Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Nasse Eröffnung für die Lichtklangnacht
Mecklenburg Rostock Nasse Eröffnung für die Lichtklangnacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:45 25.08.2014
Die Veranstaltung ist schön, aber für Kinder ist es natürlich sehr viel auf einmal. Die sprechenden Bäume waren toll.“Manuela Schmidt (38), Rostock

Obwohl der Wetterbericht nichts Gutes verhieß, strömen am Freitagabend Hunderte Besucher in den Iga-Park, um sich anzusehen, was die achte Lichtklangnacht für sie bereithält. Insgesamt kommen mehr als 4000 Menschen zu den Veranstaltungen am 22. und 23. August. Vom Kleinkind bis zum Großvater — alle wollen sich auf die Spuren einer kleinen Holzpuppe begeben, denn in diesem Jahr lautet das Motto der Kunstnacht „Pinocchio — Aus welchem Holz bist du geschnitzt?“.

Und wie der Wetterfrosch es prophezeihte, wird es pünktlich zur Eröffnung um 19 Uhr nass und nässer. Dicht gedrängt unter dem Dach der Parkbühne lauschen mehrere hundert Besucher den aufmunternden Eröffnungsliedern der

„Akustischen Vier“. Dann stellt Wolfgang Schmiedt, künstlerischer Leiter der Veranstaltung, die rund 80 Künstler vor, die bis in die Nacht hinein für gute Unterhaltung, Spaß und unvergessliche Erlebnisse sorgen sollen. Auch die Lesewürmer, die extra für die Veranstaltung die Geschichte des kleinen Pinocchio auf Tonband eingelesen haben, sind da. Ihre Aufnahme können sich die Besucher den ganzen Abend lang bei den „Sprechenden Bäumen“ anhören. Schließlich wird auch Ilka Müller, seit Juni neue Geschäftsführerin des Iga-Parks, auf die Bühne gebeten. Auf welche Vorführung sie sich am meisten freue, wird sie gefragt. „Bei der riesigen Auswahl kann ich mich kaum entscheiden. Aber aus einer persönlichen Affinität heraus, bin ich auf das Puppentheater am meisten gespannt“, erklärt die Park-Leiterin.

Für eben jenes Puppentheater ist Antje Binder verantwortlich. Sie präsentiert mit nichts anderem als einer kleinen handgefertigten Puppe, einem bemalten Karton und ihrem gesamten Körper die Geschichte „Zäpfel Kerns Abenteuer“. Dieses Märchen des Autors und Journalisten Otto Julius Bierbaum ist eine Adaption der Pinocchio-Geschichte in das Deutsche und in die deutsche Welt. Neben der kleinen handpuppengroßen Variante können die Besucher der Lichtklangnacht ihren Pinocchio auch in Menschengestalt erleben. Gespielt vom Feuerkünstler „Arne Feuerschlund“ wandert Pinocchio gemeinsam mit seinem hochgewachsenen Meister Geppetto durch den Park und treibt allerlei Späße mit den Gästen.

Alle Stationen werden eifrig besucht, von der Honk-Installation der Künstlerin Esther Dittmer über die Auftritte diverser Musiker, wie Sarah Lesch, Gruppe „Coer de Choufleur“, die Gewinner des Songwritercontest 2014 „camou“ und die Trommlergruppe Rasa Daiko bis hin zur Feuer- und Luftartistik des Theaters Liebreiz und einer interessanten 3D-Projektion auf der Außenbordwand des Traditionsschiffes. „Mir hat am meisten der Laser-Tunnel gefallen“, schwärmt die neunjährige Lahja Rühl von einer der spektakulären Beleuchtungen, die im gesamten Park zu finden sind und die Gäste begleiten. „Es muss wirklich dunkel sein, dann sieht das alles ganz toll aus“, sagt auch Kathrin Krüger, die zum ersten Mal mit ihrem Mann bei der Lichtklangnacht ist.

Begleitet werden die Besucher der Freitagabend-Veranstaltung von mehreren Regenschauern, denen leider auch eine Vorstellung zum Opfer fällt. „Es ist ein bisschen schade, dass alles so nass ist“, sagt Manuela Schmidt. Doch genau wie die anderen hartgesottenen Gäste lässt sie sich durch die Witterung nicht vom Erkunden der Kunstveranstaltung abhalten. Die Besucher der Sonnabend-Veranstaltungen indes konnten sich über durchweg trockenes Wetter freuen.



Nele Reiber

Anzeige