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Rostock Landratswahl geht unter im Schilder-Dschungel
Mecklenburg Rostock Landratswahl geht unter im Schilder-Dschungel
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04:28 13.09.2013
Im Gegen- satz zu ande- ren wird bei Facebook häu- figer über Poli- tik diskutiert."Michael Theis (FDP)
Güstrow

Kurz vor der Bundestagswahl wird an fast jeder Laterne um die Kreuze auf dem Stimmzettel am 22. September geworben. Im Landkreis Rostock stehen am gleichen Tag Landratswahlen an. Die fünf Kandidaten scheinen aber mit ihren Plakaten unterzugehen. In Zeiten der Kommunikation über das Internet, nutzen auch sie Plattformen wie Facebook. Oder sie werben mit ihrem Programm auf den Seiten ihrer Parteien.

Für Helmut Precht (Freie Wähler) wurde der falsche Zeitpunkt gewählt, um einen Landrat zu bestimmen. Dieser Termin sei nur für die Bürger im Kreis und den Landratskandidaten gedacht und hätte anders gelegt werden müssen. Der Kandidat arbeitet als Landwirt und hängt in seiner freien Zeit seine Plakate auf. „Das ist für mich die beste Gelegenheit, um mit den Wählern ins Gespräch zu kommen. Hier beantworte ich die meisten Fragen“, so Precht. Eine eigene Homepage hat er nicht eingerichtet und auf der Seite der Freien Wähler sind nur wenig Informationen über seine Kandidatur sichtbar. Deshalb hat sich der Landwirt einen Facebook-Account angelegt, um sein Wahlprogramm weiter zu streuen.

SPD-Kandidat Sebastian Constien hat wegen der doppelten Wahl anfänglich nicht auf Plakate gesetzt. „Mir ist bewusst, dass der Termin gleichzeitig zur Bundestagswahl unglücklich ausfällt. Deshalb muss auf einem anderem Weg auf meine Kandidatur aufmerksam gemacht werden“, sagt er. Plakate, auf denen der Bürgermeister aus Bützow — er kann die Hälfte seiner Arbeitszeit für den Wahlkampf nutzen — mit seinem Konterfei zu sehen ist, werden deshalb erst spät aufgehängt. Die wichtigsten Punkte die er als künftiger Landrat umsetzen will, vermittelt er auf seinen Veranstaltungen. Zusätzlich stehen sie auf seiner Internetseite. „Von Facebook und Twitter halte ich allerdings nicht viel“, sagt Constien. Die seien für diese seriöse Angelegenheit nicht angemessen.

Katy Hoffmeister (CDU), einzige weibliche Kandidatin, setzt verstärkt auf Facebook. „Dadurch erreiche ich Bürger, die sich sonst weniger für Politik interessieren.“ Hier bekomme sie durch viele Anregungen mit, welche Themen ihnen wichtig sind. „Unter anderem erneuerbare Energien oder die Kultur im Kreis“, so Hoffmeister, die sich ebenfalls auf einer Internetseite vorstellt. Sie befindet sie sich im Sonderurlaub und nutzt die Zeit bis zum 22. September, um auf Wählerfang zu gehen. „Der Terminkalender ist voll, jeden Tag stehen mindestens zwei Veranstaltungen an.“

Michael Theis von der FDP beschäftigt sich erstmals mit Facebook und ist begeistert: „Das ist ein sagenhaftes Medium. Hier kann ich häufiger mit den Bürgern Diskussionen führen als auf anderen Internetseiten.“ Anhand der steigenden Besucherzahl auf seiner Seite erkenne er, dass viele Landkreis-Bewohner seinen Wahlkampf verfolgen. Weitere Informationen und Termine, die der Berufstätige nach Feierabend oder den Wochenenden wahrnimmt, sind auf der Internetseite des FDP-Kreisverbandes zusammengefasst.

Kandidat Andreas Reinke (Linke) wird an drei Tagen pro Woche von der Funktion als Geschäftsführer vom Kreisverband der Rostocker Linken freigestellt. „An diesen Tagen und an Wochenenden bin ich gezielt im Landkreis unterwegs und vermittle meine Vorstellungen.“ Reinke, der auf der Internetseite des Kreisverbands mit seinem Programm vertreten ist, kommuniziert auch über Facebook. „Dieses Mittel wird aber noch nicht primär von mir genutzt. Es gibt Wähler, die kein Internet haben, deshalb ist mir ein persönliches Gespräch auf der Straße wichtiger.“

Mathias Otto

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