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Rostock Landesrabbiner fordert Hilfe fürs Max-Samuel-Haus
Mecklenburg Rostock Landesrabbiner fordert Hilfe fürs Max-Samuel-Haus
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00:00 28.02.2013
Frank Schr�der (54) vor dem Max-Samuel-Haus mit einem Foto zur Familie Samuel. Quelle: Ove Arscholl
Stadtmitte

Der Stiftungsvorstand hat als Reaktion den vier Mitarbeitern gekündigt und die geplante Ausstellung „Die Rostocker Synagoge und ihre Rabbiner“ ausgesetzt. „Ab dem 1. Juli ist die Perspektive des Max-Samuel-Hauses völlig offen“, fasst Geschäftsführerin Steffi Katschke den Stand zusammen.

Die Ankündigung habe ihn wie ein Blitz aus dem heiteren Himmel getroffen, kommentiert Dieter Neßelmann, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. „In den vergangenen 20 Jahren gab es eigentlich immer eine sehr verlässliche Zusammenarbeit mit dem Ministerium“, so Neßelmann. Und betont, dass es auch politisch ein fatales Zeichen sei. „Wir müssen uns immer wieder mit Rechtsextremismus auseinandersetzen“, sagt der Vorsitzende. Da erfülle das Haus eine wichtige Aufgabe. Neßelmann hat als Vorsitzender der CDU-Fraktion eine Erklärung vorbereitet. Mit ihr können auf der kommenden Bürgerschaftssitzung die Fraktionen ihre Unterstützung für die jüdische Begegnungsstätte bekunden.

Erstaunt über die Kürzung ist man auch im Landesverband der jüdischen Gemeinden. „Ich schätze das Max-Samuel-Haus sehr“, sagt Landesrabbiner William Wolff. Er erinnert daran, dass vor allem in den Jahren, als es in Rostock noch keine und dann zunächst nur eine kleine jüdische Gemeinde gegeben habe, das Haus „Zentrum und Aushängeschild der jüdischen Kultur in Rostock war“. Er wolle sich für den Erhalt der Einrichtung einsetzen. „Wenn ich etwas tun kann, will ich es auch tun“, so Wolff.

Projektleiter Frank Schröder verweist darauf, dass die Stiftung in den vergangenen zehn Jahren bereits Kürzungen von 25 Prozent hinnehmen musste.

2012 beteiligte sich das Bildungsministerium an einem Projekt mit 32 000 Euro. „Während der Laufzeit wurden im Antrag nicht ausgewiesene Lohnerhöhungen vorgenommen, und ein Jugendcamp als Gegenfinanzierungsquelle entfiel“, begründet Pressesprecher Henning Lipski die kritische Sicht des Ministeriums.

Für 2013 seien die Unterlagen in der Prüfung. „Es ist eine Förderung in Höhe von 25 000 Euro beabsichtigt“, so Lipski. Es sei auch weiterhin vorgesehen, dass Haus zu unterstützen. Ein Anspruch auf eine jährlich wiederkehrend gleichhohe Förderung bestehe jedoch nicht.

Thomas Sternberg

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