Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Theater-Streit: Entscheidung soll verschoben werden

Kultur Theater-Streit: Entscheidung soll verschoben werden

OB und Minister gegen Tarifflucht bei Mitarbeiterlöhnen.

Voriger Artikel
Betrunkener Autofahrer verursacht Unfall: zwei Verletzte
Nächster Artikel
Rotes Kreuz übernimmt Jugendclub

Stadtmitte — Im Streit um die Zukunft des Volkstheaters sind sich die Hansestadt Rostock und das Land ein kleines Stück näher gekommen. Möglich, dass die Entscheidung der Bürgerschaft am 28. Januar verschoben wird. In der Sache bleiben Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) Minister Mathias Brodkorb (SPD) aber dabei: Es soll eine klare Strukturentscheidung her — mit Personalkürzung. Das Land habe Bereitschaft signalisiert, einen Theater-Neubau finanziell zu unterstützen. Der OB will „mindestens 20 Millionen“ der geplanten 40 Millionen aus Schwerin. Der Minister spricht von „grundsätzlicher Bereitschaft“.

Seit Monaten liegen vor allem Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft mit dem Minister im Clinch. Grund: Brodkorb fordert eine deutliche Strukturveränderung, der jährliche Gesamtzuschuss für das Rostocker Theater dürfe nicht steigen. Das sichert Theater-Intendant Sewan Latchinian zwar zu, offenbar reicht das dem Minister aber nicht. In dieser Woche habe es eine zaghafte Annäherung gegeben.

OB Methling war zum Gespräch bei Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er habe erklärt, „dass zum ersten Mal eine realistische Idee vorliegt“, so Methling.

Heißt: Der Vorschlag des Abbaus von Personal sowohl beim Musiktheater als auch beim Ballett stößt auf offene Ohren. Die Fraktionsspitzen hatten dieses Modell als eines von mehreren erörtert. Andere wie Lohnkürzungen oder Einsparungen im Etat kommen offenbar nicht infrage. Grundlage für ihn sei die Vereinbarung zwischen Stadt und Land vom Herbst. Methling: „Allen ist klar, dass die Vereinbarung ohne deutliche Reduzierung des Stammpersonals nicht zu erfüllen ist.“ Brodkorb bleibt wortkarg: „Da dem Land derzeit keine belastbaren Unterlagen vorliegen, konnte auch noch keine Meinungsbildung erfolgen.“ Das Land prüfe derzeit den Vorschlag des OB, die Entscheidung zum Theater „um einen Monat zu verschieben“.

OB und Minister sind sich einig, dass der Komplett-Ausstieg aus dem Gehaltstarif für Theater-Mitarbeiter kein Weg sei. Er schließe eine Lösung aus, so Brodkorb, „bei der mit Hilfe von Lohndumping eine echte Reform weiterhin in die Zukunft verschoben wird“. In der Diskussion ist unter anderem, die Löhne der Chormitglieder von jetzt 2900 bis 3200 Euro monatlich auf pauschal 2800 Euro zu senken.

Gegner der Spartenschließung rufen für den 28. Januar zur Demo auf dem Neuen Markt auf. Prominente Schauspieler wie Charly Hübner und Peter Sodann wollen gegen Kulturabbau sprechen. Heute ist nach Auskunft der Organisatoren eine „spontane Kundgebung“ mit Information in der Innenstadt geplant.

 



Frank Pubantz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Lennart Sixta, Christian Reiher, Friederike Schümann und Anne Schindel (v. l.) haben eine Kerze für das Volkstheater angezündet. Die Entscheidung zu Einschnitten am Haus könnte nun verschoben werden. Foto: Ove Arscholl

OB Methling und Minister Brodkorb sprechen sich gegen einen Ausstieg des Volkstheaters in Rostock auf dem Lohntarif aus. Die Strukturentscheidung könnte vertagt werden.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
Teepott: Müssen Mieter raus?

Für die Sanierung des maroden Warnemünder Wahrzeichens könnte eine vorübergehende Räumung des Gebäudes nötig werden.