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Rostock Mehr Erzieher für Rostocks Krippen?
Mecklenburg Rostock Mehr Erzieher für Rostocks Krippen?
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22:00 05.12.2018
Gemeindepädagoge Philipp Schnabel singt mit den Hortkindern der Kita „Am Wäldchen“ in Toitenwinkel. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

In Rostocks Krippen werden derzeit sechs Kinder von einem Erzieher betreut. Aus Sicht der CDU ist das zu wenig. Die Konservativen haben daher prüfen lassen, ob eine Erhöhung des Personalschlüssels auf 1,35 Erzieher möglich ist. Ergebnis: „Aus rechtlicher und inhaltlicher Sicht bestehen für eine Erhöhung des Personalschlüssels von gegenwärtig 1,1 auf 1,35 keine Bedenken“, teilt Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) mit. Schließlich würde sich die Betreuungsqualität für die unter Dreijährigen verbessern und Personalausfälle könnten stärker kompensiert werden.

Doch der Senator hat Zweifel an der Umsetzbarkeit. Denn schon jetzt finden die Träger kaum Erzieher. Und die Mehrkosten von 5,5 Millionen Euro pro Jahr, die für die insgesamt 100 zusätzlichen Stellen anfallen, blieben allein an der Stadt hängen. „Wegen mangelhafter Beteiligung des Landes“, sagt Bockhahn. Den größten Bedarf an Personal sieht er ohnehin im Hort: Hier kommen auf einen Erzieher durchschnittlich 22 Kinder.

Die Bürgerschaft hat das Thema am Mittwoch noch nicht angefasst. Auch die mit Spannung erwarteten Entscheidungen zu Wohnungsverkäufen der städtischen Wohnungsgesellschaft Wiro und zum Kleingartenwesen sind auf Januar vertagt worden. Im Publikum traf das nicht gerade auf Verständnis. „Das ist schade, weil das Thema vielen Kleingärtnern unter den Nägeln brennt“, sagte zum Beispiel Christian Seifert, Chef des Verbandes der Rostocker Gartenfreunde.

Keine sachgrundlosen Befristungen mehr

Einen Grundsatzbeschluss fassten die Stadtvertreter hingegen zur Personalpolitik im Rathaus: Der Oberbürgermeister darf ab sofort keine sachgrundlos befristeten Stellen mehr ausschreiben. Als einen Grund dafür nannten die Grünen den Fachkräftemangel: „Befristete Stellen sind unattraktiv und die Stadtverwaltung kann sich keine vielen Wechsel leisten“, sagt Bürgerschaftsmitglied Nicole Peter. Auch gehe dem Rathaus wertvolle Fachkompetenz verloren, wenn eine sachgrundlose Befristung nach zwei Jahren ende.

Aus Sicht der CDU ist der Beschluss überflüssig. Erstens sei er rechtlich nicht haltbar. Zweitens versuche die Verwaltung schon jetzt alles, um sachgrundlose Befristungen zu vermeiden. Nur sei das in einigen Fällen nicht möglich. Der Personalchef der Stadtverwaltung, Dirk Zierau, erläutert: „Bis zu 15 Prozent unserer Beschäftigten wollen inzwischen in Teilzeit arbeiten, also auf 30 und 35 Stunden runtergehen.“ Dadurch entstünden Lücken, die mit sachgrundlosen Befristungen gefüllt werden. „Anders geht es nicht, weil wir die Mitarbeiter nicht verpflichten können, dauerhaft in Teilzeit zu gehen“, sagt Zierau.

Aus Sicht von Anke Knitter (SPD) dienen solche Befristungen jedoch oft nur der Verlängerung der Probezeit. Ihr Parteikollege Christian Reinke sieht Probleme bei der Familienplanung: „Das schlimmste Verhütungsmittel ist ein befristeter Arbeitsvertrag“, sagt Reinke. Denn die Betroffenen wüssten nie, wie es nach den zwei Jahren weitergeht.

Wie die CDU hat auch Sybille Bachmann (Rostocker Bund) juristische Bedenken. Sachgrundlose Befristungen dürfen nicht ausgeschlossen werden, so die Kommunalpolitikerin. Aktuell sind im Rathaus 48 Beschäftigte von der Regelung betroffen. „Das sind 1,8 Prozent der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung“, so Bachmann. Mit dem jetzigen Beschluss sei niemandem geholfen: Die Stellen blieben unbesetzt und die Arbeitssuchenden haben keinen Job.

Das Rathaus rechnet in den nächsten zehn Jahren mit 900 Stellenausschreibungen – 600 davon, weil Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden.

Manager für Groß Klein

Die Bürgerschaft hat den Oberbürgermeister beauftragt, das Stadtteilmanagement in Groß Klein zum 1. Januar 2019 personell abzusichern. Einen entsprechenden Antrag reichte die SPD ein.

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