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Rostock HMT will kreative Köpfe für neuen Studiengang
Mecklenburg Rostock HMT will kreative Köpfe für neuen Studiengang
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19:05 15.04.2019
Theaterprofessor Matthias Dreyer präsentiert den neuen Lehramtsstudiengang Theater an der HMT Quelle: Anh Tran
Rostock

Seit 2016 haben die Schulen Mecklenburg-Vorpommerns nach 10 Jahren wieder die Möglichkeit, Darstellendes Spiel als Unterrichtsfach anzubieten. Für die Hochschule für Musik und Theater (HMT) ein Grund, mehr Lehrer dafür auszubilden. Ab kommendem Wintersemester sollen die Studierenden in einer Zwei-Fächer-Kombination Theater im Lehramt belegen können. „Wir wollen Theater in der ganzen Breite und Tiefe vermitteln“, sagt Matthias Dreyer, zuständiger Professor für den Studiengang. Dadurch sollen die angehenden Lehrer fähig sein, ihr Wissen angemessen an Schüler weiterzugeben.

Schwerpunkte: Praxis, Theorie und Wissensvermittlung

Schon zuvor war Theater für Lehrämter verfügbar – doch nur als ergänzendes drittes Fach für Studierende der Universität Rostock. Jetzt soll das Darstellende Spiel als eines von zwei Hauptfächern verfügbar und mit größerem Umfang studierbar sein. „Theater ist neben Kunst und Musik ein wichtiges künstlerisches Fach, bei dem Schüler Kompetenzen erlernen, die sie in anderen Fächern nicht bekommen“, findet Matthias Dreyer.

Das Studium dauert neun bis zehn Semester und soll drei Schwerpunkte haben – darunter die „szenisch-künstlerische Praxis“. Hier sollen die Studenten lernen, mit Körper, Bewegung und Stimme zu arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel die Improvisation oder in einer Gruppe ein Stück zu gestalten.

Das zweite Lernfeld soll die Theorie sein. Dabei werden sich die Studenten wissenschaftlich und kritisch mit dem Theater beschäftigen. „Sie sollen fähig sein, die Geschichte und die Gegenwart des Theaters zu verstehen und zu analysieren“, so Dreyer. Die Pädagogik ist der dritte Punkt. Hier gehe es darum, Wissensvermittlung zu erlernen und diese praktisch anzuwenden. Dafür ist ein praktischer Teil geplant, in dem die Studenten Schulklassen betreuen, in denen Theater ein Unterrichtsfach ist.

Neue Medien werden genutzt

Ins Studium sollen neue Medien eingebunden werden. „Das ist vor allem wichtig, um junge Menschen an Schulen zu erreichen“, meint Matthias Dreyer. So sollen die Studenten Wege finden, mit Smartphones Theater zu gestalten. Dabei gehe es nicht nur um die klassische Darstellung auf der Bühne, betont Dreyer. „Wir wollen den Begriff Theater erweitern und neue Formen einbringen.“

Ein Vorbild seien sogenannte Video- oder Audiowalks, bei denen Teilnehmer mit dem Smartphone in der Hand durch die Stadt laufen und an bestimmten Orten Informationen zu einem Thema erhalten. „Eine digitale Schnitzeljagd sozusagen“, erklärt Dreyer.

Diese Art der Interaktivität sei ein wichtiger Faktor für die Vermittlung von darstellendem Spiel. „Theater ist nicht nur ein Stück auf der Bühne, sondern kann auch Formen annehmen, bei denen die Zuschauer aktiv dabei sind“, erklärt Dreyer. Er sieht darin einen Weg, mehr Menschen mit dem Theater anzusprechen und nicht nur eine kleine, elitäre Gruppe.

Kreativer Geist und Eigensinn gefragt

Die Nachfrage für den Studiengang sei bereits groß, sagt Pressesprecherin Angelika Thönes. „Uns haben viele Anfragen erreicht.“ Erfahrungsgemäß würden kurz vor Ende der Frist am 1. Mai noch zahlreiche Bewerbungen eingehen.

Für das Studium seien vor allem Kreativität und ein guter Draht zu jungen Leuten gefragt, sagt Matthias Dreyer. „Natürlich sollte man auch ein Interesse an Theater und angrenzenden künstlerischen Themen haben“, ergänzt er.

Nach einer schriftlichen Bewerbung mit Lebenslauf und Motivationsschreiben lädt die HMT die Interessenten zu einem Eignungstest ein, für den sie eine Einzelpräsentation vorbereiten. „Das muss aber nicht nur eine Rolle oder eine Szene aus einem Stück sein“, sagt Dreyer. Auch Singen, tanzen oder Monologe sind möglich. „Wir wollen überrascht werden und originelle Köpfe hier haben.“ Eine Improvisation und ein persönliches Gespräch gehören ebenfalls zum Test.

Anh Tran

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