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Tosender Applaus für Karat

Rostock-Östliche Altstadt Tosender Applaus für Karat

Beim Konzert in der Nikolaikirche singen 400 Besucher Hits wie „Sieben Brücken“ leidenschaftlich mit.

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Die Band Karat: Bernd Römer, Martin Becker, Claudius Dreilich, Michael Schwandt und Christian Liebig (v. l.).

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rostock-Östliche Altstadt. Laut im Takt klatschen und singen gestern rund 400 Besucher in der Nikolaikirche. Claudius Dreilich , Bernd Römer , Christian Liebig , Martin Becker und Michael Schwandt haben unter großem Beifall als Karat die Bühne betreten. Dreilich erklärt, die meisten seiner Musikerkollegen, die sogenannte Unplugged-Konzerte (deutsch: nicht verkabelt) geben, würden einen Fehler machen, „denn unplugged heißt ohne Strom“. Das Karat-Konzert solle in dieser Hinsicht korrekt beginnen und so singt Dreilich die Ballade vom Schwanenkönig ohne Mikrofon, von Römer, Liebig und Becker auf Konzertgitarren begleitet. Direkt danach wird es laut, denn die Gäste sind begeistert, spenden kräftig Applaus und schon der „Gewitterregen“ erklingt dann doch mit Verstärker-Unterstützung.

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Die Schwestern Christiane Zickert (36) aus Hamburg und Sylvia Sachs (44) aus Reddelich haben Karat in ihrer Kindheit vom Tonband ihres Onkels „Hanning“ gehört.

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Die Schwestern Christiane Zickert (36) aus Hamburg und Sylvia Sachs (44) aus Reddelich genießen vor dem Konzert noch die Sonne am Westportal der Kirche. Auf ihren T-Shirts glitzert der Schriftzug „Königin der Welt“. Die beiden verbinden Karat mit ihrer Kindheit. „Die Musik war auf jeder Familienfeier zu hören“, sagt Zickert. Dazu hätten sie immer mit ihrem Vater getanzt. „Onkel Hanning hatte ein Tonbandgerät, darauf lief immer Schwanenkönig“, erinnert sich Sachs. Die beiden sind gespannt auf die Akustik in der Kirche. „Bei ,König der Welt' wird dann nur noch geheult vor Glück“, kündigt Zickert an.

Landwirt Wolfgang Knebel (54) aus der Prignitz ist mit Lebensgefährtin Heidrun Fenske (44) angereist. „Ich habe Karat 1981 als Student im Stadion der Weltjugend in Berlin erlebt“, erzählt er. Jetzt sei er gespannt, wie die Band sich entwickelt habe und wie Claudius Dreilich als Sänger in die Fußstapfen seines 2004 verstorbenen Vaters Herbert tritt. „Ihre Lied von den sieben Brücken ist sehr lebensnah und regt mich immer wieder zum Nachdenken an“, sagt Knebel. Auch er habe in seinem Leben schon über viele Brücken gehen müssen. „Es gab viele schwierige Wendepunkte in den letzten Jahrzehnten, aber ich habe sie alle geschafft.“

Als „karatverrückt“ bezeichnet sich eine Gruppe aus drei Frauen: Dany Moeller (47) aus Wustrow, Sigrid Sander (62) aus Dierkow und Kerstin Goldmann (47) aus Berlin haben sich auf Konzerten kennengelernt, erleben jedes Jahr zehn bis 15 davon. „Ich habe früher in der Nachbarschaft von Herbert Dreilich gewohnt und wir haben uns auf der Hunderunde immer ,Hallo‘ gesagt“, sagt Goldmann. 1995 seien sie ins Gespräch gekommen. Anschließend ging sie zu einem Konzert. Seitdem sei sie „infiziert“.

Natürlich darf neben „Jede Stunde“, „Eisblume“, „Abendstimmung“ und „Der blaue Planet“ ein Karat-Lied auf keinem Konzert fehlen. „Dieses Lied macht Spaß. Und wenn andere Künstler es übernehmen, macht uns das ganz stolz“, sagt Claudius Dreilich. Und so geht Karat auch in Rostock wieder gern gemeinsam mit dem gesangsstarken Publikum über „Sieben Brücken“. Danach gibt es lang anhaltenden Beifall im Stehen.

ROS TALK
Ove Arscholl

berichtet aus Rostocks
Szene. ☎ 365 410
rostalk@ostsee-zeitung.de

 



OZ

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