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Liebherr baut Super-Kran in Überseehafen

Rostock Liebherr baut Super-Kran in Überseehafen

Der 168-Meter-Riese soll Offshore-Schiff mit Spezialanfertigung beladen.

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Blick auf die Firma Liebherr im Rostocker Überseehafen.

Quelle: Söllner, Frank

Rostock. Dieser Gigant wird im wahrsten Sinne des Wortes überragend: Im Rostocker Überseehafen baut Liebherr-MCCtec einen der größten landgebundenen Schwerlastkrane der Welt. Schwindelerregende 168 Meter soll der Koloss nach seiner Fertigstellung messen. Damit wird er selbst den Kühlturm des Steinkohlekraftwerks locker in den Schatten stellen. Bislang kursierten zu Liebherrs Bauplänen lediglich Gerüchte. Auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG bestätigt der Kranspezialist jetzt, dass im Überseehafen schon bald ein Bauwerk stehen soll, das nicht zu übersehen sein wird. „Aktuell sind wir noch in einer sehr frühen, internen Planungsphase und müssen viele Rahmenbedingungen abklären“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

DCX-Bild

Der 168-Meter-Riese soll Offshore-Schiff mit Spezialanfertigung beladen.

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Erste Details sind allerdings schon durchgedrungen: Der Kran wird große Massen bewegen. Bis zu 1600 Tonnen soll er hieven können. Das wären mehr als tausend deutsche Durchschnittsautos zusammen auf die Waage bringen. Den Kraftprotz braucht Liebherr, um einen anderen, nicht minder beeindruckenden Riesen zu verholen. Liebherr baut in seinem Rostocker Werk einen Kran für Arbeitseinsätze auf See: Mit dem sogenannten HLC (Heavy Lift Crane) 295000 sollen die Hanseaten das Spezialschiff „Orion“ ausstatten. Den Großauftrag hatte Liebherr erst vor wenigen Wochen an Land gezogen. Der HLC ist der bis dato kolossalste Kran in Liebherrs Firmengeschichte: 3000 Tonnen wird er bei einer Ausladung von 50 Meter und einer maximalen Hubhöhe von mehr als 170 Metern bewegen können. Im Frühjahr 2019 will Liebherr den Kran ausliefern. Er soll dann bei der Installation von Windparks und für den Rückbau von Offshore-Öl- und Gas-Plattformen eingesetzt werden.Um seine Bestandteile an Bord der „Orion“ zu bugsieren, baut Liebherr den 168-Meter-Kran.

Zu jenen, die Liebherr in seine noch streng geheimen Baupläne eingeweiht hat, zählt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Er ist von dem Projekt schlichtweg begeistert. „Man wird den Kran sogar von Gedser aus sehen können“, schwärmt der OB. Er könne sich den Koloss gut als Wahrzeichen der Hansestadt vorstellen. Kein Wunder: Ein Bauwerk einer solch rekordverdächtigen Größenordnung wäre wohl auch eine willkommene Demonstration dessen, wozu Rostocks Unternehmen zu leisten im Stande sind. Und eine gute Werbung für den Wirtschaftsstandort an der Warnow.

Der Kran im Überseehafen wäre Rostocks zweithöchstes Bauwerk: Nur die Spitze des Sendemastes in Toitenwinkel kann ihn toppen. Sie schnuppert mit ihren 245 Metern noch mehr Höhenluft. Sobald der Liebherr-Riese steht, verdrängt er den Kraftwerkskühlturm (141 Meter) auf Rang drei der Himmelsstürmer-Liste. Dahinter reihen sich der Fernmeldeturm in Stadtweide (140 Meter), der Turm der Petrikirche (117 Meter) und das Wiro-Hochhaus (77 Meter) ein. Das XXL-Septett komplett machen könnte der Wohnturm, den die Wohnungsgenossenschaft Union in Lütten-Klein bauen will. Das Hochhaus soll 66 Meter messen. Nur zwei Meter kleiner ist das Hotel Neptun am Strand von Warnemünde. Der unangefochtene Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommerns steht übrigens in Schwerin. Der Sendemast im Stadtteil Mueßer Holz bringt es auf 273 Meter. Zum Vergleich: Die Rügenbrücke ist mit 128 Metern noch nicht einmal halb so hoch.

Liebherr ist der größte Baumaschinenhersteller der Welt. Erfolge verbucht der familiengeführte Konzern auch mit seiner Kranbau-Sparte. In Rostock produziert die Firmengruppe seit 2005. Rund 1500 Mitarbeiter sind aktuell im Werk an der Ostsee beschäftigt. Weltweit sind etwa 42300 Menschen für die Firmengruppe tätig. Zu Liebherr gehören mehr als 130 Gesellschaften in über 50 Ländern auf allen Kontinenten. Zusammen erwirtschaften sie neun Milliarden Euro Umsatz pro Jahr.

OZ

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