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Rostock Zahl der Zulassungen hat sich verdoppelt
Mecklenburg Rostock Zahl der Zulassungen hat sich verdoppelt
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20:10 25.10.2018
Uwe Lehmkuhl (55) aus Bentwisch setzt in seiner Firma seit Jahresbeginn ein Elektro-Auto ein. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Jahrelang bewegte sich die Zahl der Elektro-Autos in Rostock bei 40. In diesem Jahr sind nun auf einen Schlag 50 Wagen hinzugekommen. Das ist zwar bei insgesamt 75 000 zugelassenen Fahrzeugen noch immer ein verschwindend geringer Anteil, wie Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) einräumt. Und dennoch kommt langsam Bewegung in die Entwicklung. Am Mittwoch trafen sich 70 regionale Firmenvertreter zu einem Elektro-Mobilitäts-Gipfel bei der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, um sich über Erfahrungen und Möglichkeiten auszutauschen.

Uwe Lehmkuhl zum Beispiel setzt seit Januar in seiner Firma ein Elektro-Auto ein. „Die Reichweite ist noch ausbaufähig“, sagt der 55-Jährige. Etwa 150 bis 160 Kilometer schaffe der Wagen am Stück. „Nach Hamburg würde ich damit daher nicht fahren wollen“, so Lehmkuhl. Im Stadtverkehr und im Umland von Rostock sei das E-Auto jedoch sehr gut einsetzbar. Zumal es im Unterhalt äußerst günstig sei: „Keine Reparaturen, keine Untersuchungen, keine Öle, keine Hydraulik – das ist alles sehr komfortabel“, sagt der Geschäftsführer der Haus Elektrotechnik Lehmkuhl GmbH.

Skepsis bei Firmenvertretern

Als Lehmkuhl am Mittwoch mit den anderen Firmenvertretern über seine Erfahrungen spricht, spürt er sehr viel Skepsis, wie er später sagt. „Es herrscht noch etwas Unwohlsein bei dem Thema.“ Ein Grund dafür ist die fehlende Infrastruktur, wie Axel Hochschild, der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, bemerkt. „In Mecklenburg-Vorpommern haben wir 100 Ladestationen. In Bayern sind es 2700. Wir haben hier einen erheblichen Nachholbedarf“, so Hochschild. Er fordert mehr unbürokratische Fördermöglichkeiten durch Land und Bund.

60 Betriebe in MV haben sich inzwischen auf E-Mobilität spezialisiert, ein Großteil davon in und um Rostock. Auch die Zahl der Auszubildenden nimmt hier zu, wie die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Rostock / Bad Doberan, Gabriela Glävke-Münkwitz, mitteilte.

Lange Lieferzeiten

Das Handwerk fungiert einerseits als Dienstleister. „Ob Vertrieb, Wartung oder Verknüpfung mit Bereichen wie Smart Home – unsere Firmen begleiten die Nutzung der Elektromobilität mit höchster Qualität und Sicherheit“, sagt Hochschild. Zugleich nutzen die Handwerksbetriebe, zum Beispiel im Nahrungsmittelbereich, verstärkt E-Fahrzeuge zur Belieferung der Filialen.

Der Bedarf ist also da, so Hochschild. Allein: „Die deutsche Autoindustrie muss auch mitziehen.“ Eine Problem seien die langen Lieferzeiten. Als Vorreiter gilt inzwischen die Deutsche Post, die für die Brief- und Paketzustellung eigene Elektro-Transporter entwickelt hat. 30 solcher Streetscooter sind derzeit in Rostock im Einsatz.

Neuer Schwung zum Jahreswechsel

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, Claus Ruhe Madsen, hofft, dass demnächst ordentlich Schwung in die Entwicklung kommt. „Ab Jahresende 2018 und im nächsten Jahr kommen viele neue Elektrofahrzeuge auf den Markt. Die Kunden haben dann eine viel breitere Auswahl, vom Kleinwagen bis zum Premiummodell und SUV, sowohl reine Elektroautos als auch Hybride“, sagt Madsen.

Zudem gelten ab 2019 neue Regeln für Firmenwagen. „Statt einem Prozent des Listenpreises werden für Elektrofahrzeuge dann nur noch 0,5 Prozent angesetzt – für viele Unternehmen ein Argument, über die Anschaffung eines E-Autos nachzudenken“, so der IHK-Präsident. Laut Senator Matthäus ist ein Elektro-Auto in der Anschaffung zwar 50 Prozent teurer als ein vergleichbares Benzin- oder Dieselfahrzeug. Dafür liegen die Verbrauchskosten bei einem E-Wagen aber auch nur bei der Hälfte oder einem Drittel. Und in Rostock können Besitzer künftig sogar kostenlos parken.

André Wornowski

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