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Landwirte: MV ist kein Land massenhafter Tierhaltung

STEINHAGEN Landwirte: MV ist kein Land massenhafter Tierhaltung

Dioxin, Ehec, Pferd im Rindfleisch, Öko-Eier, die keine sind, und industrielle Massentierhaltung. Manfred Bissa, der Vorsitzende des Bauernverbands Bützow (BV), schüttelt nur den Kopf: „Letzteres Schlagwort hat uns schon 2011 beschäftigt und wird zu einem immer größeren Thema, doch ich möchte es als Unwort bezeichnen“, erklärt er jetzt auf dem Bauerntag in Steinhagen bei Bützow gegenüber seinen Kollegen.

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Manfred Bissa, Vorsitzender des Bauernverbandes Bützow, während seiner Rede zu den Mitgliedern.

Quelle: Kerstin Erz

Steinhagen. „Die Auswirkungen solcher Diskussionen bereitem uns Sorgen.“ Er erklärte: „Wir betreiben eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung.“

Zum Bützower Bauerntag waren nicht nur die Mitglieds-Landwirte gekommen, sondern auch Gäste. Hans-Joachim Meier, Amtsleiter des Staatlichen Umweltamts der Region (Stalu), beschäftigte der Widerstand gegen Großanlagen und Windkraftparks. „Ich habe in meinem Amtsbereich drei sehr gut funktionierende Bauernverbände. Aber wir sind fast lahmgelegt durch die vielen Einsprüche und Gerichtsverfahren“, klagte er.

Die Referentin des Bauernverbands Mecklenburg-Vorpommern, Silvia Ey, warf die Frage auf, ob Mecklenburg-Vorpommern wirklich das Land der Massentierhaltung sei. Und antwortete selbst: Sie denke, dass dem nicht so sei. MV halte 40 Großvieheinheiten auf 100 Hektar. Der Bundesschnitt liege bei 80, erklärte sie. Auch die Geflügelhaltung verändere sich nach politischen Entscheidungen, wie etwa mit dem Verbot der Käfighaltung. Die Landwirte hätten also in eine Ökoboden- und Freilandhaltung investiert.

Aber auch dagegen werde angegangen vom Verbraucher. „Das, was Gesetz ist bezüglich tiergerechter Haltung, muss aber auch nicht mit den Vorstellungen des Verbrauchers übereinstimmen“, so Ey. „Unser Problem ist die Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Unser Ehrenkodex ist der Blick aufs Tier, zwar zur Sicherung des Verbrauchs an Lebensmitteln. Aber darunter steht das Wohl des Tieres in seiner Haltung im Mittelpunkt.“ Mit ihrem Vortrag lief sie bei den Landwirten offene Türen ein.

Thomas Krüger, Mitglied im Agrarausschuss MV, fasste das Problem zusammen: Bei der Agrarwirtschaft gehe es um zwei nicht trennbare Seiten der Medaille — Umweltschutz und Geldverdienen.

Weiteres Fazit des Treffens: unbedingt mehr Werbung fürs Berufsbild machen — sonst werde es bald keine ausreichende Landwirtschaft mehr geben.

Kerstin Erz

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