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Rostock Theater-Streit: Entscheidung soll verschoben werden
Mecklenburg Rostock Theater-Streit: Entscheidung soll verschoben werden
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00:21 17.01.2015

Stadtmitte — Im Streit um die Zukunft des Volkstheaters sind sich die Hansestadt Rostock und das Land ein kleines Stück näher gekommen. Möglich, dass die Entscheidung der Bürgerschaft am 28. Januar verschoben wird. In der Sache bleiben Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) Minister Mathias Brodkorb (SPD) aber dabei: Es soll eine klare Strukturentscheidung her — mit Personalkürzung. Das Land habe Bereitschaft signalisiert, einen Theater-Neubau finanziell zu unterstützen. Der OB will „mindestens 20 Millionen“ der geplanten 40 Millionen aus Schwerin. Der Minister spricht von „grundsätzlicher Bereitschaft“.

Seit Monaten liegen vor allem Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft mit dem Minister im Clinch. Grund: Brodkorb fordert eine deutliche Strukturveränderung, der jährliche Gesamtzuschuss für das Rostocker Theater dürfe nicht steigen. Das sichert Theater-Intendant Sewan Latchinian zwar zu, offenbar reicht das dem Minister aber nicht. In dieser Woche habe es eine zaghafte Annäherung gegeben.

OB Methling war zum Gespräch bei Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er habe erklärt, „dass zum ersten Mal eine realistische Idee vorliegt“, so Methling.

Heißt: Der Vorschlag des Abbaus von Personal sowohl beim Musiktheater als auch beim Ballett stößt auf offene Ohren. Die Fraktionsspitzen hatten dieses Modell als eines von mehreren erörtert. Andere wie Lohnkürzungen oder Einsparungen im Etat kommen offenbar nicht infrage. Grundlage für ihn sei die Vereinbarung zwischen Stadt und Land vom Herbst. Methling: „Allen ist klar, dass die Vereinbarung ohne deutliche Reduzierung des Stammpersonals nicht zu erfüllen ist.“ Brodkorb bleibt wortkarg: „Da dem Land derzeit keine belastbaren Unterlagen vorliegen, konnte auch noch keine Meinungsbildung erfolgen.“ Das Land prüfe derzeit den Vorschlag des OB, die Entscheidung zum Theater „um einen Monat zu verschieben“.

OB und Minister sind sich einig, dass der Komplett-Ausstieg aus dem Gehaltstarif für Theater-Mitarbeiter kein Weg sei. Er schließe eine Lösung aus, so Brodkorb, „bei der mit Hilfe von Lohndumping eine echte Reform weiterhin in die Zukunft verschoben wird“. In der Diskussion ist unter anderem, die Löhne der Chormitglieder von jetzt 2900 bis 3200 Euro monatlich auf pauschal 2800 Euro zu senken.

Gegner der Spartenschließung rufen für den 28. Januar zur Demo auf dem Neuen Markt auf. Prominente Schauspieler wie Charly Hübner und Peter Sodann wollen gegen Kulturabbau sprechen. Heute ist nach Auskunft der Organisatoren eine „spontane Kundgebung“ mit Information in der Innenstadt geplant.



Frank Pubantz

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