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Rostock Große Pilz-Galerie in Rostock: Von bunt und gefährlich bis lecker
Mecklenburg Rostock Große Pilz-Galerie in Rostock: Von bunt und gefährlich bis lecker
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14:19 01.10.2018
Der Besucher Gerhard Prill (75, links) und Pilzsachverständiger Arthur Frank (79) unterhalten sich über giftige und essbare Pilze. Quelle: Lea-Marie Kenzler
Rostock

Pilzliebhaber und -sammler lockte es am Wochenende nicht nur in die Wälder, sondern auch in den Botanischen Garten nach Rostock. Grund war die 40. Pilzausstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In der deutschlandweit größten Freilandschau von Frischpilzen, die der Botanische Garten seit 1978 ausrichtet, standen ehrenamtliche Berater Rede und Antwort. Auch eine Wissensrallye für Kinder, eine Briefmarkenausstellung von über 400 Pilzarten, Literatur, Gerichte, Bastelangebote sowie ein Sukkulentenbasar hatte die Veranstaltung zu bieten. Die Ausstellung findet jährlich in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Hanse und Universitätsstadt Rostock, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern, dem Freundeskreis Botanischer Garten Rostock und den Rostocker Kakteenfreunden statt.

Arthur Frank ist seit über 35 Jahren Pilzsachverständiger. Der Rostocker steht am Sonnabend und Sonntag vor einer überwältigenden Auswahl verschiedener Sorten der Waldfrüchte. Wortreich referiert der 79-Jährige über ihre Herkunft und Wirkung, erzählt Anekdoten aus seiner Tätigkeit, wie er Menschen rettete, Schulen besucht und weiß auf die vielen Fragen der Besucher eine passende Antwort. Es wirkt fast so, als gäbe es nichts, was der Kenner nicht wüsste. „Die Pilze, die an diesem Wochenende ausgestellt werden, wurden alle an einem Tag gesammelt“, erzählt Frank.

Am vergangenen Donnerstag machten sich 30 Ehrenamtler einen ganzen Tag lang auf die Suche nach giftigen und essbaren Exemplaren in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Stundenlang durchkämmten die Profis die Wälder des Landes, um über 200 Arten für die große Ausstellung bereitzustellen. Würde man die dabei zurückgelegte Strecke addieren, kämen einige ­tausend Kilometer zusammen, meint Arthur Frank. „Trotz des trockenen Sommers sind wir mit diesem Ergebnis für die Ausstellung zufrieden.“

Zufrieden ist auch Gerhard Prill. Der ehemalige Gärtner prüft die vielen Pilzsorten, die roten und braunen Kappen, die Muster und Punkte, die dünnen und dicken Stiele. „Ich bin ein leidenschaftlicher Sammler und kenne schon viele Sorten, aber längst nicht alle“, sagt der 75-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Einst habe Prill die Rosen in Putbus gepflegt, nun erkunde der Naturliebhaber die Wälder des Landes. „Die Gespräche mit den Pilzberatern sind sehr erbauend, diese Menschen haben ein unglaubliches Wissen“, sagt Prill. Mit seiner Ausbeute sei auch er schon zur Pilzberatung gegangen. Und komme dann gern mit seinem Körbchen nach Hause, wo seine Frau die frischen Pilze ­zubereite.

Zu den Besuchern am Wochenende zählt auch Iris Schaub. Mit ihrem Partner wolle sie nun anfangen, Pilze zu sammeln und den Waldspaziergang mit einer nützlichen Aufgabe zu verbinden. „Die Ausstellung ist überwältigend. Von vielen Sorten wussten wir nicht einmal, dass es sie gibt“, sagt die ­33-jährige Biologin.

Die Mitarbeiter des Botanischen Gartens Markus Eichel (27) und Hartmut Wöller (55) freuen sich über die vielen Besucher der Landes-Pilzausstellung. Eichel führte sie auch durch die Loki-Schmidt-Gewächshäuser in die Welt fleischfressender Pflanzen und zu Gewächsen aus der Wüste. Das vielseitige ­Programm habe auch viele Kinder in den Botanischen Garten gelockt. Und das ist wichtig, weiß Arthur Frank. „Wir suchen dringend Nachwuchs in der Pilzberatung“, sagt er. Sein Wissen und seine Erfahrung würde er gern an junge Menschen weitergeben, damit auch in Zukunft immer eine Antwort auf die vielen Fragen der Pilzsammler gefunden würde. Nur eine Frage, die ­beantwortet Arthur Frank nicht gern: Wo der Profi die meisten Pilze finde, bleibt wohl immer sein ­Geheimnis.

Lea-Marie Kenzler

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