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Rostock Mehr als 1000 Segler haben die Lager aufgeschlagen
Mecklenburg Rostock Mehr als 1000 Segler haben die Lager aufgeschlagen
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00:03 13.07.2018
Sven Wirtz (v. l.), Christian und Daniel Winkel, Nina Rupprich und Lisa Rauscher aus Saarbrücken und Paderborn haben sich auf der Autobahn getroffen und in Warnemünde eine gemeinsame Korsar-Unterkunft eingerichtet. Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Wer als Segler nicht gerade auf dem Wasser vor Warnemünde seine Wettkämpfe bestreitet, verbringt seine Zeit an Land. Mehr als Tausend Wettkampf-Teilnehmer campen derzeit auf der Mittelmole und auf dem Gelände des Marine-Stützpunkts in Hohe Düne. „Wie viele exakt im Hotel sind, ist für mich nicht ermittelbar“, sagt Jakob Schranck vom Pressebüro der Warnemünder Woche.

Auf der Mittelmole und in Hohe Düne zelten viele Wettkampf-Teilnehmer

„Segeln ist schön: Man verbrennt viel Geld und lebt dann wie ein Penner“, sagt Daniel Winkel aus Saarbrücken lachend. Beim Lager der Korsar-Segler auf der Mittelmole geht es locker zu. Zwischen Kleinbus und Geländewagen – die jeweils auch als Schlafplatz dienen – haben sie einen Pavillon aufgestellt. „Hier sind wir zu acht“, sagt Nina Rupprich aus Paderborn. Schon bei der Anreise haben sie sich zufällig auf der Autobahn getroffen. Die Warnemünder Woche ist für sie im Jahreskalender ein fester Termin. Und darauf haben sie sich vorbereitet. „Wir haben auf alle Fälle immer Kühlboxen dabei – fürs Bier“, sagt Nele Heimann. Sie kochen viel mit dem Gas-Kocher. Es gibt vor allem Nudeln mit Pesto. „Aber wir wollen noch grillen“, sagt der 32-jährige Daniel Winkel. Doch auch gesunde Lebensmittel haben sie im Gepäck: Bananen, Melone und Ingwer. „Das hilft gegen Seekrankheit, so lautet zumindest der Mythos“, sagt Nina Rupprich. In dem Lager wird gemeinsam abgewaschen, gelacht und Doppelkopf gespielt. Abends wird dann mit den anderen Seglern gefeiert. „Am Freitag ist dann Gitarrenabend“, sagt Nina Rupprich. Ein Zeltnachbar habe das Instrument extra mitgebracht „Und um 12

Uhr ist ja hier Nachtruhe“, erzählt Daniel Winkel und lächelt vielsagend. Nur wenn es regnet, werde es im Camp schnell ungemütlich. Gerade die Älteren hätten es da komfortabler. „Die haben da größere Wohnmobile.“

Auch der Kiter Jan Blaesild hat sich einen Caravan geleistet. „Den habe ich vorher gekauft und werde ihn nach dem Sommer wieder verkaufen“, sagt der Däne aus Aarhus. Für eine Woche sei das Übernachten in dem Camper ok. Hier wohnt er während der Warnemünder Woche allein. „Luxus“, wie Blaesild sagt. Er ist nur froh, dass es nicht mehr regnet. „Aber es ist schon anstrengend. Man benötigt ordentlich Schlaf, wenn man den ganzen Tag segelt. Ich bin zu alt für dieses Leben“, sagt der 49-Jährige lachend. Am besten sei es wohl im Hotel zu übernachten. „Aber dann nimmt man hier am sozialen Leben nicht teil.“ Er ist das erste Mal in Warnemünde und ist begeistert. „Ich bin beeindruckt, es hat seit der Wende wirklich ein anderes Gesicht bekommen“, sagt er auf Englisch. Nur eines ist ihm negativ aufgefallen. „Die Möwen sind hier sehr aggressiv.“

Nur wenige Meter weiter im dänischen Lager sitzt ganz entspannt Jesper Strandberg aus Roskilde. Der 40-Jährige segelt mit OK-Dinghy und zeltet mit vier seiner Landsmänner im „Dänen-Camp“. Hier kochen sie gemeinsam Kaffee, doch zum Essen suchen sie die einheimischen Restaurants auf. „Das soziale Umfeld ist hier wirklich toll. Nachts trinken wir ein paar Bier und führen Seemanns-Gespräche“, sagt Strandberg. Sie tauschen sich darüber aus, was auf dem Wasser passiert ist und was hätte besser laufen können. Die Gruppe war schon mehrfach in Warnemünde. Sie wissen auch, was auf keiner Reise ins Rostocker Ostseebad fehlen darf: „Eine Regenjacke.“

Johanna Hegermann

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