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Rostock Maikundgebungen für faire Löhne in MV
Mecklenburg Rostock Maikundgebungen für faire Löhne in MV
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13:29 02.05.2018
Rund 1000 Menschen folgten in Rostock der Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Maifeier auf dem Kastanienplatz. Quelle: Thomas Niebuhr
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Rostock

Der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn, hat zum Tag der Arbeit faire Arbeitsbedingungen und deutliche Lohnsteigerungen gefordert. Darüber hinaus müsse mehr für den Schutz und die Mitbestimmung der Beschäftigten bei der Einführung digitaler Technik in den Betrieben getan werden, sagte Polkaehn am Dienstag in Güstrow. Dort hatten sich zum Auftakt mehrerer 1.-Mai-Veranstaltungen der Gewerkschaften nach Polizeiangaben rund 100 Menschen versammelt.

Der DGB Nord veranstaltet im Norden Deutschlands insgesamt 29 Maifeiern, Familienfeste, Demonstrationen und Kundgebungen.

Mehr Traifverträge und mehr Betriebsräte in Stralsund gefordert

Kaum flächendeckende Tarifverträge in der Region, zu wenig Betriebsräte in Unternehmen und zu viele Langzeitarbeitslose – dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehen in Vorpommern die Themen nicht aus, wie Volker Schulz, DGB-Regionsvorsitzender, am Dienstag in seiner Rede zum 1. Mai in Stralsund deutlich machte.

„In Mecklenburg-Vorpommern werden die geringsten Gehälter deutschlandweit gezahlt“, konstatierte der Gewerkschaftsfunktionär und stellte fest: „ Mindestlohn kann kein Ersatz für fehlende Tarifverträge sein. Deshalb steht für uns der Tariflohn an erster Stelle.“ Schulz forderte die Politik im Land auf, dafür entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Erstmals hatte der DGB zur Kundgebung in den Bürgergarten der Hansestadt eingeladen. Das Programm mit Ruderboot-Fahrten, Kinderzirkus und Hüpfburg wurde von vielen Familien genutzt.

Ministerpräsidentin und Familienministerin zu Gast in Rostock

Rund 1000 Menschen folgten in Rostock der Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Maifeier auf dem Kastanienplatz. Im Zentrum stand am Tag der Arbeit die Forderung nach fairen Löhnen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Ministerspräsidentin Manuela Schwesig waren prominente Gäste.

Seit Jahren auch zum 1. Mai immer wieder ein Thema: gleiche Löhne in Ost und West. Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei bei den Löhnen und der Rente immer noch die deutsch-deutsche Grenze sichtbar, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzende des DGB Nord am Dienstag. Arbeitnehmer in MV bekämen im Schnitt 37 Prozent weniger Bruttogehalt als in Hamburg. „Das ist ein Armutszeugnis, das darf so nicht bleiben.“

Menschen, die jeden Tag hart arbeiten müssten davon gut leben können, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Wir müssen darauf achten, dass der Mindestlohn bezahlt wird, und der muss massiv nach oben“, forderte Uwe Polkaehn. Das Land will dabei vorangehen, kündigt die Regierungschefin an. MV werde künftig öffentliche Aufträge nur noch dann bezahlen, wenn der Vergabemindestlohn bei 9,54 Euro liege.

Der Bund werde viel Geld bereitstellen, um Eltern bei der Kita-Kosten zu entlasten, brachte Familienministerin Franziska Giffey (SPD), die auf der Bühne erst lange zuhören musste, als Botschaft mit nach Rostock. „Davon wird auch Mecklenburg-Vorpommern profitieren.“

Thomas Niebuhr und Dpa Jörg Mattern

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