Bad Kreuznach. Die Mig-29 dreht sich und zischt sie wie ein Pfeil waagerecht durch die Luft. Fast lautlos. Ravier gefällt die Flugshow auf dem Bundeswehr-Flughafen Laage. Vor der Mig-29 waren unter anderem Eurofighter und Tornados in Aktion.

Nach acht Jahren hat die Luftwaffe am Sonnabend wieder zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Die Idee kam von den Soldaten selbst — und ist aus ihrer Sicht ein Erfolg. „Wir stressen die Region mit dem Lärm, den wir verursachen. Wir wollen den Menschen nun auch mal zeigen, was wir hier genau machen. Normalerweise ist das ja Sperrzone“, sagt Hauptmann André Flohr. Am Ende sind mehr als 50

000 Besucher nach Laage geströmt. „Die Resonanz ist toll. Wir sind sehr zufrieden. Auch das Wetter spielt mit. Wir mussten die Flugshows nur einmal wegen eines Schauers unterbrechen“, sagt Kommodore Oberst Bernhard Teicke.

Anlass des Tages ist ein dreifaches Jubiläum: Seit zehn Jahren sind die Kampfjets Eurofighter in Laage im Einsatz — „ohne Unfall“, betont Teicke. Vor 30 Jahren wurde zudem der Militärflugplatz Laage von der DDR-Volksarmee eröffnet und vor 55 Jahren das Luftwaffengeschwader „Steinhoff“ gegründet. Eigens für das Jubiläum erhielt einer der Eurofighter eine Sonderlackierung. Auf dem Heckleitwerk sind Symbole des Geschwaders, der Umgebung und der Bundeswehr abgebildet.

Doch der Besucheransturm sorgt auch für Probleme. Kilometerlange Staus bilden sich bis auf die Autobahn 19. Viele Gäste kommen nicht rechtzeitig, um die Flugshows zu sehen. Dabei hat die Luftwaffe drei Großparkplätze und einen Bus-Pendelverkehr eingerichtet, um die Besucher möglichst rasch zum Fliegerhorst zu bringen. „Das ist das stimmigste Konzept“, sagt Teicke. Der 48-Jährige ist am Ende auch ein bisschen froh, dass nicht die erwarteten 100 000 Gäste gekommen sind. „Wir brauchen keine Rekorde. Sonst wäre die Wartezeit für die Besucher noch länger gewesen.“ Einige Gäste hätten bereits nachts auf den Parkplätzen geschlafen. Rund 80 Polizisten sind im Einsatz, um Verkehr und Veranstaltung abzusichern.

Ravier Wiersch hatte Glück. Er und sein Vater sind mit dem Motorrad angereist — ohne Probleme. Nicht ganz so einfach war es für Alfred Hinrichs. Er ist aus Aurich (Ostfriesland) eigens für den Tag der offenen Tür nach Laage gefahren. Mit seiner Videokamera filmt er einige der mehr als 30 Luftfahrzeuge, die am Boden ausgestellt sind. Darunter Kampfjets, Großflugzeuge und Hubschrauber. „Hier ist zwar nicht die Masse zu sehen, aber eine hohe Qualität“, sagt der 49-Jährige. Hinrichs ist regelmäßig bei solchen Flugtagen dabei. Auch im Ausland. Bald gehe es nach Belgien. Zu Hause probiere er sich an Computer-Simulationen. Wie Ravier gefiel auch ihm die Show des polnischen Piloten mit der Mig-29 am besten. „Die Heavy-Metal-Musik von Metallica passte richtig gut dazu, war aber ein wenig zu leise“, sagt Hinrichs. Jedenfalls im Gegensatz zum Lärm der Mig-29.

Modernstes System
Das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ bildet in Laage alle Piloten aus, die in Deutschland den Kampfjet Eurofighter fliegen. Nach der Aussortierung der Mig-29 wurde das Geschwader als erster Luftwaffenverband ab April 2004 mit dem Eurofighter ausgerüstet. Der Eurofighter ist bis heute das modernste Waffensystem der deutschen Luftwaffe. Neben der Pilotenausbildung sichert das Geschwader bei Bedarf zusätzlich den deutschen Luftraum.

 



André Wornowski

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Laage
Ein Tankflugzeug vom Typ Airbus 310 MRTT (M), zwei Tornados (unten) und zwei Eurofighter (l. und r.) beim Tag der Offenen Tür des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ im Formationsflug über dem Bundeswehrflugplatz Rostock-Laage

Kampfflugzeuge und Flugshows bei der Bundesluftwaffe auf dem Fliegerhorst in Laage (Landkreis Rostock) waren ein Besuchermagnet.

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