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Leitsystem lotst in die Parklücke

GÜSTROW Leitsystem lotst in die Parklücke

Unnötiges Suchen in der Innenstadt bald passé? Güstrows Politik befasst sich mit technischer Lösung.

Güstrow. Güstrows Pendler und Besucher könnten demnächst problemlos Parkplätze ansteuern: Ein elektronisches Parkleitsystem soll darauf hinweisen, an welchen Stellen in der Stadt noch freie Plätze verfügbar sind. Die Kommunalpolitiker haben konkrete Vorstellungen, wie die Parkplatzsituation künftig aussehen wird. Darüber beraten sie derzeit.

Zwei Varianten stehen im Raum. Der erste Vorschlag, der von der Stadtverwaltung empfohlen wird, beinhaltet kostenpflichtige Parkplätze in der gesamten Altstadt. Die Bereiche im Randbereich sollen weiterhin kostenlos angeboten werden. „Das Stellplatzangebot bleibt für Pendler, Gäste und Dauerparker attraktiv“, heißt es in dem Vorschlag. Die Bewirtschaftung in der Innenstadt würde nach Variante eins von Montag bis Sonnabend zu den Stoßzeiten erfolgen. Dabei sollen die Angebote für das Bewohnerparken unmittelbar in der Altstadt berücksichtigt werden. Der nicht favorisierte Vorschlag würde eine flächendeckende Bewirtschaftung des gesamten Stellplatzangebotes in und um die Altstadt täglich rund um die Uhr bedeuten. Das heißt, Autofahrer müssten entweder tief in die Tasche greifen — oder noch längere Fußwege von freien Stellflächen bis in die Innenstadt in Kauf nehmen.

Beide Varianten sind zuvor öffentlich diskutiert worden. Aber noch scheint das Thema für die Güstrower in weiter Ferne. Nachdem das gesamte Konzept auf der Internetseite der Barlachstadt veröffentlicht wurde, im Stadtentwicklungsamt auslag sowie drei Informationsveranstaltungen füllte, gingen gerade mal drei Stellungnahmen aus der Bevölkerung ein. Sowohl die Verwaltung als auch die Mitglieder des Sozialausschusses zeigten sich verwundert, dass das Interesse der Güstrower am Thema äußerst gering ausfiel. Auf den öffentlichen Veranstaltungen informierten sich lediglich 39 von ihnen.

Der Sozialausschuss begrüßt die Entscheidung, dass vom Stadtentwicklungsamt nun eine Fortführung der Konzeption vorliegt. „Schon vor Jahren hatten wir ein geeignetes Parkleitsystem für Güstrow gefordert. Nun nähern wir uns dem Ziel“, sagt die Ausschussvorsitzende Hildegard Steinecke (Linke). In diesem Zusammenhang sprach sie das mittlerweile stark erhöhte Fahrzeugaufkommen in der Stadt an.

„Dadurch, dass Güstrow nach der Kreisneuordnung den Sitz bekommen hat, pendeln wieder mehr Menschen in die Stadt“, sagt sie.

Die Finanzierung des Parkleitsystems soll über die Einnahmen aus der derzeitigen Parkraumbewirtschaftung erfolgen. Aktuell füllen 16 Parkscheinautomaten die Stadtkasse. Sieben sind in den letzten beiden Jahren erneuert worden. Bei den neun Automaten plus zwei weiteren, die in der Hageböker Straße und im Fürstenhof installiert werden sollen, liegt der Investitionsbedarf bei rund 62 000 Euro.

Die durchschnittlichen Einnahmen aus allen Parkscheinautomaten in den Jahren 2005 bis 2010 betrugen pro Jahr etwa 80 000 Euro. „Anhand der Zahlen wird deutlich, dass sowohl die Amortisation der neu angeschafften Parkscheinautomaten als auch die Investition in weitere Automaten in einem kurzen Zeitraum möglich ist. Mit den erwirtschafteten Einnahmen ließe sich das Parkleitsystem finanzieren“, steht in der Beschlussvorlage.

Eine Prognose für die kommenden sieben Jahre ergab, dass weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden müssen, um die Nachfrage zu decken. Die Fortführung des Parkraumkonzepts durchläuft bis zum 6.

Juni sämtliche Ausschüsse. Am 20. Juni stimmen dann die Stadtvertreter darüber ab.

 

Mathias Otto

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Für einen Parkplatz in der Altstadt von Güstrow (Landkreis Rostock) müssen Autofahrer möglicherweise demnächst bezahlen.

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