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Rostock Land fördert Ausbau im Fischereihafen mit Millionen
Mecklenburg Rostock Land fördert Ausbau im Fischereihafen mit Millionen
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00:01 30.04.2016
Fischereihafen-Chefin Daniele Priebe bedankt sich bei Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Fotos (3): Ove Arscholl

Daniele Priebe springt auf. „Darf ich?“, fragt die Geschäftsführerin der Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH). „Sehr gerne“, sagt Landesinfrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Dann fällt Priebe ihm um den Hals. Pegel hat gute Nachrichten aus Schwerin mitgebracht: Mit 2,99 Millionen Euro fördert das Land den Ausbau des zusätzlichen Liegeplatzes 27 im Fischereihafen. Weitere 1,46 Millionen Euro fließen in die geplante Umschlagfläche für Schüttgut. „Wow, danke“, sagt Priebe. Für sie geht damit ein Traum in Erfüllung.

Geschäftsführerin Priebe springt vor Freude Minister Pegel um den Hals — er überbrachte gestern zum Jahresempfang die Fördermittelbescheide / Baubeginn ist im Spätsommer

Es war die Überraschung beim gestrigen RFH-Jahresempfang mit rund 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Fischereihafen. „Seit zwei Jahren laufen die Planungen für unsere Vorhaben“, sagt Priebe. Doch erst war das „Okay“ von der Europäischen Union aus Brüssel notwendig. Das kam im vergangenen Dezember. Und nun hat auch das Land „Grünes Licht“ gegeben. „Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Diese gute Entwicklung wollen wir natürlich weiter vorantreiben“, begründet Pegel die Förderung.

„Jetzt können wir endlich loslegen“, sagt Priebe. Im Spätsommer soll der Ausbau des Liegeplatzes 27 beginnen. Rund 4,3 Millionen Euro werden dafür veranschlagt. Zudem soll auf 15000 Quadratmetern im nördlichen Hafengelände eine Umschlagfläche für Schüttgut geschaffen und mit Lagerboxen ausgestattet werden. Mittelfristig werden im alten Hafenbecken die Liegeplätze 4 und 5 zu einem modernen Ausrüstungskai umgestaltet. Baubeginn ist 2018/19.

Seit drei Jahren ist der RFH auf Rekordkurs. Im vergangenen Jahr wurden 1,34 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen — das höchste Ergebnis in der 25-jährigen Geschichte der GmbH. Laut Priebe habe der RFH 2016 bisher an das Vorjahresniveau anschließen können. Rund 370000 Tonnen Güter gingen in den ersten drei Monaten 2016 über die Kaikante. Der Hafen sei dabei herausgefordert gewesen, einen marktbedingten Rückgang des Holzumschlags von rund 85000 Festmeter pro Monat auf aktuell 45000 Festmeter zu kompensieren. „Ein warmer Winter und zahlreiche Orkanschäden in der Forst im vorigen Jahr haben das Angebot von preisgünstigem Holz im Binnenland erheblich vergrößert, so dass weniger importiert wurde“, sagt Priebe. Im Gegenzug entwickelten sich der Umschlag von Düngemitteln und die Einlagerung von gefrostetem Fisch im hafeneigenen Kühlhaus überdurchschnittlich.

Die Fischereihafen-GmbH steht jedoch vor einer Zäsur: Priebe wird das Unternehmen zum 1. Oktober verlassen. „Aus gesundheitlichen Gründen“, sagt die 62-Jährige. Beim Gedanken an den nahenden Abschied komme Wehmut auf. „Es ist schwer, mein Herz brennt für den Hafen“, so Priebe. 1970 begann sie ihre Laufbahn in Marienehe als Lehrling, Mitte der 1990er Jahre stieg sie zur Geschäftsführerin auf — und war viele Jahre Deutschlands einzige Hafen-Chefin. Nun ist sie froh, vor ihrem Ausscheiden noch die Investitionsvorhaben angeschoben zu haben. „Das war mein Traum“, sagt sie.

Priebe wird große Fußstapfen hinterlassen, weiß der Minister. „Das, was wir hier sehen, hängt mit ihrem Namen zusammen“, sagt Pegel. Auch Manuela Balan, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Rostock-Mittleres Mecklenburg, würdigte Priebes Leistung. „Auf die Entwicklung des Fischereihafens kann man nur stolz sein. Dass sie eine tolle Hafen-Chefin ist, zeigt der Erfolg“, so Balan. Es sei bedauerlich, „dass sie schon geht“. Doch beim traditionellen Heringsessen wird Priebe auch in Zukunft dabei sein. „Wenn ich eingeladen werde, auf jeden Fall“, sagt die 62-Jährige. Und lacht.

Holz dominiert den Stückgutbereich

1,34 Millionen Tonnen Güter sind im vergangenen Jahr im Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH) umgeschlagen worden.

Rekord. Dabei dominierte erneut Holz den Stückgutbereich mit insgesamt 858 000 Festmetern. Mit diesen Umschlagszahlen gehört der RFH zur ersten Riege der Seehäfen in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Hafen ist eines der größeren maritimen Gewerbegebiete im Land. Auf dem 60 Hektar großen Gelände haben sich 165 Firmen angesiedelt. Die Branchenvielfalt reicht von Schiffsausrüstung über Offshore-Service bis hin zu Einzel- und Großhandel.

Von André Wornowski

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