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Löschzwerge wachsen in die Jugendwehr

SANITZ Löschzwerge wachsen in die Jugendwehr

Die Sanitzer Brandschützer werben ihren Nachwuchs bereits im Kindergarten an. Dort kümmert sich eine Erzieherin begeistert um die Kleinen und gibt ihnen auch schon Fachwissen mit auf den Weg.

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Löschmeister Wasserhose ist der Chef — hinter ihm steht allerdings Simone Horn.

Sanitz. Die besondere Sanitzer Art der Nachwuchsgewinnung für die Jugendfeuerwehr zeigt ihre Erfolge: Acht Kinder aus der Kindertagesstätte Siebenbuche des Vereins Auf der Tenne sind in diesem Jahr in die Sanitzer Jugendwehr gewechselt. „Damit haben wir jetzt 20 Mitglieder in der jungen Abteilung“, sagt Gemeindewehrführer Wilfried Matisseck (55). Gleichwohl weiß der Feuerwehrchef: „Überall geht das nicht so einfach, zu Feuerwehrnachwuchs zu kommen. Dazu muss man engagierte Leute haben.“

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Sarah (6), Miriam (6), Manuel (8), Ana-Lynn (6) und Matthis (8, v. l.) legen eine Löschwasserleitung.

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In Sanitz ist das vor allem die pädagogische Leiterin der Kita, Simone Horn (50). „Ich bin selbst förderndes Mitglied der Wehr“, erzählt sie. „Als 2009 bekannt wurde, dass Kinder schon im Alter von sechs Jahren in die Jugendwehr eintreten können, und nicht mehr bis zum zehnten Lebensjahr warten müssen, habe ich mir mit der Feuerwehr Gedanken gemacht, wie wir Nachwuchs begeistern können, bevor er von anderen Vereinen angeworben wird.“

Schnell war ein Kooperationsvertrag mit der Wehr unterschrieben, und die „Löschzwerge“ fanden sich zusammen. „Nun haben wir zwei Gruppen mit zwölf Kindern und eine mit 18 Kindern“, erzählt Simone Horn, „aber das ist auch das Maximum.“

Simone Horns Löschzwerge-Gruppen füllen sich schnell. „Die Kinder sind begeistert, aber man darf ihnen nicht zu viel hineinreden, sie wollen alles selbst machen und ausprobieren.“ Das ist eine gute Ausgangslage für die pädagogische Leiterin: „Über die Feuerwehrideale können wir den Kindern gut beibringen, was es heißt, sich gegenseitig zu helfen und in einem Team zu arbeiten.“ Und wie nebenbei lernen die Kinder etwas über den Brandschutz und über das Verhalten im Straßenverkehr.

In einem Raum der Kindertagesstätte haben die Löschzwerge ihr eigenes Feuerwehrhaus. Dort lagern die Feuerwehrschutzhelme, ihre Handschuhe, die T-Shirts, Schläuche, Wasserspritzen und was sonst noch so für die „Kita-Einsätze“ gebraucht wird. Auch die Handpuppe Löschmeister Wasserhose hat hier ihren Platz — die vieles erklären kann für die Einsätze. „Es müssen Einsätze gespielt werden“, sagt Simone Horn, „die Kinder wollen das tun, was die Feuerwehr macht.“ Wenn sie später in die Jugendwehr einträten, „können sie schon einiges“. Sie wissen auch einiges: „Zum Beispiel, dass die Feuerwehr in eine Gemeinde gehört“, sagt die Chefin der Löschzwerge.

Das lernen sie dann wohl auch, wenn der Sanitzer Bürgermeister seine jüngsten Brandschützer bei offiziellen Besuchen einsetzt, wie jüngst, als eine Delegation aus Polen kam. „Da waren die Löschzwerge dann der Lacher“, sagt Simone Horn, die sich als Frau darüber freut, dass fast immer so viele Mädchen wie Jungen vertreten sind.

Grundausbildung
Die Löschzwerge lernen in der Kita-Feuerwehr schon, wie man einen Notruf richtig durchsagt. Sie können außerdem kleine Verbände bei Verletzten anlegen und eine Löschwasserversorgung legen. Den Kita-Kindern wird zudem beigebracht, wie Feuerwehrknoten geknüpft werden, und sie sind fit, wenn es um das Fachvokabular der Brandschützer geht. Sie können die einzelnen Fahrzeuge unterscheiden und wissen, was ein Lösch-, Schlauch- und Angriffstrupp ist.

 

Michael Schißler

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