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Warnemünde Mehr Schiff passt kaum in den Hafen

Mit der „Norwegian Getaway“ hat das bislang größte Schiff Warnemünde angelaufen

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Mit der „Norwegian Getaway" hat gestern das größte Kreuzfahrtschiff in der bisherigen Geschichte in Warnemünde fest gemacht.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Warnemünde. Mit dem Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ der us-amerikanischen Reederei Norwegian Cruise Line (NLC) hat gestern der bislang größte Kreuzliner im Warnemünder Hafen festgemacht. „Die ,Norwegian Getaway’ kommt das erste Mal nach Deutschland zurück, seit sie 2014 in Papenburg gebaut wurde“, sagte gestern NLC-Sprecherin Julia Thiemann.

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Mit der „Norwegian Getaway“ hat das bislang größte Schiff Warnemünde angelaufen

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„Das Schiff wird nun alle neun Tage auf Kreuzfahrt nach Skandinavien, Russland und ins Baltikum aufbrechen.“ Angelaufen würden dabei Tallinn, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm und Kopenhagen.

Für Warnemünde als Ziel hatte sich die Reederei entschieden, weil sie bislang schon gute Erfahrungen mit dem Hafen gemacht hatte. Großen Wert legt die Norwegian Cruise Line auf „das professionelle Handling des Passagieraufkommens“.

Gisbert Ruhnke, Rostocker Hafenkapitän, bestätigte gestern die Angaben der Reederei: „Es stimmt, die ,Norwegian Getaway’ ist das größte Kreuzfahrtschiff, das bislang den Warnemünder Hafen angelaufen hat.“ Denn die Parameter stimmen, so Ruhnke. In Warnemünde könnten Schiffe mit bis zu 46 Meter Breite, 330 Meter Länge und 9,50 Meter Tiefgang anlegen. „Das wird bei der ,Norwegian Getaway’ gerade so eingehalten“, fügte er hinzu. Man habe all dies vor dem Erstanlauf genauestens überprüft: „Laut Zulassung ist alles okay“.

Okay ist auch alles für Christian Hardt, bei Rostock Port für die Unternehmenskommunikation und die Kreuzschifffahrt zuständig. „Das ist immer noch etwas Besonderes, wenn ein solch großes Schiff in Warnemünde einläuft“, sagte Hardt gestern, der den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes gemeinsam mit dem Hafenkapitän Ruhnke begrüßt hatte. „Und etwas absolut Spannendes für alle, die daran beteiligt sind“, fügte er hinzu.

„Die ,Getaway’ ist zwar nach der Bruttoraumzahl das größte Schiff in Warnemünde“, sagte Hardt, „die ,Regal Princess’ allerdings ist mit 330 Meter Gesamtlänge vier Meter länger gewesen.“ Für die Nautiker sei es auch immer wieder eine Herausforderung einen neuen Hafen anzulaufen, sagte Hardt, „dabei kommt es vor allem auf die Wind- und Strömungsverhältnisse an.“

In dieser Saison, so berichtete Hardt, würde nur ein Teil der Passagiere in Warnemünde wechseln. „Insgesamt gibt es für die ,Norwegian Getaway’ 14 Termine für Anläufe“, so der Pressesprecher von Rostock Port. Über die Einnahmen der Hafengesellschaft konnte Hardt noch nichts sagen. „Da gibt es viele Besonderheiten, wie zum Beispiel Rabatte“, sagte er. „Außerdem kommt es darauf an, wie viele Passagiere auf so einem Dampfer sind.“ Dass auch Geld eine Rolle im Hafengeschäft spielt, verschwieg Hardt nicht: „Es geht uns wie den Eisverkäufern, wir müssen unsere Einnahmen innerhalb von nur fünf Monaten machen, um wieder etwas in die Kaikanten investieren zu können.“ Als öffentliche Gesellschaft sei es Rostock Port ohnehin wichtig, für gute Geschäfte im Hinterland zu sorgen, denn: „Das Anlegen eines solches Schiffes hat Auswirkungen auf die verschiedenen Verkehre im Hafenbereich“, sagte Hardt. „Beispielsweise für die Busse und die Lastwagen.“

Das weiß Uwe Kloska ganz gut, zu dessen Unternehmensgruppe die Schiffsversorgung Rostock gehört. „Wir beliefern die ,Norwegian Getaway’ mit Proviant“, sagte Kloska. „Die Größe eines Schiffes hat auf unsere Arbeit keine Auswirkungen, bei uns kommt es auf die Zahl der Passagiere an. Wir liefern 10000 oder 15000 Eier, wichtig ist, dass wir die Lieferanten dafür haben.“ In Rostock beschäftigt die Kloska-Group 160 Mitarbeiter, davon 110 in der Schiffsversorgung. „Die ,Getaway’ ist für uns auf jeden Fall ein interessantes Geschäft“, so Kloska, dessen Unternehmen nicht nur Kreuzfahrer sondern auch Frachtschiff beliefert: „Flexibel müssen wir bei allen sein.“ Mit gemischten Gefühlen sieht Dietmar Vogel, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, die großen Schiffe im Hafen. „Einerseits beleben sie den Ort und ziehen Tagestouristen an, das ist schon wichtig“, sagte er gestern. Allerdings habe eine Untersuchungen vor etwa drei Jahren ergeben, „dass die Kaufkraft von Kreuzfahrtgästen die Einzelhandelsumsätze kaum erhöht, nur um etwa zwei Prozent.“

Wasserpark, Meerespromenade und Show-Meile

326 Meter lang ist die „Norwegian Getaway“ der US-amerikanischen Reederei Norwegian Cruise Line, die ihren Firmensitz in Miami/Florida hat. Sie bietet Platz für mehr als 4000 Passagiere. Besatzung: 1600 Seeleute. Für die Passagiere gibt es 2014 Kabinen. Gebaut wurde der Gigant auf der Meyer Werft in Papenburg. Seit der Indienststellung 2014 kehrte das Schiff jetzt erstmals nach Deutschland zurück. Bislang war es in der Karibik im Einsatz.

„Norwegian Getwaway“ ist ein Schiff der Superlative. Highlight ist der Wasserpark 17 Decks über dem Meer mit fünf Wasserrutschen, die über mehrere Stockwerke gehen, zwei Pools und vier Whirlpools. Der Sportkomplex mit Hochseilgarten, Fels-Kletterwand, Minigolf und Basketball-Platz erstreckt sich über drei Ebenen. Auf einer 400 Meter langen Meerespromenade mit Bars und Restaurants können die Gäste flanieren. Das Entertainment-Angebot umfasst Konzerte, Musicals, Comedy.

Das Rumpfdesign stammt von dem Graffiti-Künstler David „Lebo“ Le Batard und stellt unter anderem eine Nixe, die Sonne, Pelikane und Palmen dar.

Michael Schißler

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