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00:05 18.10.2017
Franka Marie Becker (29, v.l.) und Sarah Rosinski (27) haben 2016 den Verein „Lesemöwe“ gegründet. Quelle: Foto: Lea–marie Kenzler
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Viertklässler lesen und rechnen schlechter. Das hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erst vor kurzem im IQB-Bildungstrend verkündet. Der Bundesländervergleich zeigt, dass die durchschnittlichen Leistungen deutscher Grundschüler wieder gesunken sind. Das will der Rostocker Verein „Lesemöwen“ ändern und vermittelt Patenschaften zur Stärkung der Lesekompetenz.

Lesepaten und Leseschützlinge

Der Verein „Lesemöwe“ vermittelt Patenschaften zwischen Lesepaten und Leseschützlingen. Die Leistung des Vereins ist für jedes interessierte Kind zugänglich und kostenfrei.

Schützlinge, Paten und Schulen können sich jederzeit online oder telefonisch anmelden.

Am 15. November startet die Lesemöwe-Vorlesetour im OZ-Studio.

Weitere Infos: www.lesemoewe.de

„In Deutschland müssten Kinder geradezu ein ‚Grundrecht‘ auf Vorlesen haben. Denn hier liegt der Schlüssel zur Bildung. Wer nicht lesen und schreiben kann, wird in unserer Gesellschaft durch das Raster fallen. Denn wie sollen sich Kinder oder Jugendliche sonst im Alltag, im Supermarkt, bei Behördengängen oder in den sozialen Netzwerken sicher bewegen?“, erläutert Antje Neubauer, Vorsitzende des Fachkuratoriums Bildung bei der Deutsche Bahn Stiftung und Mitarbeiterin der Vorlesestudie 2016.

Auf diese Ergebnisse wurden auch Franka Marie Becker (29) und Sarah Rosinski (27) aufmerksam. Die ehemaligen Studentinnen gründeten 2016 den Verein „Lesemöwe“. „Wir möchten kleinen Rostockern beim Lesenlernen helfen“, erklärt Vorstandsvorsitzende Franka Marie Becker. Als Kind habe sie selber „schlecht gelesen“ und sich einen Partner gewünscht, der dieses Abenteuer teilte.

„Geringe Lesefähigkeit und -bereitschaft sind ein Chancennachteil. Lesen ist die Grundlage, deshalb vermitteln wir Patenschaften zwischen Lesepaten und Leseschützlingen“, sagt Sarah Rosinski. Und das mit Erfolg: Bereits 32 Mal konnten Lesepaten und Grundschüler miteinander verkuppelt werden.

Elisa Koeppe ist eine Lesepatin. Der Studentin flog auf dem Ulmencampus ein Flyer in die Hände, der ihr Interesse weckte. Warum? „Ich habe als Kind selber immer gern gelesen. Es ist wichtig, dass die Kleinen es nicht verlernen in einer Zeit, in der man sich sogar Internetseiten vorlesen lassen kann“, sagt die 26-Jährige. Und deshalb trifft sie sich schon seit über einem Jahr mit Luois, mal bei ihm zu Hause, mal im Café, mal in der Bibliothek. Dann lesen sie einander vor, teilen ihr Interesse für Kinderbücher und gehen gemeinsam auf fantasievolle Abenteuer. Auf diesen festen Termin im flexiblen Uni-Alltag freue sich die Wirtschaftsstudentin. Eine Vergütung könne der Verein dafür aber noch nicht leisten. Alle Paten sind ehrenamtlich tätig.

Eine Sache brenne den Initiatoren noch auf der Seele: „Wir leben vom Engagement und der Unterstützung anderer, um dieses kostenlose Bildungsangebot weiterzuführen“, sagt Franka Marie Becker. Als sie den Verein gründeten, überstiegen die Kosten für den Notar und das Vereinsregister schnell das Studentenbudget. Deshalb sei finanzielle Hilfe durch Partner, Kooperationen und Förderer enorm wichtig.

Um Lesepaten und Schützlinge in der vorweihnachtlichen Zeit zusammenzubringen, startet am 15. November die Lesemöwen-Vorlesetour. Um 15.30 Uhr sind alle kleinen und großen Leser in das Studio der OSTSEE-ZEITUNG eingeladen.

Lea-Marie Kenzler

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