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Landesmuseum am Stadthafen?

Stadtmitte/Stadthafen Landesmuseum am Stadthafen?

Standort-Debatte um neue Sammlung in Rostock: Archäologen melden Bedenken gegen den Rosengarten an / Stadt und Land prüfen Neubau an der Kaikante

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Mit dem Rosengarten haben wir gewisse Bauchschmerzen. Prof. Dr. Hans-Jörg Karlsen Leiter des Landesmuseums

Stadtmitte/Stadthafen. Rostock bekommt ein neues Museum. Das steht seit Mitte April fest. Doch wo genau in der Hansestadt das neue Archäologische Landesmuseum

 

OZ-Bild

Für das Land kommt alternativ nur der Stadthafen in Frage.Mathias Brodkorb (SPD) Landesfinanzminister

Quelle:

20 Millionen Euro

will das Land in den

Bau eines neuen

Archäologischen

Landesmuseums

investieren.

 

Bisher lagert

ein Großteil der

historischen Funde

für die Öffentlichkeit

unzugänglich in

Depots bei Schwerin.

Zu den Schätzen

gehören mehrere

Tausend Jahre alte

Funde aus der

Ur- und Frühgeschichte

des Landes.

entstehen wird – das scheint plötzlich völlig offen zu sein. Gegen den bisherigen Standort-Plan regt sich nämlich Widerstand. Nach OZ-Informationen haben die Archäologen und Historiker intern Bedenken gegen einen Umbau des alten Schifffahrtsmuseums am Steintor und einen Neubau am Rosengarten angemeldet. Stadt und Land zeigen sich geprächsbereit – und wollen nun über einen Museums-Neubau in allerbester Lage sprechen: am Stadthafen.

Wer die Diskussion ins Rollen und den Stadthafen als Standort ins Gespräch gebracht hat – darüber hüllen sich alle Beteiligten in Schweigen. Doch einer Debatte wollen die Verantwortlichen nicht aus dem Weg gehen – im Gegenteil: „Aus meiner Sicht macht es natürlich Sinn, ganz rational über den besten möglichen Standort für das Landesmuseum in Rostock zu sprechen“, sagt Mathias Brodkorb. Der SPD-Finanzminister hatte jahrelang dafür gekämpft, dass die Schätze aus der Vergangenheit Mecklenburgs und Vorpommerns in seiner Heimatstadt gezeigt werden. „Ein Umbau des alten Schifffahrtsmuseums, der heutigen Societät Maritim, hat für das Land einen großen Vorteil: Die Hansestadt stellt dem Land das Gebäude zur Verfügung.“ Dieses „Geschenk“ an Schwerin war einer der Gründe, weshalb sich das Land für Rostock als neuen Museumsstandort und gegen die Mitbewerber wie Putbus auf Rügen, Greifswald oder auch Stralsund ausgesprochen hat. „Wenn wir jetzt über einen anderen Standort innerhalb Rostocks reden, dann kommt nur der Stadthafen in Frage. Und: Die Hansestadt muss sich weiterhin auch finanziell an dem Projekt beteiligen. Für das Land allein ist das Risiko zu groß“, sagt Brodkorb. Und noch eine Bedingung stellt der SPD-Politiker, dessen Ministerium für den Bau des Museums verantwortlich ist: „Wenn wir vom Plan abweichen, dann müssen die Entscheidungen schnell fallen.“ Seit 25 Jahren diskutiere das Land über ein Museum für seine archälogischen Funde. „Es kommt nicht in Frage, dass wir weitere 25 Jahre diskutieren. Das muss schneller gehen.“

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hat sich nach Informationen der OZ vor wenigen Tagen mit einem Brief an Brodkorb gewandt – und seine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ja, eine Beteiligung der Hansestadt an einem Neubau an anderer Stelle sei unter Umständen vorstellbar. Und ja: Auch über den Stadthafen könne man mit dem Land reden. „Die vom Finanzminister geäußerten Prämissen bestätigt auch der Oberbürgermeister. Auf deren Basis alternative Standortfragen diskutiert werden könnten“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Zwingend nötig sei das alles aber nicht: „Es gab Bedenken seitens einzelner Bürgerschaftsmitglieder, ob die Flächen am Rosengarten für einen Museumsanbau ausreichend sind. Der Minister hat uns aber nochmals bestätigt, dass der Platz genügt.“

Für eine Debatte um einen alternativen Standort sprechen sich jedoch auch die Macher des Museums aus: „Es lohnt sich, nochmals nachzudenken, ob die Societät wirklich der beste Ort ist“, sagt Hans-Jörg Karlsen, der künftige Leiter des Landesmuseums und Rostocker Professor für Ur- und Frühgeschichte. „Wir arbeiten derzeit am wissenschaftlichen Konzept für das Museum, nach einem ,roten Faden’ durch die Geschichte des Landes und die künftigen Ausstellungen.“ Bis Mitte 2018 sollen erste Ergebnisse vorliegen. „Dann müssen wir uns auch die Frage nach dem Standort stellen. Manche Konzepte lassen sich besser in der Nähe der Innenstadt, andere besser am Wasser umsetzen.“ Ja, mit dem Standort Rosengarten hätten er und auch die Archäologen „gewisse Bauchschmerzen“.

Karlsen wäre ein Standort mit etwas mehr „Freiraum“ lieber: „Das modernste archäologische Museum derzeit ist das MoesgaardMuseum im dänischen Aarhus. Dort gibt es auch Freiflächen für Ausstellungen, dort können die Besucher auch mal ein Picknick machen.“ Das sei am Rosengarten nicht möglich. Sollte das Landesmuseum in den Stadthafen ziehen, wäre die Societät frei für das Kulturhistorische Museum der Stadt. Das Kloster könnte dann zum Museum für Stadtgeschichte werden. Entsprechende Pläne gibt es seit Jahren.

Andreas Meyer

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