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Rostock LRO liegt voll im Trend
Mecklenburg Rostock LRO liegt voll im Trend
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00:00 10.09.2013
Güstrow

Noch liegt DBR vorn — doch LRO holt auf: Das neue Kürzel für Autos aus dem Landkreis Rostock ist ein Renner. Obwohl die Zulassungsstelle seit einem halben Jahr auch wieder die alten Kennzeichen DBR, GÜ, TET, ROS und auch BÜZ verteilt, legt das neue Kürzel immer weiter zu. „Genau 32 868 Autos haben schon LRO“, sagt Lutz Freier, Leiter des Sachgebietes Straßenverkehr im Landratsamt. Der LRO-Boom — Vize-Landrat Wolfgang Kraatz (SPD) wertet ihn als ein positives Zeichen: „Die Identifikation mit dem neuen Landkreis schreitet voran. Zwei Jahre nach der Fusion fühlen sich die Menschen in ihrem Landkreis offenbar heimisch.“

Kraatz war einer der ersten, der mit LRO auf dem Nummernschild unterwegs war — nur dienstlich: „Alle neuen Dienstwagen haben selbstverständlich LRO. Nur die alten haben wir aus Kostengründen nicht umgemeldet“, so Landkreis-Sprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm. Noch aber liegt in der Rangliste DBR weit vorn: 75 417 Fahrzeuge — Stand gestern — hatten das Kürzel des Altkreises auf dem Wagen. Mit GÜ

fahren 58 568 Autos. Die Kennzeichen für Bützow, Rostock-Land und Teterow gibt es kaum: ROS ist noch 1935 Mal vertreten, TET 1943 Mal und BÜZ 1363 Mal.

Selbst Bützows Bürgermeister Sebastian Constien hat sich für seinen neuesten Wagen gegen das Kürzel seiner Stadt entschieden: Im Landrats-Wahlkampf ist der SPD-Mann mit einem Trabant unterwegs — und LRO. „Das Kennzeichen hatte ich mir reserviert. Ich will schließlich Landrat für den ganzen Landkreis werden.“ Auch CDU-Kontrahentin Katy Hoffmeister hat sich gegen ein Orts-Kennzeichen entschieden:

„Das Kennzeichen spiegelt ein wenig Identität wieder. Ich bin im Landkreis Rostock zu Hause — hier geboren, aufgewachsen und hier nun Kandidatin.“ Um ein Stück Heimat am Auto — darum geht es auch Thorsten Semrau (parteilos). Doch Doberans Bürgermeister ist und bleibt Verfechter von DBR. „Damit zeige ich doch, woher ich komme — aus Bad Doberan.“ Ralf Winter, Chef des Neubukower Bauhofs, sieht das leidenschaftslos: „Mein Pkw trägt DBR, wie ,dicht bei Rostock‘ — weil das damals so war. Mein Dienstwagen aber hat LRO. Die Kennzeichen sind mir egal — was soll das? Ich denke, wir sind jetzt ein großer Kreis.“

Sieht Joachim Hünecke (FDP) ganz ähnlich: „Wir haben die Kreisgebietsreform gehabt“, sagt der Sanitzer Bürgermeister, der mit LRO den Landkreis durchkreuzt. „Mit meinem Kennzeichen will ich auch zeigen, dass der Landkreis eine Einheit ist.“ Mit der Kennung LRO könne man auch die Region anderswo bekannt machen. „Wenn man so durch die Bundesrepublik fährt, wird schon der eine oder andere darauf kommen, dass dieses Kennzeichen zum Landkreis Rostock gehört.“ Verständnis hat Hünecke auch für die Kraftfahrer, die sich für die Kennzeichen der ehemaligen Kreise entschieden haben. „Das allerdings ist nach meiner Ansicht mehr auf die Vergangenheit gerichtet.“ Er hat eigene Erfahrungen gemacht: „Als ich mit meinem ROS-Nummernschild einmal in Bayern unterwegs war und nach dem Weg fragte, wurde mir gesagt: ,Sie kommen doch aus Rosenheim, Sie müssen sich doch hier auskennen.‘“

Das Autokennzeichen DBR-HL 540 steht für Hanns Lange. „Mit diesem Nummerschild fühle ich mich wohl“, sagt der Broderstorfer Bürgermeister. „Damit kann ich mich identifizieren, und dabei will ich auch bleiben, wenn ich mir einen neuen Wagen kaufe.“ Aber: „Als die Kreisreform kam, habe ich gleich gesagt, für den Landkreis Rostock kann es keine andere Kennung geben als LRO.“ Mit dem Uralt-ROS „würde ich auf gar keinen Fall mehr fahren“, sagt Lange.

„Kennzeichen, die es schon lange gibt — wie das DBR an meinem Auto — haben einen hohen Wiedererkennungswert. Das gefällt mir“, sagt Professor Franz-Josef Lübken, Direktor des Instituts für Atmosphärenphysik Kühlungsborn. Aber, ehrlich gesagt: „Mit welcher Buchstaben-Kombi ich unterwegs bin, hat auf mein Wohlbefinden keinen Einfluss.“

am/msc/th/lw

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