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Rostock Mecklenburg-Vorpommern macht Lust auf Genuss
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05:52 19.01.2019
Hanf hat Zukunft: Die Landesminister Till Backhaus (SPD) und Katy Hoffmeister (CDU) sowie Oberstaatsanwalt Peter Lückemann (v.r.) begutachten am Stand der Hanf Farm GmbH Produkte aus der Faserpflanze. von links: Firmenchef Rafael Dulon und Agrarstudent Hannes Lenhart Quelle: Elke Ehlers
Berlin

„Bei Hanf bin ich vorsichtig“, meint Justizministerin Katy Hoffmeister, als Rafael Dulon sie an seinen Stand winkt. Doch der Geschäftsführer der Hanf Farm GmbH lässt nicht locker. Er will der Ministerin zeigen, dass Hanf viel mehr ist als das Rauschgift Cannabis. Öle, Tropfen, Samen, Tee und Schokolade, sogar einen Aktenkoffer aus Hanffasern hat Dulon mit zur Grünen Woche gebracht. Zünftig trägt sein Mitarbeiter Hannes Lenhart ein Hemd aus der heimischen Pflanze. „Fasst sich an wie Leinen“, urteilt die CDU-Politikerin über den Stoff.

Hanf ist besonderer „Stoff“: Verarbeitungswerk in Müritz-Region geplant

Über die Vielfalt der Dinge, die sich aus dieser Art „Stoff“ herstellen lässt, staunen Ministerin Hoffmeister und Oberstaatsanwalt Peter Lückemann, der sie begleitet, nicht schlecht. Wichtig ist den beiden Justizvertretern aber vor allem eines: Die reichlich sprießenden Blätter müssen einen so geringen Anteil berauschender Substanzen haben, dass niemand mit dem Gesetz in Konflikt gerät. „Kein Problem“, versichert Agrarminister Till Backhaus (SPD).Mehrere Sorten Industriehanf seien für den Anbau zugelassen. „Unsere Bauern sollten die uralte Kultur unbedingt wiederentdecken“, meint Backhaus. „Das ist eine genügsame Pflanze, die auf dem Markt gefragt ist.“ In der Müritzregion (Mecklenburgische Seenplatte) bauen 15 Ökobetriebe auf 550 Hektar Hanf für die Berliner Firma an, die in der Müritzregion ein Verarbeitungswerk plant. Hanf Farm-Chef Dulon betont: „Wir suchen weitere Bauern, die uns beliefern.“

Seit 20 Jahren ist MV mit eigener Halle dabei

Mit rund 70 Ausstellern präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern seit Freitag in der Länderhalle 5.2b. Erstmals seien alle sechs Landkreise auf der weltgrößten Ernährungsausstellung in Berlin dabei, freut sich Backhaus. „Die Kreise haben das Potenzial der Messe erkannt, die Metropole Berlin ist ein wichtiger Abnehmer für unsere Produkte.“ Seit 28 Jahren beteiligt sich MV an der Messe, davon 20 Jahre mit einer eigenen Halle. Vor allem Ostseeküste und Mecklenburger Seenplatte nutzen die Grüne Woche auch für die Tourismus-Werbung. „Unser Land macht rundum Lust auf Genuss“, verspricht der Minister. Am traditionellen Ländertag am Sonnabend, zu dem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erwartet wird, steht der Landkreis Rostock im Mittelpunkt.

Verkosten macht Spaß: von Wildsalami bis Wacholderschnaps

Neben vielen „Wiederholungstätern“ gibt es unter den Ausstellern in der Halle auch interessante Neulinge, darunter die Wildmanufaktur Dobbertin (Ludwigslust-Parchim). Deren Inhaberin, Andrea Leimer, schlenderte im vorigen Jahr noch als Besucherin über die Messe. In der MV-Halle gab es keinen Wildanbieter. „Ohne Wild, da fehlt hier was“, dachte sich die passionierte Jägerin. „Da haben wir uns beworben.“ Beim Verkosten der Wildsalami ist das Mecklenburger Minister-Duo begeistert. „Luftgetrocknet, das ist schon etwas Besonderes“, lobt Backhaus mit Kennerblick. „Ganz vorzüglich“, pflichtet Kabinettskollegin Hoffmeister ihm bei. In diesem Jahr sind aus dem „wilden MV“ sogar zwei Verarbeiter von Wildschwein, Hirsch und Co. in Berlin dabei, neben den Dobbertinern außerdem die Gebrüder Klar aus Greifswald mit ihrer Wildbret MV KG.

Als Messe-Neuling outet sich auch Ministerin Hoffmeister. Seit 2016 sei sie in der Landesregierung für den wirtschaftlichen Verbraucherschutz zuständig. „Da liegt es doch nahe, dass der landwirtschaftliche Verbraucherschutz mich auch interessiert“, sagt die gebürtige Kühlungsbornerin – und steuert zielsicher auf ein Produkt zu, das wie schon der Hanf in ihrem Ministerium eher mit Straftaten in Verbindung steht: Alkohol. Am Stand der Spirituosenbrennerei „Männerhobby“ aus Klein Kussewitz (Landkreis Rostock) wird angestoßen: auf den Geburtstag des Chefs, das darf sein. Zumal der Försters Heide-Gin mit Nadeln der Küstentanne aus der Rostocker Heide destilliert ist. Katy Hoffmeister freut’s: „Ein echter Genuss aus der Heimat.“

Elke Ehlers

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