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Rostock Mehr Umschlag erfreut Hafen-Chefs
Mecklenburg Rostock Mehr Umschlag erfreut Hafen-Chefs
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00:01 13.01.2018
Die Geschäftsführer von Rostock Port, Jens A. Scharner (l.) und Gernot Tesch, sind zufrieden mit dem Jahr 2017. FOTOS (5): OVE ARSCHOLL
Seehafen

Immer im Januar wiederholt sich das Ritual. Erst präsentiert Rostock Port die Zahlen des abgelaufenen Jahres, anschließend bitten die Hafenentwickler zum Neujahrsempfang. Für die Geschäftsführer Gernot Tesch und Jens A. Scharner waren das gestern erfreuliche Ereignisse. Erneut konnten sie von einem steigenden Umschlag und von Millionen-Investition in die Zukunft des Überseehafens berichten. Alle Rostocker Häfen zusammen legten beim Umschlag das bisher beste Ergebnis überhaupt hin.

Häfen in der Hansestadt legen Rekord hin / Rostock Port lud zum Neujahrsempfang

28,8 Millionen Tonnen Güter wurden 2017 in den Rostocker Häfen umgeschlagen. Damit wurde das beste Ergebnis in der Geschichte erzielt. Allein im Überseehafen gingen 26,9 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. Weitere 1,9 Millionen Tonnen wurden laut Hafen- und Seemannsamt im Fracht- und Fischereihafen, Chemiehafen und anderen Hafenanlagen bewegt.

Die positive Wirtschaftslage in Deutschland spiegelt sich auch an den Kaikanten wider: 28,8 Millionen Tonnen Güter wurden umgeschlagen, 200 000 Tonnen beziehungsweise knapp ein Prozent mehr als im Jahr 2016. „Das zeigt die Leistungsfähigkeit des Standorts“, sagt Jens A. Scharner. Rund 1,9 Millionen Tonnen wurden laut Hafen- und Seemannsamt im Fischereihafen, im Chemiehafen und den anderen Rostocker Hafenanlagen umgeschlagen. Der Überseehafen ist mit 26,9 Millionen Tonnen beteiligt. Insgesamt gab es im Seehafen 7752 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen.

Passagiere, Autos und Lastwagen retten die Bilanz

Nur im Rekordjahr 2008 – vor der großen Weltwirtschaftskrise – schaffte der Überseehafen mit 27,2 Millionen Tonnen mehr Umschlag. Die Steigerung fiel mit 100000 Tonnen gegenüber 2016 eher gering aus. „Der Fähr- und RoRo-Verkehr hat uns die Bilanz gerettet“, erklärt Gernot Tesch. Die Anzahl der beförderten Fährpassagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland erhöhte sich um 200000 und damit auf einen neuen Bestwert von 2,5 Millionen Reisenden. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Seehafens Rostock betrug im vergangenen Jahr 62 Prozent.

Weniger Getreide nach schlechter Ernte verschifft

Das kleine Plus sei umso bemerkenswerter, da es Verluste „in sehr tonnenintensiven Umschlagsegmenten“ gab, berichtet Gernot Tesch. Einiges wurde erwartet. Zum Beispiel, dass durch die schlechte Weizenernte weniger Getreide verladen wurde. Auch ging weniger Zement nach Skandinavien, weil die Hersteller ihre Produkte dank des Baubooms gleich hier in Deutschland verkaufen konnten. Einbußen gab es auch bei der Verschiffung von Windkraftanlagen.

Millionen in die Modernisierung der Liegeplätze

Die Jahre 2018 bis 2020 will Rostock Port vor allem nutzen, um die Infrastruktur zu modernisieren, kündigt Jens A. Scharner an. „Die Anlagen aus den 60er Jahren entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.“ Rund 34 Millionen Euro sollen in diesem Jahr investiert werden, doppelt so viel wie 2017. Dabei richten die Planer vor allem den Blick auf die Tragfähigkeit der Flächen an den Liegeplätzen und den Tiefgang für die Schiffe. „Ziel ist es, nach der vom Bund geplanten Seekanalvertiefung sofort für große Massengutfrachter angebotsfähig zu sein“, sagt Jens A. Scharner. So würden auch die Voraussetzungen geschaffen, um gegenüber Lübeck oder besonders den polnischen Häfen wettbewerbsfähig zu bleiben, ergänzt Gernot Tesch.

Minister: Bund plant 2020 Geld für Seekanal ein

Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) sieht die geplante Seekanalvertiefung auf 16,50 Meter auf einem guten Weg. „Ziel ist, in zwölf bis 18 Monaten die ,Baugenehmigung’ zu haben“, erklärt Pegel. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung stehe das Planfeststellungsverfahren an. Das Land und die Bundesbehörde, das Wasser- und Schifffahrtsamt seien in ständigem Austausch. Um früh Hindernisse aus dem Weg zu räumen, so Pegel. Er freue sich jedenfalls, dass der Bund für 2020 bis 2022 bereits Geld für die Rostocker Seekanalvertiefung eingeplant habe.

Hafen braucht Flächen für neue Ansiedlungen

Während beim Seekanal über die nächsten fünf Jahre gesprochen werde, müssten auch die kommenden 40 betrachtet werden, erklärte Minister Pegel. „Flächenvorsorge“ war daher auch eines der am häufigsten gebrauchten Worte beim Neujahrsempfang. „Wenn es uns gelingt, ausreichend Flächen am seeschifftiefen Wasser bereitzustellen, werden wir auch weitere Ansiedlungen im Logistik- und Industriebereich erleben“, so Gernot Tesch. In einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern müsste es möglich sein, Areale für Gewerbe, Wohnen und Natur festzulegen. Dabei hat Tesch vor allem die lange diskutierte Erweiterung nach Peez und Krummendorf im Blick. Zur möglichen Umwandlung in Vorrangflächen für den Hafen laufen Untersuchungen. Gerd Schäde vom regionalen Planungsverband erwartet die Ergebnisse in einigen Monaten.

Thomas Niebuhr

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